Bachelorarbeit, 2014
63 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Essstörungen im Überblick
2.1 Zum Verständnis von Essstörungen
2.2 Die Formen von Essstörungen
2.2.1 Anorexia Nervosa
2.2.2 Binge-Eating-Disorder
2.3 Gemeinsamkeiten von Essstörungen
3. Bulimia nervosa bei Mädchen
3.1 Historische Entwicklung
3.2 Verbreitung und Häufigkeit
3.3 Klassifikation und Diagnosekriterien
3.4 Erklärungsansätze für die Entstehung von Bulimia nervosa
3.4.1 Biologische Faktoren
3.4.2 Familiäre Faktoren
3.4.3 Gesellschaftliche Faktoren
3.4.4 Individuelle Faktoren
3.4.5 Stufenmodell der psychodynamischen Entwicklung der Bulimia nervosa
3.5 Folgeschäden einer Bulimia nervosa
3.6 Therapieformen bei Bulimia nervosa
3.6.1 Kognitive Verhaltenstherapie
3.6.2 Interpersonale Therapie
4. Präventionsmöglichkeiten von Essstörungen
4.1 Präventionskonzepte
4.2 Nationale und internationale Präventionsprogramme
4.2.1 Präventionsprogramme des deutschsprachigen Raums
4.2.2 Internationale Präventionsprogramme
5. Vorstellung ausgewählter Präventionsprogramme
5.1 Präventionsprogramm des Mädchenhaus Heidelberg e. V.
5.1.1 Workshop zur Prävention von Essstörungen
5.2 Trainingsprogramm zum Einsatz an Schulen
5.2.1 Das Grundtraining
5.2.2 Das Auffrischungstraining
5.3 Kurze Zwischenbetrachtung
6. Interventionsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit
7. Schlussbetrachtungen
Diese Arbeit untersucht die Entstehung und Entwicklung der Bulimia nervosa bei jungen Mädchen und analysiert mädchenspezifische Präventionsmöglichkeiten im schulischen Kontext. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie durch geeignete Präventionsprogramme und die Rolle der Sozialen Arbeit der Entwicklung von Essstörungen entgegengewirkt werden kann.
3.1 Historische Entwicklung
Wann ist die Krankheit Bulimia nervosa entstanden und wo sind ihre Wurzeln? Ist die Ess-Brech-Sucht eine Erfindung der Neuzeit oder liegen die Wurzeln in der Geschichte?
Nahrung war stets von großer Wichtigkeit für den Menschen und sein Handeln, schließlich sicherte diese das Überleben und besaß einen hohen Stellenwert, der sich jedoch über die Jahrhunderte hinweg änderte.
Bereits in der Antike wurde über diese Erkrankung berichtet. Hippokrates therapierte seine krankhaften Heißhungerattacken mit einem Glas Wein, er bezeichnete seine Erkrankung als „limos“, was krankhafter Hunger bedeutet.
Im alten Rom vor Christus war das selbstinduzierte Erbrechen nichts unnormales, es wurde sogar kollektiv zelebriert. Bei festlichen Banketten war es üblich, sich vor und während dem Essen zu erbrechen, um genügend Platz im Magen zu schaffen, damit die vielen Gänge auch verzehrt werden konnten.
Im Mittelalter hingegen änderten sich die Essgewohnheiten und die Bedeutung der Nahrung. Die einfache Landbevölkerung musste hart arbeiten, um wenigstens ein Minimum an Nahrung zu erwirtschaften, dabei war Fleisch den reichen Adligen und hohen Kirchenmitgliedern vorbehalten. Der einfachen Bevölkerung waren Genussmittel fremd, sie hatten nur Kartoffeln und Getreide zur Verfügung und kämpften täglich um ihr Überleben. Man kann die Situation sehr gut mit der der heutigen Entwicklungsländer vergleichen.
Das Schönheitsideal ist stark vom Reichtum einer Gemeinschaft geprägt. Je ärmer eine Gesellschaft ist und umso mehr die Menschen für Nahrungsmittel arbeiten müssen, desto höher gestellt sind massigere Körperproportionen. In einer Gesellschafft wie die unsere, in der Wohlstand herrscht, verschiebt sich das Ideal derart, dass schlank sein und eine zierliche Figur haben als attraktiv gilt.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Relevanz gestörten Essverhaltens anhand von Heinrich Hoffmanns „Suppenkasper“ und führt in die Problematik ein, vor allem junge Mädchen im Kontext von Schönheitsidealen und Sozialisierung zu betrachten.
