Bachelorarbeit, 2016
54 Seiten, Note: 1,0 ( sehr gut, 18 Punkte )
Vorbemerkung
A. AGB-Kontrolle von Klauseln über die Rückzahlung von Aus- und Fortbildungskosten
I. Die Notwendigkeit der AGB- Kontrolle
II. Schutzwirkung des AGB-Kontrollrechts auf Arbeitsverträge
III. Bedeutung und Ziel von Klauseln über die Rückzahlung von Aus- und Fortbildungskosten
IV. Die AGB- Kontrolle von Klauseln über die Rückzahlung von Aus- und Fortbildungskosten
1. Eröffnung des Anwendungsbereichs einer AGB-Kontrolle auf Rückzahlungsklauseln
2. Einbeziehung - Rückzahlungsklausel muss Vertragsinhalt geworden sein
3. Vorrang individueller Vertragsabrede, § 305b BGB
4. Prüfungsumfang bei Rückzahlungsklauseln
5. Inhaltskontrolle von Rückzahlungsklauseln gem. § 307 I 1 BGB
6. Transparenzgebot
B. Rechtsfolgen im Falle der Unwirksamkeit von Klauseln über die Rückzahlung von Aus- und Fortbildungskosten
I. Das Rechtsfolgensystem des § 306 BGB
II. § 306 I BGB
1. Teilbarkeit von AGB mittels „blue-pencil-Test“
2. Die Anwendung des „blue-pencil-Tests“ auf Klauseln über die Rückzahlung von Aus- und Fortbildungskosten
III. 306 II BGB
1. Lückenfüllung durch „Gesetzesrecht“
2. Lückenfüllung durch „eine vom Richter zu schaffende sachgerechte Regelung“, der ergänzende Vertragsauslegung
IV. § 306 III BGB
C. Fazit
Die Arbeit untersucht die AGB-Kontrolle von Rückzahlungsklauseln für Aus- und Fortbildungskosten im Arbeitsrecht sowie die daraus resultierenden Rechtsfolgen im Falle ihrer Unwirksamkeit, mit einem besonderen Fokus auf die Rolle der Redlichkeit des Arbeitgebers bei der ergänzenden Vertragsauslegung.
Die Notwendigkeit der AGB- Kontrolle
Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) kommen für die rechtliche Formung von Verträgen im Ablauf des modernen Wirtschaftsgeschehens überragende Bedeutung zu. Die AGB-Kontrolle hat zum Ziel, den Vertragsteil, der AGB unterworfen wird, vor unangemessenen, einseitig vorformulierten Vertragsbedingungen zu schützen.
Der Grundbaustein des Bürgerlichen Rechts ist die Privatautonomie, dessen Ausprägung die Vertragsfreiheit ist. Demnach entscheidet grundsätzlich jeder selbst darüber, ob er einen Vertrag eingehen will und welchen Inhalt der Vertrag haben soll. Allerdings darf die Vertragsfreiheit nicht in einer Art und Weise ausgeübt werden, mit der die eigenen Interessen vorrangig gegenüber den Vertragspartnern durchgesetzt werden. Das Durchsetzen eigener Interessen, unter schwer erträglicher Verdrängung, bisweilen sogar elementarer Missachtung der Grundsätze der Vertragsfreiheit und Vertragsgerechtigkeit soll nicht zu Lasten derjenigen gehen, die solchen vorformulierten Bedingungswerken unterworfen werden.
Arbeitnehmer befinden sich beim Abschluss von Arbeitsverträgen typischerweise in einer Situation struktureller Unterlegenheit.
Vorbemerkung: Einführung in die Problematik der Rückzahlung von Fortbildungskosten und Zielsetzung der Arbeit.
A. AGB-Kontrolle von Klauseln über die Rückzahlung von Aus- und Fortbildungskosten: Analyse der Notwendigkeit und Anwendung der AGB-Kontrolle auf Rückzahlungsklauseln im Arbeitsrecht.
B. Rechtsfolgen im Falle der Unwirksamkeit von Klauseln über die Rückzahlung von Aus- und Fortbildungskosten: Untersuchung der Rechtsfolgen nach § 306 BGB, insbesondere zur Teilbarkeit und ergänzenden Vertragsauslegung.
C. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Rechtsprechung und Entwicklung von Reformvorschlägen zur fairen Lastenverteilung.
AGB-Kontrolle, Rückzahlungsklausel, Fortbildungskosten, Arbeitsrecht, Vertragsfreiheit, Privatautonomie, Angemessenheitskontrolle, blue-pencil-Test, ergänzende Vertragsauslegung, geltungserhaltende Reduktion, Redlichkeit, Bindungsdauer, § 306 BGB, Unzumutbare Härte, Arbeitnehmerschutz
Die Arbeit behandelt die rechtliche Zulässigkeit und Kontrolle von Klauseln in Arbeitsverträgen, die Arbeitnehmer zur Rückzahlung von Kosten für Aus- und Fortbildungen verpflichten, wenn sie das Unternehmen vorzeitig verlassen.
Die Schwerpunkte liegen auf der AGB-rechtlichen Kontrolle dieser Klauseln, der Angemessenheitsprüfung der Bindungsdauer sowie den Rechtsfolgen, die eintreten, wenn eine solche Klausel gerichtlich für unwirksam erklärt wird.
Ziel ist es, den aktuellen Stand der Rechtsprechung darzustellen, Lücken bei der Kontrolle dieser Klauseln aufzudecken und Thesen zu entwickeln, wie diese Lücken unter Wahrung der Interessen beider Parteien geschlossen werden können.
Es erfolgt eine fundierte juristische Analyse der einschlägigen BGB-Vorschriften (§§ 305 ff. BGB) sowie eine systematische Auswertung der höchstrichterlichen Rechtsprechung und einschlägiger arbeitsrechtlicher Literatur.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Prüfung der Zulässigkeit von Rückzahlungsklauseln (AGB-Kontrolle) und eine tiefgehende Untersuchung der Rechtsfolgen bei deren Unwirksamkeit (Rechtsfolgensystem des § 306 BGB).
Wichtige Begriffe sind AGB-Kontrolle, Rückzahlungsklausel, Fortbildungskosten, Arbeitnehmerschutz, Redlichkeit des Arbeitgebers und ergänzende Vertragsauslegung.
Der Test dient dazu, in einer Klausel den unwirksamen Teil von dem wirksamen Teil abzutrennen, ohne den Sinn der Regelung zu zerstören, um so die Teilwirksamkeit einer Bestimmung zu ermitteln.
Der Autor argumentiert, dass die Redlichkeit des Arbeitgebers bei der Gestaltung von AGB das ausschlaggebende Kriterium dafür sein sollte, ob eine Vertragslücke durch eine ergänzende Vertragsauslegung gefüllt werden darf oder nicht.
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