Masterarbeit, 2016
96 Seiten, Note: 5.4
1. Das Menschenbild im Wandel
1.1 Der Mensch und seine Bedürfnisse
1.2 Definition
1.3 Management früher und heute
1.4 Heutige Führungskonzepte
1.4.1 Management by Objectives
1.4.2 Management by Delegation
1.4.3 Management by Exception
1.5 Zusammenfassung
2. Leadership
2.1 Management und Leadership
2.2 Führungsverständnis und Führungsstil
2.2.1 Transaktionaler Führungsstil
2.2.2 Transformationaler Führungsstil
2.3 Transaktionaler und transformationaler Führungsstil im Vergleich
2.4 Full Range Leadership
2.4.1 Zwei Beispiele für Full Range Leadership
2.5 Kritikpunkte und Grenzen transaktionaler und transformationaler Führung
2.5.1 Transaktionaler Führungsstil
2.5.2 Transformationaler Führungsstil
2.6 Zusammenfassung
3. Charisma
3.1 Definition und erste Verwendungen
3.2 Modelle charismatischer Führung
3.2.1 Modell nach House
3.2.2 Modell nach Conger & Kanungo
3.3 Charismatischer und transformationaler Führungsansatz
3.4 Kommunikation als Grundlage
3.4.1 Auftreten und Ausdruck
3.5 Kritikpunkte charismatischer Führung
3.6 Positive Definition zur Abgrenzung negativer Formen
4. Die Mitarbeiter
4.1 Vorgehen
4.2 Die Interviewpartner
4.3 Der Fragebogen, Aufgabenstellung und Interpretation
4.3.1 Kurze quantitative Auswertung
4.3.2 Qualitative Auswertung
4.4 Eigene Schlussfolgerung
5. Führung und Charisma in Indonesien
5.1 Werte in der Schweiz und in Indonesien
5.2 GLOBE Studie
5.2.1 GLOBE Definition von Leadership
5.2.2 Einteilung der Länder in Gesellschafts-Cluster
5.2.3 Gesellschaftliche Werte und Methoden
5.3 Führungspersonen in Indonesien
5.4 Charisma in Indonesien
5.4.1 Persönliche Eigenschaften charismatischer Führungspersonen in Indonesien
5.4.2 Verhalten charismatischer Führungspersonen in der Organisation
5.5 Eigene Schlussfolgerung
6. Zusammenfassung und Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der charismatischen Führung und vergleicht dabei theoretische Modelle mit den Erfahrungen von Mitarbeitern in der Praxis. Ein besonderer Fokus liegt auf der Gegenüberstellung der Führungskulturen in der Schweiz und in Indonesien, um zu prüfen, ob westliche Charisma-Konzepte auch in asiatischen Kontexten Anwendung finden können.
3.1 Definition und erste Verwendungen
Etymologisch betrachtet geht der Begriff Charisma auf griechische Wurzeln zurück und bedeutet „göttliche Gnade“ oder „Gabe“. Das Stammwort Charis kann mit „Reiz“, „Anmut“, „Schönheit“, „Gunst“ oder „Gnade“ übersetzt werden (Felfe 2005). Im Duden finden sich ähnliche Synonyme für Charisma: Attraktivität“, „Ausstrahlung“,“ Präsenz“, „Reiz“, „Schönheit“ und „Zauber“ (vgl. Duden 2016).