2. Essstörungen im Überblick: Dieses Kapitel definiert Essstörungen und stellt verschiedene Formen wie Anorexia nervosa und Binge-Eating-Disorder vor, wobei Gemeinsamkeiten hinsichtlich der psychischen Ursachen und des Leidensdrucks hervorgehoben werden.
3. Bulimia nervosa bei Mädchen: Hier liegt der Fokus auf der spezifischen Erkrankung der Bulimia nervosa, deren Ursachen, Symptomatik, Folgeschäden sowie diagnostische Verfahren und Therapieansätze detailliert analysiert werden.
4. Präventionsmöglichkeiten von Essstörungen: Das Kapitel widmet sich theoretischen Grundlagen der Prävention und diskutiert verschiedene Programme sowie Kriterien für deren Erfolg im schulischen Kontext.
5. Vorstellung ausgewählter Präventionsprogramme: Es werden zwei konkrete Praxisbeispiele (Mädchenhaus Heidelberg und ein schulisches Trainingsprogramm) im Detail vorgestellt und hinsichtlich ihrer methodischen Ausgestaltung kritisch bewertet.
6. Interventionsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit: Dieses Kapitel verbindet die theoretischen Präventionsansätze mit dem praktischen Handlungsfeld der Sozialen Arbeit, insbesondere unter dem Aspekt der Lebensweltorientierung.
7. Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst die Relevanz eines ganzheitlichen Präventionsansatzes zusammen und betont die Notwendigkeit, sowohl pädagogische Institutionen als auch das soziale Umfeld und die Eltern einzubinden.
Essstörungen, Bulimia nervosa, Anorexia nervosa, Binge-Eating-Disorder, Prävention, Schulsozialarbeit, Mädchenarbeit, Schönheitsideal, Lebenskompetenzförderung, Pubertät, Körperbild, Therapie, Sozialarbeit, Diäten, Psychosomatik.
Die Bachelor-Arbeit thematisiert die Entstehung von Essstörungen, insbesondere der Bulimia nervosa, und untersucht Möglichkeiten, wie junge Mädchen durch präventive Programme und sozialpädagogische Interventionen unterstützt werden können.
Zentrale Themen sind die diagnostischen Kriterien von Essstörungen, die psychologischen und sozialen Ursachen sowie der Vergleich unterschiedlicher Präventionskonzepte in Schulen und Beratungsstellen.
Das primäre Ziel ist es, effektive Wege aufzuzeigen, wie die Prävalenz von Essstörungen durch gezielte, altersgerechte und pädagogisch fundierte Präventionsmaßnahmen gesenkt werden kann.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer deskriptiven Darstellung existierender Präventionsprogramme, ergänzt durch die Reflexion von Praxisansätzen aus der Sozialen Arbeit.
Der Hauptteil gliedert sich in eine medizinisch-psychologische Einordnung der Bulimia nervosa, eine differenzierte Analyse von Risikofaktoren und eine detaillierte Vorstellung und kritische Bewertung spezifischer Präventionsprogramme.
Die wichtigsten Begriffe sind Bulimia nervosa, Prävention, Mädchenarbeit, Sozialarbeit und Lebenskompetenzförderung.
Die Schule wird als zentraler Ort der Prävention gesehen, da hier durch die Schulpflicht alle sozialen Schichten erreicht werden können und ein langfristiges, kontinuierliches Arbeiten möglich ist.
Da Mädchen ein deutlich höheres Risiko aufweisen, an Essstörungen zu erkranken, ist ein geschützter Rahmen ohne männliche Konkurrenz oft förderlicher, um eine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Körperbild zu ermöglichen.
Das Heidelberger Modell ist ein workshop-orientiertes Angebot für Mädchen mit einem eher intimen, prozessorientierten Ansatz, während das schulische Trainingsprogramm fest in den Lehrplan integriert ist und oft koedukativ oder in getrennten Gruppen innerhalb der Schule stattfindet.
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