Bachelorarbeit, 2015
84 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
3. Rassismus
3.1 Determinationen von Rassismus
3.2 Rassismus-Theorien
3.2.1 Formen und Ebenen des Rassismus
3.2.1.1 Rassismus und Sprache
3.2.1.2 Sekundärer Rassismus
3.3 Ausländer- und Fremdenfeindlichkeit
3.4 Ursachen von Rassismus
3.5 Strategien gegen Rassismus
3.6 Rassismussensible Perspektive
4. Die Kinder- und Jugendhilfe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
4.1 Der rechtliche Rahmen
4.1.1 Das Kinder- und Jugendhilfegesetz
4.1.2 Die UN-Kinderrechtskonvention
4.1.3 Das Ausländerrecht
4.2 Die Inobhutnahme als Beginn in der Jugendhilfe
4.2.1 Das Clearingverfahren
4.2.1.1 Die Altersfeststellung
4.2.2 Die Vormundschaft
4.3 Die Heimerziehung im Rahmen der Hilfen zur Erziehung
4.3.1 Monoethnische und Multiethnische Gruppen
4.3.2 Integrierte Gruppenformen
4.4 Sonstige Unterbringungsformen
4.4.1 Asylbewerberaufnahmeeinrichtungen und Wohncontainer
4.5 Hilfen für junge Volljährige
4.6 Interkulturelle Kompetenz
4.7 Der Begriff der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlings
5. Schlussbetrachtung und Anregungen
Die Arbeit untersucht die Tätigkeit der Kinder- und Jugendhilfe im Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (umF) unter dem spezifischen Fokus auf rassismussensible Aspekte. Dabei wird analysiert, inwieweit die Institutionen der Jugendhilfe durch Strukturen oder professionelles Handeln rassistische Mechanismen reproduzieren und wie eine rassismussensible Praxis implementiert werden kann, um Diskriminierungen entgegenzuwirken.
3.6 Rassismussensible Perspektive
Durch die aufgezeigte Vielfältigkeit von Rassismus ist es ein Anliegen, einen leitenden Handlungsplan zu entwickeln, der es zulässt, die Theorie des Rassismus mit der Praxis zu verknüpfen. Demnach soll anhand der zuvor dargelegten Fundierung >>rassismussensible Perspektive<< erarbeitet werden. Dieser Ausdruck setzt sich aus drei unterschiedlichen Worten zusammen, was demnach auch verschiedene Aussagen impliziert. (1.) Rassismus, (2.) Sensibel und (3.) Perspektive. Diese sollen folgend erläutert und in Zusammenhang gebracht werden.
(1.) Rassismus: Durch die bereits thematisierten verschiedenen Verständnisse von Rassismus sollen nun die für diese Ausführungen als wichtig erachteten Merkmale benannt werden. Dies erfolgt chronologisch zu den zuvor erarbeiteten Aspekten. Demnach wird nicht nur die Differenz von Menschen in Bezug auf >>Rassen<< dem Rassismus zugrunde gelegt (vgl. Miles 2000), sondern auch die (negative und positive) Unterscheidung ethnischer und kultureller Eigenschaften bzw. Umgangsformen, sowie das Zusammenspiel derer in der natio-ethno-kulturellen Determination, die als statisch betrachtet werden und Individuen auf diese reduzieren (vgl. Terkessidis 1998/Mecheril 2004) (vgl. 3.2). Um die Rassismus-Theorien in ihren Kernpunkten zusammenzufassen, wird anlehnend an die Ausführungen (vgl. 3.2) folgend eine eigene Rassismus-Definition festgelegt:
Rassismus ist die Konstruktion einer Differenz zwischen >>Uns<< und den >>Anderen<< anhand vermeintlicher Unterschiede (biologisch, ethnisch, kulturell oder natio-ethno-kulturell), welche eine machtvolle und bewertende Hierarchie zwischen diesen Gruppen beinhaltet, die diese Unterscheidung legitimiert und die in der Praxis durch vielfältige Diskriminierungen bewältigt werden kann.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die vulnerable Lebenssituation unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge ein und formuliert das Anliegen, die Kinder- und Jugendhilfe auf rassistische Tendenzen zu untersuchen.
2. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge: Dieses Kapitel skizziert die aktuelle Situation, rechtliche Einordnung und die besonderen Herausforderungen, denen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Deutschland gegenüberstehen.
3. Rassismus: Hier werden theoretische Grundlagen des Rassismus erarbeitet, einschließlich Definitionen, Theorien, Ursachen und Strategien, um eine rassismussensible Basis zu schaffen.
4. Die Kinder- und Jugendhilfe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge: Das Hauptkapitel wendet die rassismussensible Perspektive konkret auf verschiedene Handlungsfelder der Jugendhilfe, wie Inobhutnahme, Clearingverfahren und Heimerziehung, an.
5. Schlussbetrachtung und Anregungen: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und gibt konkrete Empfehlungen für eine rassismussensible Praxis in der Kinder- und Jugendhilfe.
Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, umF, Kinder- und Jugendhilfe, Rassismus, Rassismussensible Perspektive, Diskriminierung, Inobhutnahme, Clearingverfahren, Heimerziehung, Soziale Arbeit, Institutioneller Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Kindeswohl, Diversität, Machtstrukturen.
Die Arbeit setzt sich kritisch mit der Rolle der deutschen Kinder- und Jugendhilfe im Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen auseinander, wobei ein besonderer Fokus auf die Identifikation und den Abbau von rassistischen Strukturen gelegt wird.
Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition und Erscheinungsformen von Rassismus, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Jugendhilfe sowie die pädagogische Praxis bei der Aufnahme und Betreuung von Flüchtlingskindern.
Das primäre Ziel ist es, ein besseres Verständnis für Rassismus innerhalb der Jugendhilfe zu schaffen und daraus einen rassismussensiblen Handlungsplan für die Praxis zu entwickeln.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der kritischen Reflexion bestehender Theorien zum Rassismus und zu institutionellen Strukturen basiert.
Der Hauptteil analysiert konkrete Praxisfelder wie das Clearingverfahren, die Altersfeststellung und verschiedene Unterbringungsformen in der Heimerziehung hinsichtlich ihrer potenziell diskriminierenden Wirkungsweise.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (umF), Rassismus, Kinder- und Jugendhilfe, Diskriminierung und rassismussensible Perspektive charakterisiert.
Die Altersfeststellung wird als Instrument kritisiert, das zur hierarchischen Unterscheidung zwischen "echten" und "anderen" Jugendlichen genutzt werden kann und somit eine Form von institutionellem Rassismus darstellen kann.
Die Inobhutnahme wird insofern kritisch hinterfragt, als sie nicht selten in ausgrenzenden oder unterversorgten Unterbringungsformen stattfindet, die dem Kindeswohl und dem Anspruch auf Gleichbehandlung entgegenstehen können.
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