Magisterarbeit, 2004
76 Seiten, Note: 2.8
I Einführung
II Die literargeschichtliche Rezeption des Herzog Ernst
III Überlieferung und Entstehung
IV Vorgehensweise
Teil I Die Vorgeschichte - Herzog Ernst im deutschen Reich
1.1. Der Kampf gegen Kaiser und Reich
1.2 Die Gründe für den Kreuzzug
1.3 Der Kreuzzugsorient und die unbekannten Länder
1.3.1 Die Ebstorfer Weltkarte
1.3.2 Visualisierung des Weges anhand der Ebstorfer Weltkarte
1.3.3 Die Bedeutung des Kreuzzugsweges im Handlungsverlauf
Teil II Herzog Ernst im Orient
2.1 Zur Darstellung des Orients im Mittelalter
2.2 Der unbekannte Orient
2.2.1 Zur Tradition der Wunderwesen
2.3 Herzog Ernst in Grippîa
2.3.1 Die Grippîaner – Mischwesen aus der Phantasie des Dichters?
2.3.2 Herzog Ernsts Bewährung in Grippîa
2.3.2.1 Zur Bestrafung der Sünden in Grippîa
2.3.2.2 Ernsts Versagen in Grippîa
2.4 Der Magnetberg
2.5 Der Kampf gegen die Wesen im fabulösen Orient
2.5.1. Das Land der `Einsterne` - die Arimaspi
2.5.2 Der Kampf gegen die `Plathüeve`
2.5.3 Der Kampf gegen die `Ôren`
2.5.4 Der Kampf der Pygmäen gegen Kraniche
2.5.5 Die Riesen von Cânâan
2.5.6. Erneute Flucht – Ernst verlässt die Arimaspi
2.6 Bewährung oder Ehrbeweis? – Das Ende der Orientfahrt
Teil III - Der Weg zurück ins Reich – Môrlant und Jerusalem
3.1 Zurück in der realen Welt – der König von Babylon
3.2 Das Ziel der Reise – Jerusalem
3.3 Die Rückkehr ins Reich
4. Schlussbemerkung
Die Arbeit untersucht die Darstellung des Orients im mittelhochdeutschen Epos "Herzog Ernst B" sowie die Rolle der darin vorkommenden Wunderwesen und des Protagonisten selbst. Dabei steht die Frage im Zentrum, inwiefern der Orient als fabulöser Raum und Herzog Ernst als agierender Held im Handlungsverlauf konstruiert sind.
2.3.2 Herzog Ernsts Bewährung in Grippîa
Die Abenteuer in Grippîa haben, nicht nur was die Eigentümlichkeit der Grippianer angeht, eine besondere Stellung im Handlungsverlauf.
Ernst und seine Truppe sind der offenen Stadtpforte wegen den Grippîanern gegenüber misstrauisch eingestellt. Dies ist nicht verwunderlich, da sie sich in einem unbekannten und fernen Land befinden. So wissen sie auch nicht, ob sich in der prächtigen Stadt Christen oder Heiden befinden. Ernst muss also mit feindlichen Gegnern rechnen.
Die Ermahnung Ernsts, nichts als wichtige Nahrung von Grippîa mitzunehmen, versteht sich als Ritterehre und entspricht dem (literarischen) Bild des vorbildlichen und vor allem ehrenvollen Ritters – denn ein solcher raubt nicht. Herzog Ernst verhält sich hier also ehrenhaft und seinem Stand entsprechend. Trotz seiner Vertreibung aus dem Reich hat Ernst nichts von seiner Ehre verloren, wie sich hier zeigt.
Ernst sieht die Versuchung, die von dem Reichtum Grippîas ausgeht, als Prüfung Gottes an – „ got will uns lîhte versuochen“ - was dem Bild des höfischen Ritters entspricht, dessen Aufgabe es war, zwischen den weltlichen Aufgaben und den göttlichen Geboten eine Balance zu finden. Ernst erweist sich hier als vorbildlicher Ritter und Christ.
I Einführung: Hinführung zum Thema des Werkes und Überblick über den Forschungsstand zur Herzog-Ernst-Dichtung.
II Die literargeschichtliche Rezeption des Herzog Ernst: Darstellung der frühen Rezeption des Stoffes im 13. Jahrhundert durch zeitgenössische Dichter.
III Überlieferung und Entstehung: Analyse der Fassung B als Grundlage der Arbeit sowie Diskussion zur Datierung und Autorschaft des Werkes.
IV Vorgehensweise: Erläuterung der methodischen Ansätze zur Untersuchung der Orientdarstellung und der Wunderwesen.
Teil I Die Vorgeschichte - Herzog Ernst im deutschen Reich: Untersuchung der Konfliktursachen, die zur Flucht Ernsts und zum Beginn des Kreuzzugs führen.
Teil II Herzog Ernst im Orient: Detaillierte Analyse der Orientfahrt, der Begegnungen mit verschiedenen Wunderwesen und der Rolle Ernsts in diesen fantastischen Räumen.
Teil III - Der Weg zurück ins Reich – Môrlant und Jerusalem: Betrachtung der Rückkehr Ernsts, seines Auftretens in der realen Welt und der abschließenden Versöhnung im Reich.
4. Schlussbemerkung: Zusammenfassende Einordnung der Ergebnisse zur Rolle Ernsts und zur Darstellung des Orients im Epos.
Herzog Ernst, Mittelhochdeutsche Epik, Orientdarstellung, Wunderwesen, Kreuzzug, Spielmannsdichtung, Literaturgeschichte, Arimaspi, Grippîa, Rittertum, Bußfahrt, Mittelalterliche Weltsicht, Ebstorfer Weltkarte, höfische Literatur.
Die Arbeit analysiert das mittelhochdeutsche Werk "Herzog Ernst B" mit einem besonderen Fokus auf die Darstellung des Orients und die Rolle der Wunderwesen sowie des Protagonisten innerhalb der Handlung.
Zentrale Themen sind die literarische Konstruktion des Orients als fabulöser Raum, die Einordnung des Werkes in die mittelalterliche Literaturgeschichte sowie das Konzept von ritterlicher Ehre und Buße.
Das Ziel ist es, die spezifischen Besonderheiten der Orientdarstellung zu erarbeiten und zu klären, welche Rolle Herzog Ernst im Handlungsverlauf einnimmt, insbesondere im Kontext der begegneten Wunderwesen.
Die Arbeit folgt einer werkimmanenten Analyse, die zudem Forschungsergebnisse zur Literaturgeschichte und zum mittelalterlichen Weltbild (z.B. Kartographie, Fürstenspiegel) einbezieht.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der reichsgeschichtlichen Vorgeschichte, die detaillierte Analyse der Orientabenteuer (Grippîa, Arimaspi) und den Weg der Rückkehr ins Reich.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie "Herzog Ernst", "Wunderwesen", "Kreuzzug", "Rittertum" und "Mittelalterliche Weltsicht" charakterisieren.
Die Ebstorfer Weltkarte dient als visuelle Referenz, um die mittelalterliche Vorstellung des Orients und die Geographie der Reise von Herzog Ernst besser zu verstehen und zu visualisieren.
Die Autorin hebt hervor, dass Ernst den Wunderwesen trotz ihrer traditionellen Einordnung als sündhafte Wesen mit einer für die Zeit bemerkenswerten ritterlichen Ehre und Respekt begegnet.
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