Bachelorarbeit, 2016
42 Seiten
1 Einleitung
2 Der Begriff Gewalt und sein Bezug zum Film
3 Sklaverei: Historischer Abriss und Medienbezug
4 Quentin Tarantino und Django Unchained
4.1 Quentin Tarantino
4.2 Django Unchained
4.2.1 Entstehung und Inhalt
4.2.2 Gewalt an Sklaven
4.2.3 Gewalt an Sklavenhändlern
4.2.4 Situative Komik
4.2.5 Symbolik und Motive
4.3 Zwischenfazit
5 Steve McQueen und 12 Years a Slave
5.1 Steve McQueen
5.2 12 Years a Slave
5.2.1 Inhalt
5.2.2 Gewalt in Echtzeit
5.2.3 Psychische Gewalt
5.2.4 Idylle und Leid
5.3 Zwischenfazit
6 Fazit
Diese Abschlussarbeit untersucht, wie das Motiv der Gewalt in den Filmen Django Unchained (2012) und 12 Years a Slave (2013) filmästhetisch verarbeitet und inszeniert wird, um die Thematik der Sklaverei im 19. Jahrhundert darzustellen.
4.2.2 Gewalt an Sklaven
Der Gewaltakt bedarf einer Einteilung in zwei Kategorien: Zum einen die Gewalt die an Sklaven ausgeübt, sowie die Gewalt, die an den Weißen verrichtet wird. Je nachdem von welcher Seite aus Gewalt ausgeführt wird, ändern sich dabei Kameraeinstellung, Musik und Dramatik.
Schon in der Eingangsszene, eingebettet in die Django-Titelmelodie und untermalt von Peitschenknallen, erhält der Zuschauer einen erbarmungslosen Einblick in die Gewalt des Films: In einem nächtlichen Marsch müssen aneinander gefesselte Sklaven, Barfuß und ohne Bekleidung, begleitet von zwei Sklavenhaltern, einen langen Weg durch einen Wald zurück legen. In nahen und halbnahen Einstellungen werden dabei abwechselnd die schmerzverzerrten und ausgemergelten Gesichter der Sklaven und ihre teils offenen, vernarbten Rücken gezeigt. Erkennbar sind dabei mehrere Zentimeter lange Striemen, die sich kreuzartig über die Haut ziehen. Dieses Bild zieht sich dabei wie ein roter Faden durch den gesamten Film. Es zeigt vergangene Gewaltakte der Sklavenhalter an den Sklaven, die (wie später im Film auch noch direkt verdeutlicht wird) durch Peitschenhiebe versetzt wurden. Der vernarbte Rücken kann dabei als eine Art "Brandzeichen" für jeden Sklaven im Film festgemacht werden. Auf die Spitze getrieben wird dieses Motiv, wenn der Plantagenbesitzer und Sklavenhalter Calvin Candie das vermeintliche Interesse an Dr. King Schultz und Django an seinen Sklavenkämpfern als Fars entlarvt und daraufhin als Provokation Broomhildas Rücken vor den „Gästen“ frei-legt. Dabei wird Broomhilda von Candie auf gewalttätige Art und Weise als regelrechte Trophäe inszeniert, die seine „Initialen“ auf dem Rücken trägt.
Eine visuelle Analogie zu den vernarbten Striemen der Peitschenhiebe, ist auch in einigen späteren Szenen festzumachen, als Schultz’ Leiche mit einem zerschundenen Rücken gezeigt wird, der im Film nun nicht mehr nur ein Erkennungsmerkmal der Sklaven ist, sondern als generelle Gewaltauswirkungen von Sklavenhändlern wie Candie gesehen werden kann. Dabei zeigt Django Unchained durch solche unmittelbaren Szenen wie grausam, menschenverachtend und niederträchtig Sklavenhändler gehandelt haben.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Gewalt im Film ein, benennt die untersuchten Werke und formuliert die zentrale Forschungsfrage sowie die Arbeitsthese.
2 Der Begriff Gewalt und sein Bezug zum Film: Dieses Kapitel erarbeitet eine theoretische Basis und differenziert zwischen verschiedenen Formen von Gewalt sowie deren medialer Darstellung.
3 Sklaverei: Historischer Abriss und Medienbezug: Hier wird der historische Kontext der Sklaverei beleuchtet und deren Behandlung in Literatur und Film kritisch betrachtet.
4 Quentin Tarantino und Django Unchained: Das Kapitel analysiert den Regisseur Quentin Tarantino sowie die filmästhetische Umsetzung von Gewalt in Django Unchained, wobei insbesondere die Genremischung und der Unterhaltungsaspekt im Vordergrund stehen.
5 Steve McQueen und 12 Years a Slave: Die Analyse konzentriert sich auf den Regisseur Steve McQueen und die realistische, leidvolle Darstellung von Sklaverei in 12 Years a Slave.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, vergleicht die unterschiedlichen Inszenierungsansätze der Regisseure und bestätigt die Arbeitsthese.
Sklaverei, Gewalt, Filmwissenschaft, Django Unchained, 12 Years a Slave, Quentin Tarantino, Steve McQueen, Gewaltdarstellung, Filmanalyse, Rassismus, Mediale Inszenierung, Filmästhetik, Unterhaltungsfilm, Authentizität, Historischer Film.
Die Arbeit befasst sich mit der filmästhetischen Darstellung des Motivs Gewalt in den Spielfilmen Django Unchained und 12 Years a Slave vor dem historischen Hintergrund der amerikanischen Sklaverei.
Die zentralen Themen sind die filmische Inszenierung von Gewalt, der Kontrast zwischen Unterhaltung und Realismus sowie die historische Aufarbeitung von Sklaverei im Medium Film.
Es wird untersucht, wie die Regisseure Quentin Tarantino und Steve McQueen das Motiv Gewalt unterschiedlich verarbeiten und welche Ähnlichkeiten oder Differenzen sich in ihren Filmwerken zeigen.
Die Arbeit stützt sich auf eine filmanalytische Perspektive, die insbesondere die Mise-en-Scène, Kameraeinstellungen, Montage sowie den Einsatz von Symbolik und Musik einbezieht.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Quentin Tarantinos Django Unchained und Steve McQueens 12 Years a Slave, wobei jeweils der Regiestil, der Inhalt, die verschiedenen Gewaltformen und die filmische Symbolik analysiert werden.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sklaverei, Gewalt, Filmanalyse, Filmästhetik, Rassismus und Authentizität charakterisieren.
Tarantino nutzt Gewalt häufig als überzeichnetes Unterhaltungsmittel und kombiniert sie mit schwarzem Humor, während McQueen Gewalt realistisch, schmerzhaft und ohne aufhellende komische Elemente inszeniert.
Sprache wird bei Tarantino als Stilmittel zur Provokation und zur Charakterisierung genutzt, wobei das Wort „nigger“ gezielt eingesetzt wird, um die Figuren moralisch zu verorten oder zu entlarven.
McQueen nutzt diesen Kontrast, um die Brutalität und das Ausmaß der Sklaverei zu intensivieren und den Zuschauer emotional stärker zu involvieren, indem er friedliche Naturbilder direkt neben Folterszenen stellt.
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