Masterarbeit, 2016
159 Seiten, Note: 1,3
1 Einführung und theoretischer Hintergrund
1.1 Einleitung
1.2 Forschungsstand zur klinischen Testdiagnostik im Spannungsfeld von Standard und Anpassung
1.3 Testpsychologie in der ADHS-Diagnostik von Kindern
1.3.1 Klinisches Störungsbild der ADHS im Kindesalter
1.3.2 Komplexität der Diagnostik
1.3.3 Anforderungen der klinisch-psychologischen Diagnostik bei Kindern
1.3.4 Neuropsychologische Testung von Aufmerksamkeit mit KiTAP
1.3.5 Erfassung von Intelligenz mit HAWIK IV bei der ADHS-Diagnostik von Kindern
1.3.6 Zusammenfassende Ableitung der Fragestellung
2 Methode
2.1 Beschreibung der Stichprobe
2.2 Erhebungsinstrumente
2.2.1 Untersuchungsvariablen
2.2.2 Qualitativ-induktive Kategorienbildung
2.2.3 Beschreibung der Erhebungsinstrumente
2.3 „Mixed Methodes“ in der Analyse von Durchführungsstilen und -typen: Ergänzung der qualitativen Analyse durch quantitative Schritte
3 Ergebnisse
3.1 Individuelle Durchführungsstile
3.2 Typen von Durchführungsstilen
4 Zusammenfassung und Diskussion
Die Arbeit untersucht, wie klinische Testleiter bei der Durchführung von KiTAP und HAWIK IV im Kontext der ADHS-Diagnostik bei Kindern mit dem Spannungsfeld zwischen standardisierten testpsychologischen Anforderungen und kindgerechter Anpassung umgehen. Ziel ist es, individuelle Durchführungsstile zu identifizieren und zu bestimmen, ob sich diese zu professionellen Durchführungstypen aggregieren lassen.
1.1 Einleitung
Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) gehört zu den häufigsten psychischen Störungen des Kindes- und Jugendalters – mit steigender Tendenz. Die internationalen Prävalenzzahlen schwanken, je nachdem, ob auf der Grundlage des strengeren ICD-10 oder des DSM-IV diagnostiziert wurde, zwischen 1 und 7 %. Die in den unterschiedlichen Prävalenzzahlen liegende Unsicherheit der Datenlage wird noch dadurch erhöht, dass Evaluationen von ADHS-Diagnosen eine hohe Zahl von Fehldiagnosen ergeben haben, die auf beträchtliche Variabilität in der Diagnostik zurückgeführt werden.
Nachforschungen im angelsächsischen Raum ergaben, dass eine Mehrzahl der untersuchten Diagnostiker sich in ihrem diagnostischen Verfahren nicht an die best-practice-Leitlinien hielten und viele nicht standardisierte Diagnostik-Instrumente benutzten. Diese Befunde wie auch der Anstieg der Diagnose ADHS und damit der Pharmakotherapie gaben Anstoß für eine kontrovers geführte Diskussion, in welchem Ausmaß denn dabei „durch verbesserte diagnostische Instrumente mehr „richtig“ betroffene Kinder erkannt wurden“.
Kommen in der ADHS-Diagnostik subtile testpsychologische Verfahren zum Einsatz, so stellt sich weiterhin die Frage, inwieweit sich diese Tests bei Kindern mit ADHS überhaupt standardgemäß durchführen lassen und ob sie die schwierige wie komplexe Diagnostik der ADHS tatsächlich zu objektivieren helfen.
Zu solchen diagnostischen Instrumenten zählen in Deutschland psychometrische Testverfahren zur Überprüfung von Aufmerksamkeit und von Intelligenz - erstere nach den DGKJP-Leitlinien allerdings verzichtbar. Dabei werden in der ADHS-Diagnostik von Kindern häufig der HAWIK IV zur Erfassung der Intelligenz und zur neuropsychologischen Abklärung der Aufmerksamkeit der computerbasierte KiTAP angewandt.
1 Einführung und theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert das Störungsbild ADHS, die Komplexität des Diagnoseprozesses und die Relevanz der Durchführungsobjektivität in der klinischen Praxis.
2 Methode: Hier werden das qualitative Beobachtungsdesign sowie die ergänzenden quantitativen Methoden wie Faktoren- und Clusteranalyse zur Untersuchung des Durchführungsverhaltens beschrieben.
3 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die individuellen Durchführungsstile der elf Testleiter und leiten daraus drei distinkte Typen ab.
4 Zusammenfassung und Diskussion: Das abschließende Kapitel resümiert die Befunde und diskutiert die professionelle Anpassungsleistung der Testleiter im Spannungsfeld von Standard und Anpassung.
ADHS-Diagnostik, Testpsychologie, KiTAP, HAWIK IV, Durchführungsobjektivität, Testfairness, klinische Testpraxis, Testleiter-Klient-Verhältnis, Durchführungstypen, Testleitereffekte, Leistungsdiagnostik, pädagogische Anpassung, Standardisierung, Psychodiagnostik.
Die Masterarbeit befasst sich mit der testpsychologischen Erfassung von Aufmerksamkeit und Intelligenz bei Kindern mit Verdacht auf ADHS und der Frage, wie Testleiter mit der notwendigen Standardisierung gegenüber individuellen Anpassungsbedarfen umgehen.
Die zentralen Felder sind die Durchführungsobjektivität in der klinischen Diagnostik, das Spannungsfeld zwischen psychometrischen Standards und der klinischen Realität bei ADHS-Kindern sowie die Rolle der persönlichen Haltung des Testleiters.
Die Forschungsfrage ist, ob es bei Testleitern stabile persönliche Durchführungsstile gibt, wie diese im Spannungsfeld von Theorie und Praxis reguliert werden und ob sich diese Stile in bestimmbare Typen einteilen lassen.
Die Arbeit nutzt einen Mixed-Methods-Ansatz: Eine qualitative, induktive Kategorienbildung aus Beobachtungen wird durch eine quantitative statistische Analyse (Faktoren- und Clusteranalyse) ergänzt.
Der Hauptteil analysiert die Durchführungspraxis bei KiTAP und HAWIK IV. Er beleuchtet, wie Testleiter regulativ handeln, um sowohl die Validität der Ergebnisse zu sichern als auch auf die spezifischen Symptome der Kinder (z.B. Impulsivität) einzugehen.
Begriffe wie Durchführungsobjektivität, Standardnähe, Testfairness, klinischer Kontext sowie die beiden Testverfahren KiTAP und HAWIK IV bilden den Kern der Untersuchung.
Die Testleiter zeigen laut Studie unterschiedliche Strategien: Einige tendieren zu einer funktionsfokussierten, eher abstinenten Rolle, andere zu einer beziehungsorientierten, prozessbezogenen Arbeitsweise, während ein mittlerer Typus beide Pole situativ ausgleicht.
Jeder Testleiter besitzt einen relativ stabilen, persönlichen Durchführungsstil. Es gibt keinen „Ausreißer“ unter den elf Testleitern; die Regulation des Verhaltens erfolgt professionell reflektiert, um die Testfairness zu wahren, ohne die testtheoretischen Standards zu verletzen.
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