Examensarbeit, 2004
109 Seiten, Note: 2.0
Vorwort
1 Einleitung
2 Die Entwicklung der regionalen Sportbewegung - Zur Vorgeschichte des Sportclubs Magdeburg (1945-1955)
2.1 Die Entstehung des kommunalen Sports im Nachkriegs-Magdeburg zwischen 1945 und 1948
2.2 Der Beginn des überregionalen Sportverkehrs unter Leitung des Kreissportausschusses zwischen 1948 und 1952
2.3 Die Förderung des Leistungssports durch das Staatliche Komitee für Körperkultur und Sport zwischen 1952 und 1955
3 Strukturbildung und Leistungsorientierung - Die frühe Entwicklung des SC (Aufbau) Magdeburg von 1955 bis 1969
4 Die Zunahme der sportlichen Erfolge des Sportclubs Magdeburg durch intensives Nachwuchstraining und Konzentration auf Hauptsportarten (1969 – 1980)
5 Olympiaboykott und die wirtschaftliche Strukturkrise der DDR – Der Sportclub Magdeburg in den 80er Jahren
6 Der Sportclub Magdeburg als Institution
6.1 Zur Leitungsstruktur und Organisation
6.2 Trainingszentren und KJS – Die Basis der sportlichen Entwicklung
6.3 Zur Arbeitsweise des Sportclubs im Bereich der sportlichen Ausbildung
6.4 Statistischer Überblick der Sportler- und Trainerstruktur
7 Sportler, Trainer, Trainingsbedingungen – Zur Geschichte der Sektionen
7.1 Die Sektion Leichtathletik
7.2 Die Sektion Rudern
7.3 Die Sektion Schwimmen
7.4 Die Sektion Wasserball
7.5 Die Sektion Handball
7.5.1 Der Männer-Handball
7.5.2 Der Frauen-Handball
7.6 Die Sektion Kanu
8 Resümee
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Sportclubs Magdeburg (SCM) von seiner Gründung 1955 bis zum Jahr 1989. Ziel ist es, die interne Struktur, die Arbeitsweise sowie den Erfolg des Sportclubs im Kontext der regionalen Vorgeschichte und der nationalen sowie internationalen sportpolitischen Entwicklungen der DDR aufzuzeigen und kritisch zu analysieren.
Die Entstehung des kommunalen Sports im Nachkriegs-Magdeburg zwischen 1945 und 1948
Der Zweite Weltkrieg hatte die Stadt Magdeburg, aber vor allen deren Bevölkerung, zutiefst in Mitleidenschaft gezogen. Unter den Trümmern der zu einem Dritteln total und zu einen weiterem Drittel teilweise zerstörten Stadt lagen auch viele Sportstätten begraben. Eine Reihe von Turnplätzen wurde zudem von der hungernden Bevölkerung für den Anbau von Nahrungsmitteln genutzt (vgl. Heise, 1984, S. 15). Trotz der starken Zerstörungen und der schwierigen Nachkriegsbedingungen regten sich bald nach Kriegsende die ersten größeren sportlichen Aktivitäten in der Stadt. So organisierte der damals 19-jährige und spätere Kapitän der DDR-Nationalmannschaft Hans-Jürgen Wende bereits im Mai 1945 das erste Handballtraining auf dem Lemsdorfer Sportplatz. Wenig später entstanden aus diesen eher spontanen Zusammenschlüssen engagierter Sportler vereins- oder vereinsähnliche Strukturen, die sich an die von den Nationalsozialisten 1933 verbotenen ehemaligen Organisationsformen des Sports anlehnten. Als leitendes Organ konstituierte sich der „Antifaschistische Sportausschuss“, der einen Aufbau des Sports in Selbstverwaltung unterstützte.
Bereits Ende des Jahres 1945 hatten sich in den zwölf Stadtteilen Magdeburgs 14 Volkssportgemeinschaften, inklusive einer Polizei- sowie einer Gehörlosensportgruppe, gebildet.2 Der sich frei entwickelnden Sportbewegung wurde jedoch durch die im Dezember 1945 vom „Alliierten Kontrollrat für Deutschland“ beschlossene Richtlinie 23, welche die Beschränkung und Entmilitarisierung des Sports zum Inhalt hatte, frühzeitig Einhalt geboten (vgl. Frost u. A., 1991, S.8). Zur Kontrolle und Regelung des nur auf kommunaler Ebene erlaubten Sports wurde durch die Besatzungsmächte in Magdeburg Ende 1945 das „Städtische Sportamt“ eingerichtet, bei welchem alle Sportgemeinschaften angemeldet und registriert werden mussten. Die Alliierten schoben somit, aus Angst einer neuen nationalistischen Instrumentalisierung der Leibesertüchtigung, dem entstehenden Sport in Selbstverwaltung einen Riegel vor. Der „Antifaschistische Sportausschuss“ wurde mit der Gründung des Städtischen Sportamtes im Januar 1946 wieder aufgelöst (vgl. Meinecke/Musial, 1982, S.26).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, skizziert die Ausgangslage der sporthistorischen Forschung zum DDR-Leistungssport und definiert die Zielsetzung der Arbeit, die den SCM im Kontext nationaler und internationaler Entwicklungen betrachtet.