Der Begriff Charisma ist bis heute Teil der christlichen Tradition und steht für die durch göttliche Gaben (Heilversprechen, Gnade, Segen) erworbene Fähigkeit, Gott und der Kirche zu dienen (vgl. Felfe 2005)
Der deutsche Soziologe und Nationalökonom Max Weber hat als Erster den Begriff Charisma in die Bereiche Politik und Führung übertragen und unterscheidet in seinem Buch zwischen rationaler, traditioneller und charismatischer Herrschaft (Weber 1976). Er beschreibt in seinem Buch Wirtschaft und Gesellschaft Charisma folgendermassen:
„Charisma“ soll eine als ausseralltäglich (ursprünglich, sowohl bei Propheten wie bei therapeutischen wie bei Rechts-Weisen wie bei Jagdführern wie bei Kriegshelden: als magisch bedingt) geltende Qualität einer Persönlichkeit heissen, spezifisch ausseralltäglichen, nicht jedem anderen zugänglichen Kräften oder Eigenschaften [begabt] oder als gottgesandt oder als vorbildlich und deshalb als „Führer“ gewertet wird. Wie die betreffende Qualität von irgendeinem ethischen, ästhetischen oder sonstigen Standpunkt aus „objektiv“ richtig zu bewerten sein würde, ist natürlich dabei begrifflich völlig gleichgültig: darauf allein, wie sie tatsächlich von den charismatisch Beherrschten, den „Anhängern“, bewertet wird, kommt es an. (Weber, S. 140)
1. Das Menschenbild im Wandel: Erläutert die historische Entwicklung vom rationalen Menschenbild hin zu komplexeren Sichtweisen und deren Einfluss auf Führungskonzepte wie MbO.
2. Leadership: Detailliert die Unterschiede zwischen Management und Leadership sowie die Konzepte der transaktionalen und transformationalen Führung.
3. Charisma: Definierte den Charisma-Begriff und stellt theoretische Führungsmodelle vor, unter anderem von House sowie Conger und Kanungo.
4. Die Mitarbeiter: Präsentiert die Ergebnisse der qualitativen Interviews, in denen Mitarbeiter ihre Vorgesetzten anhand von Charisma-Kriterien bewerten.
5. Führung und Charisma in Indonesien: Analysiert kulturelle Unterschiede und untersucht, wie die dortigen Werte das Verständnis von Führung und Charisma beeinflussen.
6. Zusammenfassung und Fazit: Synthetisiert die Ergebnisse der theoretischen Analyse und der empirischen Daten, um ein abschließendes Resümee zum Charisma-Konzept zu ziehen.
Charisma, Führung, Leadership, Management, Unternehmenskultur, Indonesien, Schweiz, transformationale Führung, Mitarbeiterführung, Werthaltungen, GLOBE-Studie, Kommunikation, Vertrauen, Persönlichkeitsmerkmale, Empirische Untersuchung.
Die Arbeit untersucht das Führungsphänomen "Charisma" und analysiert, wie dieses im westlichen Kontext (Schweiz) und im indonesischen Umfeld verstanden und gelebt wird.
Die zentralen Themen umfassen die Definition charismatischer Führung, den Vergleich von Management und Leadership, interkulturelle Unterschiede und die Wahrnehmung von Führung durch Mitarbeiter.
Ziel ist es zu ergründen, ob charismatische Führung nach westlichem Verständnis in indonesischen Unternehmen Anwendung findet und welche Rolle die kulturelle Prägung dabei spielt.
Die Autorin nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse theoretischer Modelle und einer empirischen Untersuchung in Form von sieben qualitativen Experteninterviews mit Angestellten.
Der Hauptteil deckt die theoretischen Grundlagen der Führungsstile (transaktional vs. transformational), das Modell der charismatischen Führung nach House sowie Conger & Kanungo und die detaillierte Auswertung der Mitarbeiterinterviews ab.
Die wichtigsten Schlagworte sind Charisma, Leadership, Unternehmenskultur, Indonesien, interkulturelles Management und Mitarbeiterzentrierung.
Die Arbeit verdeutlicht, dass Indonesien kollektivistischer geprägt ist und eine höhere Machtdistanz aufweist, was eine andere Form der Kommunikation und Beziehungsgestaltung durch Vorgesetzte erforderlich macht als in der individualistischen Schweiz.
In Indonesien ist die Gesichtswahrung ein essenzieller kultureller Wert. Führungskräfte müssen daher Kritik indirekt äußern, um die Harmonie im Kollektiv nicht zu gefährden.
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