Bachelorarbeit, 2016
206 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau und Methoden der Arbeit
2. Grundlagen
2.1 Praxisbeispiel Projekt FANO
2.2 Der Architektenwettbewerb
2.2.1 Öffentliche Auftraggeber
2.2.2 Private Auftraggeber
2.2.3 Vergaberechtsnovellierung 2016
2.2.4 Verfahrensablauf
2.3 Kosten
2.3.1 Bedeutung der Kosten im Bauwesen
2.3.2 Kostenplanung
3. System zur Entwurfsanalyse und Bewertung
3.1 Anforderungen an das System
3.2 Vorgehensweise
3.2.1 Konzeption
3.2.2 Aufmaß
3.2.3 Analyse
3.2.4 Kostenermittlung
3.2.5 Nutzwertanalyse
3.3 Benchmark / Nullentwurf
3.4 Darstellung und Auswertung der Entwürfe
3.4.1 Campus Sphere
3.4.2 Living Loop
3.4.3 CO Living
3.4.4 campuS
3.4.5 Couverture
3.4.6 Nuclei
3.4.7 Sphäre Karlsruhe
3.4.8 Spiral
3.4.9 Avocado Living
3.5 Auswertung der Nutzwertanalyse
4. Optimierung
4.1 Ziele der Optimierung
4.2 Vorgehensweise
4.3 Optimierung der ausgewählten Entwürfe
4.3.1 Campus Sphere
4.3.2 CO Living
4.3.3 campuS
4.4 Optimierungsergebnisse
5. Schluss
5.1 Zusammenfassung
5.2 Fazit
5.3 Ausblick
Die Arbeit verfolgt das Ziel, ein standardisiertes, auf verschiedene Bauvorhaben anwendbares Verfahren zur wissenschaftlichen Analyse, Bewertung und Optimierung von Entwurfsplanungen in Architektenwettbewerben zu entwickeln, um den Entscheidungsprozess für Bauherren zu professionalisieren. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, wie architektonisch anspruchsvolle, funktionale und nachhaltige Bauwerke gleichzeitig wirtschaftlich realisiert werden können.
2.3.1 Bedeutung der Kosten im Bauwesen
Bereits in den Schriften von Marcus Vitruvius Pollio (33 bis 14 v. Chr.) wird die Thematik der Baukosten und deren vorherige Schätzung erwähnt. Schon damals wurde vom Architekt ein „Kostenanschlag“ gefordert, um die Summe des voraussichtlichen Kostenaufwandes zu bestimmen. Die enorme Bedeutung einer exakten Kostenprognose wird schon allein dadurch ersichtlich, dass der Planer zu diesen Zeiten mit seinem Privatvermögen haftbar gemacht wurde: „[…] verbleiben nach Uebergabe des Kostenanschlages, aestimatio, an den Magistrat, seine Güter so lange der städtischen Behörde als Pfand, bis er die Bauschöpfung zu Ende geführt hat. […] wird […] mehr als jenes Viertel bei der Arbeit verbraucht [Werden die Baukosten um mehr als 25 % überschritten, Anm. d. Verf.], so entnimmt man das zur Vollendung des Werkes noch nötige Geld aus seinem Vermögen.“
Der Erstellung einer fundierten Kostenplanung kommt auch in der Gegenwart eine zentrale Rolle bei der Abwicklung von Bauvorhaben zu. Kosten sind letztendlich das wesentliche Kriterium für die ökonomische Produktion und Umsetzbarkeit von Gütern und Dienstleistungen.
Bei einer industriellen Fertigung kann aufgrund konstanter Rahmenbedingungen und standardisierten Fertigungsabläufen bereits vor Produktionsbeginn eine zuverlässige Kostenaussage getroffen werden. Somit stehen in der Regel für den Endverbraucher vor Vertragsabschluss sämtliche kostenrelevante Daten zur Verfügung. Diese Informationen können als Grundlage für Investitionsentscheidungen genutzt werden.
Im Gegensatz dazu ist jede Baumaßnahme durch ihre Individualität geprägt. Bauvorhaben zeichnen sich allgemein durch ihren beachtlichen Umfang, lange Fertigungszeiten und zahlreiche Schnittstellen aus. Sie unterliegen einer Vielzahl externer sowie interner Einflussfaktoren und sind generell mit Kostenunsicherheiten behaftet.