2 Die Entwicklung der regionalen Sportbewegung - Zur Vorgeschichte des Sportclubs Magdeburg (1945-1955): Dieses Kapitel beleuchtet den sportlichen Neuanfang in Magdeburg nach 1945 und den allmählichen Aufbau staatlich kontrollierter Sportstrukturen bis zur Gründung des Sportclubs.
3 Strukturbildung und Leistungsorientierung - Die frühe Entwicklung des SC (Aufbau) Magdeburg von 1955 bis 1969: Es wird die Gründungsphase des Sportclubs sowie die anfängliche Suche nach einer strukturellen und inhaltlichen Ausrichtung unter dem Druck politischer Vorgaben dargestellt.
4 Die Zunahme der sportlichen Erfolge des Sportclubs Magdeburg durch intensives Nachwuchstraining und Konzentration auf Hauptsportarten (1969 – 1980): Der Fokus liegt auf der „Grundlinie Leistungssport“ von 1969, die zu einer Spezialisierung auf wenige Hauptsportarten und einer Professionalisierung des Nachwuchstrainings führte.
5 Olympiaboykott und die wirtschaftliche Strukturkrise der DDR – Der Sportclub Magdeburg in den 80er Jahren: Das Kapitel analysiert die Herausforderungen für den Sportclub unter den Bedingungen internationaler Boykotte und einer sich verschlechternden wirtschaftlichen Lage der DDR.
6 Der Sportclub Magdeburg als Institution: Eine detaillierte Untersuchung der administrativen Leitungsstrukturen, der Talentsichtung, des KJS-Systems und der täglichen Arbeitsweise im Sportclub.
7 Sportler, Trainer, Trainingsbedingungen – Zur Geschichte der Sektionen: Dieser Hauptteil beschreibt die sportliche Entwicklung, Erfolge und individuellen Werdegänge in den Sektionen Leichtathletik, Rudern, Schwimmen, Wasserball, Handball und Kanu.
8 Resümee: Hier werden die Ergebnisse zusammengefasst und die Säulen des Erfolgs des Sportclubs – Nachwuchsförderung, Professionalisierung und infrastrukturelle Rahmenbedingungen – kritisch reflektiert.
Sportclub Magdeburg, SCM, DDR-Leistungssport, Sportgeschichte, Nachwuchsförderung, KJS, Trainingszentrum, Olympia, SED, DTSB, Trainingsmethodik, Sektionsarbeit, Sportwissenschaft, DDR-Sportsystem, Breitensport.
Die Arbeit behandelt die Historie des Sportclubs Magdeburg (SCM) von 1955 bis 1989 und ordnet dessen Entwicklung in den breiteren Kontext des DDR-Leistungssports ein.
Die Schwerpunkte liegen auf der strukturellen Entwicklung des Clubs, der engen Verzahnung von Nachwuchsförderung und Hochleistungssport sowie der politischen Einflussnahme auf Training und Alltag.
Das Ziel ist es, die interne Struktur und Arbeitsweise des SCM zu erforschen, um zu verstehen, welche Faktoren für die zahlreichen sportlichen Erfolge in der DDR verantwortlich waren.
Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung alter Aktenbestände, Dokumente und zeitgenössische Interviews, ergänzt durch eine Analyse existierender Fachliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Entwicklung des Sports in Magdeburg sowie detaillierte Kapitel über die Organisation des Clubs, die Ausbildungssysteme und die Erfolgsgeschichte der einzelnen Sektionen.
Wichtige Begriffe sind SCM, DDR-Leistungssport, KJS, Talentförderung, sportpolitische Instrumentalisierung und spezifische Sektionsgeschichten.
Die Arbeit zeigt auf, dass es trotz wirtschaftlicher Engpässe und Investitionskürzungen in den 80er Jahren keine Sinnkrise in der Nachwuchsförderung gab und der Trainingsbetrieb stabil blieb.
Das Ministerium für Staatssicherheit überwachte Sportler und Trainer, um die politische Loyalität zu sichern, insbesondere bei Reisen in nicht-sozialistische Länder, was heute als inakzeptabler Eingriff in die Privatsphäre gewertet wird.
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