Diplomarbeit, 2005
80 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die historische Entstehung der Wanderungsgruppe der Aussiedler
3. Begriffsklärung Kriminalität und Jugendkriminalität
3.1 Kriminalität
3.2 Jugendkriminalität
4. Zur Kriminalität bei jugendlichen Aussiedlern
4.1 Empirische Untersuchungen zur Kriminalität von Aussiedlerjugendlichen
4.2 Aussiedlerkriminalität in Bayern aus Sicht der Polizeilichen Kriminalstatistik der Jahre 1997 – 1998
4.2.1 Straftaten von Aussiedlern
4.2.2 Tatverdächtige nach Altersgruppen
4.2.3 Tatverdächtige nach Geschlecht
4.2.4 Aktuelle Tendenzen der Aussiedlerkriminalität im Jahr 2003
4.3 Zusammenfassung
5. Integrationsbedingungen in der Bundesrepublik
5.1 Migrationsmotive
5.2 Das Deutschlandbild
5.3 Die Aufnahmebedingungen
5.3.1 Die Einwanderung ab Mitte der 80- er Jahre
5.3.2 Die Rahmenbedingungen zu Beginn der 90- er Jahre bis heute
5.4 Eingliederungshilfen für jugendliche Aussiedler
5.4.1 Die Entwicklung der Eingliederungsmaßnahmen
5.4.2 Das Eingliederungsprogramm für jugendliche Aussiedler
5.5 Zusammenfassung
6. Soziokulturelle Prägungen und deren Auswirkung auf die Integrationsprozesse
6.1 Die Lebensverhältnisse der Aussiedlerjugendlichen vor dem ökonomischen und sozialen Hintergrund am Beispiel der Stadt Wolgograd
6.2 Sprache
6.3 Schulische und berufliche Erfahrungen
6.3.1 Schulische Erfahrungen
6.3.2 Berufliche Erfahrungen
6.4 Schulische und berufliche Integration
6.4.1 Aussiedlerjugendliche in allgemein bildenden Schulen
6.4.2 Berufsausbildung und Berufstätigkeit
6.5 Die Bedeutung der Familie
6.5.1 Die Bedeutung der Familie in den Herkunftsländern
6.5.2 Die Bedeutung der Familie im Einwanderungskontext
6.6 Freizeitverhalten jugendlicher Aussiedler
6.6.1 Freizeitverhalten jugendlicher Aussiedler in den Herkunftsländern
6.6.2 Freizeitverhalten jugendlicher Aussiedler im Einwanderungskontext
6.7 Drogenerfahrung
6.8 Gewalterfahrung
6.9 Zusammenfassung
7. Lösungsansätze in der sozialen Arbeit mit straffälligen jugendlichen Aussiedlern
7.1 Aussiedler im Jugendstrafvollzug am Beispiel der JVA Adelsheim
7.2 Voraussetzungen für eine spezifische Aussiedlerpädagogik im Jugendstrafvollzug
7.3 Pädagogische Ansätze zur Integration im Jugendstrafvollzug
8. Fazit
Die Arbeit untersucht, wie und warum sich delinquente Handlungen bei jungen männlichen Aussiedlern entwickeln können. Ziel ist es, einen Beitrag zum Verständnis der Anpassungsschwierigkeiten zu leisten, die durch soziokulturelle Prägungen aus den Herkunftsländern und erschwerte Integrationsbedingungen in Deutschland bedingt sind.
6.1 Die Lebensverhältnisse der Aussiedlerjugendlichen vor dem ökonomischen und sozialen Hintergrund am Beispiel der Stadt Wolgograd
Wolgograd, von 1925 bis 1961 Stalingrad (wissen.de), liegt in der Steppe Südrusslands, unterhalb des Wolgograder Stausees (Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.). Hier leben etwa 100 unterschiedliche Volksgruppen, die unter anderem aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion zugewandert sind, sowie Flüchtlinge, die überwiegend aus den Kriegsgebieten Tschetschenien und Inguschetien stammen. Zu der länger hier lebenden Volksgruppe gehören auch die Wolgadeutschen. Ihre Anzahl hat sich jedoch im letzten Jahrzehnt aufgrund der schlechten ökonomischen Bedingungen halbiert.
Am 1. März 2001 lebten in der Region Wolgograd über 2,6 Mio. Einwohner. 15,7 % der Bevölkerung sind Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis unter 20 Jahren, 14,1 % sind zwischen 20 und 29 Jahren alt. 19,3 % der unter 19-jährigen Jugendlichen waren zu dem benannten Stichtag arbeitslos. Im Jahr 2000 bezogen 5.303 Familien mit 11.082 Kindern Sozialhilfe.
