Masterarbeit, 2015
62 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1 Weswegen wir jammern
1.1 Wir jammern aufgrund unserer Tradition
1.2 Wir jammern aufgrund unseres Bildes in der Öffentlichkeit
1.3 Wir jammern über Ökonomisierung und Neoliberalismus
1.4 Wir jammern über prekäre Arbeitsverhältnisse
1.5 Wir jammern aufgrund von Überlastung
2 Wir sind mächtig!
2.1 Die Bedeutung von Macht
2.2 Das macht uns mächtig
2.3 Wir sind professionell
3 Wehren wir uns!
3.1 Wir werden unterdrückt!
3.2. Schaffen wir ein kritisches Bewusstsein!
3.3 Organisieren wir uns!
3.3.1 In Gewerkschaften
3.3.2 In Mitarbeitervertretungen
3.4 Werden wir politisch!
3.4.1 In der Kommunalpolitik
3.4.2 Im Jugendhilfeausschuss
3.4.3 In Politberatung und Lobbyarbeit
3.5 Werdet wir kreativ!
Die Arbeit analysiert die aktuelle Tendenz zur Resignation innerhalb der Sozialen Arbeit und setzt sich zum Ziel, Sozialarbeitern ihre professionelle Macht und Bedeutung bewusst zu machen, um sie zu einer aktiven Interessenvertretung und politischen Teilhabe zu motivieren.
1.1 Wir jammern aufgrund unserer Tradition
Die soziale Arbeit hat, im Gegensatz zu anderen Professionen, keine lange Tradition. Sie entstand mit der zunehmenden Industrialisierung im neunzehnten Jahrhundert. Hier war eine ihrer Hauptaufgaben, die Begleiterscheinungen des zunehmenden Kapitalismus zu entschärfen. Sie übernahm somit Aufgaben, die früher beispielsweise von kirchlichen Wohltätigkeitsverbänden übernommen wurden. Diese hatten bereits in den vergangenen Jahrhunderten über Zucht- und Armenhäuser oder aber auch Waisenhäuser versucht, die Gesellschaft zu disziplinieren und die staatliche Ordnung aufrechtzuerhalten. Diese zuerst noch überschaubaren Auswüchse der beginnenden Urbanisierung und Industrialisierung wuchsen im neunzehnten Jahrhundert immer mehr an und führten dazu, dass Armut und Elend immer breitere Gesellschaftsschichten betrafen und dies nun zu einer Gefahr für den gesellschaftlichen Frieden wurde. In dieser Zeit liegen die Wurzeln der Sozialen Arbeit.
Die ersten nachweisbaren Sozialarbeiter konnte man beispielsweise in Elberfeld finden. Hier wurde 1853 eine neue Armenversorgung aufgebaut, die den Einsatz von kommunalen, ehrenamtlichen Armenpflegern vorsah, die innerhalb der Bevölkerung den Hilfebedarf ermittelten, um die Betroffenen schnell in Arbeit zu vermitteln, um die materielle Unterstützung zurückfahren zu können. Später wurde dann das so genannte „Straßburgersystem“ eingeführt, bei dem die Ehrenamtler durch Beamte ersetzt wurden. Die folgenden Jahrzehnte brachten die Sozialgesetzgebung und die Entstehung von Wohltätigkeitsverbänden und Vereinen wie der AWO und der Caritas. Mit deren Entstehung differenzierte sich das Hilfesystem aus. Auf der einen Seite fand man nun die sozialpolitische und bürokratisch organisierte Versicherung und auf der anderen die privat organisierte Hilfe der Verbände. Dies führte dazu,
Einleitung: Der Autor skizziert das Problem der Resignation in der Sozialen Arbeit und begründet seine These, dass das mangelnde Bewusstsein für die eigene Macht Sozialarbeiter in eine passive Rolle drängt.
1 Weswegen wir jammern: Das Kapitel analysiert die historischen und strukturellen Ursachen wie Tradition, öffentliches Bild, Ökonomisierung und prekäre Arbeitsbedingungen, die zu einer Klagekultur führen.