Dabei gibt es nicht nur volkswirtschaftliche Einflussgrößen wie Konjunktur und regionales Preisniveau, sondern auch bauspezifische Einflussfaktoren wie bspw. Standortbedingungen, Wetterverhältnisse, Qualität der Planung und Ausschreibung. Eine exakte, allumfassende Aussage zu den Gesamtkosten einer Baumaßnahme ist aufgrund dessen erst nach Abschluss aller Arbeiten möglich.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Spannungsfeld zwischen ökonomischen, konstruktiven und gestalterischen Anforderungen in der Architektur ein und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2. Grundlagen: Hier werden das Praxisbeispiel "Projekt FANO", rechtliche Rahmenbedingungen von Wettbewerben sowie die elementare Bedeutung der Kostenplanung und Kostenkontrolle im Bauwesen erörtert.
3. System zur Entwurfsanalyse und Bewertung: Dieses Kapitel stellt die entwickelte methodische Systematik inklusive Aufmaßregeln, Nutzwertanalyse und Benchmark-Konzept vor und wendet diese auf neun Wettbewerbsentwürfe an.
4. Optimierung: Basierend auf den Analysen werden für ausgewählte Entwürfe Verbesserungspotentiale identifiziert, Maßnahmen abgeleitet und deren Auswirkungen durch eine erneute Evaluierung überprüft.
5. Schluss: Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse, Fazit zur Anwendbarkeit des Systems und ein Ausblick auf mögliche Erweiterungen der methodischen Ansätze.
Architektenwettbewerb, Entwurfsoptimierung, Kostenplanung, Nutzwertanalyse, DIN 277, Baukosten, Flächeneffizienz, Projekt FANO, Immobilienwirtschaft, Vergaberecht, Benchmarking, Nachhaltiges Bauen, Entwurfsplanung, Leistungsphasen HOAI, Gebäudeanalyse.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung eines strukturierten Systems zur Analyse, Bewertung und Optimierung von Entwurfsplanungen, spezifisch für den Kontext von Architektenwettbewerben.
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Kostenplanung, der Flächenausnutzung nach DIN 277, dem Vergaberecht für Architekturleistungen und der Anwendung einer gewichteten Nutzwertanalyse zur Entwurfsbewertung.
Das Ziel ist es, Bauherren und Planern eine objektive Datengrundlage zur Identifizierung der idealen Planungsalternative zu bieten, die neben wirtschaftlichen Kennzahlen auch gestalterische und funktionale Aspekte berücksichtigt.
Neben einer literaturgestützten theoretischen Analyse verwendet die Arbeit eine quantitative Entwurfsanalyse sowie eine multi-kriterielle Nutzwertanalyse, um "harte" (analytische) und "weiche" (gestalterische) Faktoren vergleichbar zu machen.
Im Hauptteil werden zunächst das Praxisprojekt FANO und die Grundlagen von Wettbewerben erläutert, gefolgt von der Entwicklung des Bewertungssystems, der Analyse von neun konkreten Entwürfen und der anschließenden Optimierung der bestplatzierten Varianten.
Charakteristische Begriffe sind unter anderem Architektenwettbewerb, Kostenkennwerte, DIN 277, Flächenwirtschaftlichkeit, Nutzwertanalyse, Optimierungspotentiale und Vergaberecht.
Der Nullentwurf dient als puristisches, rein wirtschaftlich optimiertes Vergleichsmodell, um bei der Bewertung der oft komplexen und anspruchsvollen Architektenentwürfe eine objektive Referenzgröße für Kosten- und Flächeneffizienz zu haben.
Die Optimierung wird durch eine erneute Nutzwertanalyse gemessen, wobei positive Veränderungen (Verbesserungen) grün und negative Veränderungen (Verschlechterungen) rot markiert werden, um den Einfluss der Maßnahmen transparent zu machen.
Der Entwurf "campuS" wurde im Fazit der Arbeit als Gewinnerentwurf gekürt, da er nach der Optimierung eine hervorragende Balance zwischen den untersuchten Kriterien erreichte.
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