Bachelorarbeit, 2012
38 Seiten, Note: 1,0
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1. Einleitung
2. Entstehung der Magazine
3. Paratextuelle Parallelen
3.1 Der verlegerische Peritext und der Aufbau
3.2 Motti & Widmungen
3.3 Zwischentitel
3.4 Das Verschweigen der Anknüpfung im öffentlichen Epitext
4. Inhaltliche Strukturen
4.1 Herausgeber-Camp
4.2 Neue Ernsthaftigkeit
4.3 Serie – Antiserie
5. Der Freund als Konstruktion
5.1 Das Kunstkonzept des Freund
5.2 Der Freund: Selbstinszenierung und paratextuelle Pastiche
6. Konklusion
Die Arbeit untersucht das von Christian Kracht 2004 gegründete Magazin "Der Freund" als paratextuelle Kopie des US-amerikanischen Literaturmagazins "The Believer". Ziel ist es, die Konstruiertheit des Projekts aufzudecken, die Rolle von Ironie und Ästhetik zu analysieren und die bisherige mediale Verharmlosung der Anknüpfung kritisch zu hinterfragen.
3.1 Der verlegerische Peritext und der Aufbau
Genette bezeichnet den verlegerischen Peritext als die „gesamte Zone des Peritextes, für die direkt und hauptsächlich [...] der Verleger oder [...] der Verlag verantwortlich ist [...]. In den von Genette bezeichneten Fällen handelt es sich meist um den verlegerischen Peritext von Romanen. Im Falle der zu untersuchenden Zeitschriften, gehen wir zwar auch von den übergeordneten Verlagen aus (Axel Springer Verlag; McSweeney´s), können aber mit großer Sicherheit sagen, dass die Verlagsleitungen entweder nicht an dem Prozess der Gestaltung des verlegerischen Peritext beteiligt sind oder waren (Axel Springer Verlag), beziehungsweise dass sie mit dem Verlag gleichzusetzen sind. (Kracht = Axel Springer Verlag; Eggers = McSweeney´s). Im Falle von Der Freund wird der Verlag nämlich bis auf etwaige logistische Fragen eher Geld als Ideengeber gewesen sein. Auch der Verlag McSweeney´s ist gleichzusetzen mit der Person Eggers, der ihn 1998 gründete.
Die Formate der beiden Magazine ähneln sich, sind aber nicht homogen. Der Freund hat aufgrund seiner höheren Seitenzahl fast Buchcharakter. Die Formate von The Believer und Der Freund wirken, vergleicht man sie mit den Formaten und der Aufmachung gängiger Hochglanzmagazine wie Vanity Fair, GQ, oder im Bereich der Kultur mit art und monopol, eher antipopulär und, vor allem Der Freund, elitär.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, ob das Magazin "Der Freund" als eigenständiges Werk oder lediglich als Kopie des "The Believer" zu verstehen ist.
2. Entstehung der Magazine: Dieses Kapitel beleuchtet die Genese der beiden Publikationen und die biografischen Kontexte der Herausgeber Christian Kracht und Dave Eggers.
3. Paratextuelle Parallelen: Hier werden die formalen Gemeinsamkeiten, wie Motti, Zwischentitel und der Aufbau, als Indizien für eine bewusste, aber verschwiegene Kopie analysiert.
4. Inhaltliche Strukturen: Das Kapitel untersucht die inhaltliche Ausrichtung, Konzepte wie das "Herausgeber-Camp" sowie das Verhältnis von Ironie und neuer Ernsthaftigkeit.
5. Der Freund als Konstruktion: Die Zeitschrift wird als bewusstes, schizophrenes Kunstkonstrukt analysiert, das eine eigene mediale Ästhetik zwischen Persiflage und Inszenierung verfolgt.
6. Konklusion: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass "Der Freund" zwar als Zeitschrift konzipiert, aber als ein nach acht Ausgaben abgeschlossenes, ironisches Gesamtkunstwerk Krachts zu betrachten ist.
Christian Kracht, Der Freund, The Believer, Paratext, Gerard Genette, Ironie, Herausgeber-Camp, Neue Ernsthaftigkeit, Pastiche, Literaturmagazin, Medienkritik, Konstrukt, Popliteratur, Dave Eggers, Zeitgeist.
Die Arbeit analysiert die inhaltlichen und paratextuellen Gemeinsamkeiten zwischen dem Magazin "Der Freund" von Christian Kracht und dem US-Magazin "The Believer" von Dave Eggers.
Im Zentrum stehen die paratextuelle Gestaltung, der Begriff der Ironie als Kunstkonzept, die mediale Inszenierung von Autoren und das Verhältnis von Printmedien zum Zeitgeist.
Ziel ist es zu belegen, dass "Der Freund" keine gewöhnliche Zeitschrift ist, sondern eine paratextuelle Kopie und ein bewusst konstruiertes Werk, welches das Scheitern von Diskursen thematisiert.
Die Arbeit stützt sich primär auf Gerard Genettes Theorie des Paratextes sowie auf kulturwissenschaftliche Ansätze zur Literatur- und Medienanalyse.
Es werden strukturelle Parallelen wie Motti und Zwischentitel untersucht, das Konzept des "Herausgeber-Camp" erläutert und die inhaltliche Abgrenzung zu einer "neuen Ernsthaftigkeit" diskutiert.
Die zentralen Begriffe sind Paratextualität, Ironie, Kunstkonstruktion, Christian Kracht, Kopie und Medieninszenierung.
Der Autor argumentiert, dass eine Pastiche die Vorlage "The Believer" nicht verspottet, sondern durch Nachahmung des Stils eine neue ästhetische Ebene schafft und der Vorlage somit eher huldigt.
Kracht nutzt die Abwesenheit von Fotos und die Konzentration auf Text, um sich gegen den "Konsum-Overkill" von Bildern zu stellen, während die Zeitschrift selbst durch ihre mediale Konstruktion paradoxerweise wieder Teil dieses Bild-Diskurses wird.
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