2 Wir sind mächtig!: Hier wird der Machtbegriff theoretisch aufgearbeitet und dargelegt, warum Sozialarbeiter aufgrund ihres Auftrags und ihrer Funktion entgegen der allgemeinen Wahrnehmung über erhebliche gesellschaftliche Macht verfügen.
3 Wehren wir uns!: Dieser Teil bietet konkrete Handlungsstrategien an, angefangen beim Schaffen eines kritischen Bewusstseins über die Organisation in Verbänden bis hin zur politischen Lobbyarbeit und kreativen Protestformen.
Fazit: Der Autor bestätigt seine Ausgangsthese und appelliert abschließend an die Profession, die unpolitische Haltung abzulegen, die eigene Macht aktiv zu nutzen und für bessere Arbeitsbedingungen einzutreten.
Soziale Arbeit, Jammern, Macht, Ökonomisierung, Neoliberalismus, prekäre Arbeitsverhältnisse, Professionalität, Interessenvertretung, politisches Handeln, Unterdrückung, kritisches Bewusstsein, Organisation, Lobbyarbeit, Soziallobbying, aktiver Widerstand
Die Arbeit befasst sich mit der verbreiteten Unzufriedenheit und der Neigung zur Resignation unter Sozialarbeitern und fordert eine aktive sowie selbstbewusste Haltung gegenüber gesellschaftlichen und politischen Missständen ein.
Die zentralen Themen sind die historische Einordnung der Sozialen Arbeit, die Auswirkungen der Ökonomisierung auf das Berufsfeld, die theoretische Analyse von Macht sowie praktische Ansätze zur Organisation und politischen Einflussnahme.
Das primäre Ziel ist es, Sozialarbeitern durch die Bewusstmachung ihrer eigenen professionellen Macht und Bedeutung Wege aufzuzeigen, wie sie sich aus einer passiven Opferrolle befreien und aktiv für gerechtere Arbeits- und Lebensbedingungen kämpfen können.
Der Autor stützt sich auf eine theoretische Analyse, die soziologische Konzepte (wie das des Sozialcharakters oder der Autopoiese) mit praxisorientierten Modellen der Community-Organisierung (nach Saul Alinsky) verknüpft, um Handlungsoptionen für die Profession zu entwickeln.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Ursachen für die aktuelle Unzufriedenheit, eine theoretische Begründung der Macht von Sozialarbeitern sowie eine praxisnahe Anleitung zum politischen und gewerkschaftlichen Engagement.
Die zentralen Begriffe sind Macht, Ökonomisierung, politisches Handeln, kritisches Bewusstsein, Interessenvertretung und Soziallobbying.
Der Autor argumentiert, dass der sogenannte "Sozialcharakter" eine erlernte Hilflosigkeit und Identifikation mit der Rolle des Helfenden beinhaltet, was dazu führt, dass Sozialarbeiter ihre eigenen Interessen vernachlässigen und sich nicht offensiv gegen Unterdrückung wehren.
Politikberatung wird als notwendige Form der Einflussnahme gesehen, bei der Sozialarbeiter ihr Expertenwissen nutzen, um gesellschaftliche Veränderungen mitzugestalten und so die Abhängigkeit von politischen Entscheidungen positiv für die eigene Profession zu wenden.
Der Autor sieht in Betriebsräten und Mitarbeitervertretungen eine greifbare Form der Organisation, die Interessen bündelt, die Identifikation mit dem Beruf stärkt und einen notwendigen Gegenpart zur Arbeitgeberseite bildet.
Kreative Proteste dienen dazu, öffentliche Aufmerksamkeit für die oft unsichtbaren Probleme der Sozialen Arbeit zu erregen, das starre Bild des "zimperlichen Idealisten" aufzubrechen und die öffentliche Meinung durch innovative Aktionen zu beeinflussen.
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