Vergleicht man das Verhältnis registrierter Kriminalität mit der Arbeitslosigkeit, so lässt sich ein Zusammenhang erkennen: Im Jahr 2000 waren mehr als die Hälfte aller Tatverdächtigen (57 %) beim Arbeitsamt arbeitslos gemeldet. Laut der „Kommission zum Schutz der Minderjährigen“ sind im selben Jahr 2.816 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren als Tatverdächtige und 173 als Tatbeteiligte aufgenommen worden. Vor allem in den Bereichen der Eigentums- und Gewaltdelikte sind steigende Tendenzen zu beobachten. Ein dramatischer Anstieg der Gewalt fand vor allem in den Schulen und Berufsschulen statt. Von 1664 Delikten wurden allein 859 Delikte von 10- 17-jährigen begangen.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Herausforderungen bei der Integration junger Aussiedler und stellt die Forschungsfrage zur Entwicklung delinquenter Handlungen.
2. Die historische Entstehung der Wanderungsgruppe der Aussiedler: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über die deutsche Ansiedlung in Osteuropa und die darauf folgende Rückwanderung.
3. Begriffsklärung Kriminalität und Jugendkriminalität: Hier werden die zentralen Begriffe Kriminalität und Jugendkriminalität definiert und für die Arbeit konkretisiert.
4. Zur Kriminalität bei jugendlichen Aussiedlern: Dieses Kapitel analysiert anhand empirischer Daten der bayerischen Polizei die Kriminalitätsstruktur bei Aussiedlerjugendlichen.
5. Integrationsbedingungen in der Bundesrepublik: Die Rahmenbedingungen und gesetzlichen Anforderungen für die Integration der Spätaussiedler in Deutschland werden erläutert.
6. Soziokulturelle Prägungen und deren Auswirkung auf die Integrationsprozesse: Es wird untersucht, wie soziokulturelle Hintergründe, Erziehung und Alltagserfahrungen die Integration beeinflussen.
7. Lösungsansätze in der sozialen Arbeit mit straffälligen jugendlichen Aussiedlern: Das Kapitel befasst sich mit pädagogischen Strategien und Voraussetzungen für eine spezifische Aussiedlerpädagogik im Jugendstrafvollzug.
8. Fazit: Die Ergebnisse der Arbeit werden zusammengefasst und die Bedeutung interkultureller Kompetenz für die Sozialarbeit hervorgehoben.
Aussiedler, Spätaussiedler, Jugendkriminalität, Integration, Migration, Soziale Arbeit, Jugendstrafvollzug, Herkunftskultur, interkulturelle Kompetenz, Prävention, Russlanddeutsche, Sozialisation, Straffälligkeit, Erziehung, Identitätsfindung.
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik von Kriminalität bei jugendlichen Spätaussiedlern aus den GUS-Staaten und diskutiert die Herausforderungen für die soziale Arbeit.
Zentrale Felder sind die historische Entstehung dieser Bevölkerungsgruppe, die Integrationsbedingungen in Deutschland, der Einfluss soziokultureller Prägungen sowie pädagogische Lösungsansätze im Kontext des Jugendstrafvollzugs.
Das Ziel ist, einen Beitrag zum Verständnis zu leisten, wie und warum sich delinquente Handlungen bei jungen männlichen Aussiedlern entwickeln, um darauf basierend pädagogische Handlungsoptionen aufzuzeigen.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung bestehender empirischer Studien und Polizeilicher Kriminalstatistiken, um die soziale Situation und die Kriminalitätsstruktur abzubilden.
Der Hauptteil analysiert die soziokulturellen Faktoren wie Familie, Sprache, Bildung und Freizeitverhalten sowie deren Auswirkungen auf die Integration und den Einfluss von Kriminalitäts- und Gewalterfahrungen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Aussiedler, Integration, Jugendkriminalität, interkulturelle Pädagogik und soziale Arbeit in einem komplexen Migrationskontext charakterisiert.
Die Autorin hebt hervor, dass mangelnde Sprachkenntnisse sowohl die schulische als auch die berufliche Teilhabe massiv behindern und somit zu einer sozialen Marginalisierung führen.
Die Familie fungiert als wichtigster emotionaler Bezugspunkt, steht jedoch oft im Konflikt mit den neuen individuellen Freiheiten und gesellschaftlichen Erwartungen in Deutschland, was zu einem Autoritätsverlust der Eltern führen kann.
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