Masterarbeit, 2016
96 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Rituale im Sportunterricht
2.1 Handlungsorientierungen von Sportlehrkräften
2.2 Die pädagogische Bedeutung von Ritualen
2.3 Möglichkeiten des Einsatzes von Ritualen im Sportunterricht an Grundschulen
3. Deutungen des differenzanalytischen Forschungsansatzes
3.1 Zur Genese differenzanalytischer Forschung in der Sportpädagogik
3.2 Differenzstudien: Empirie des Normativen
4. Empirischer Teil – Durchführung einer Differenzanalyse
4.1 Anspruchsebene auf unterrichtspraktischer Ebene
4.1.1 Interviews mit zwei studierten und zwei fachfremden Sportlehrkräften
4.2 Wirklichkeitsanalyse
4.3 Differenzen untersuchen
4.4 Vertikale Betrachtung
4.4.1 Differenzanalyse für Lehrkraft 1 mit Facultas
4.4.2 Differenzanalyse für Lehrkraft 2 mit Facultas
4.4.3 Differenzanalyse für Lehrkraft 1 ohne Facultas
4.4.4 Differenzanalyse für Lehrkraft 2 ohne Facultas
4.5 Horizontale Betrachtung
5. Zusammenfassende Stellungnahme und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Diskrepanz zwischen pädagogischen Ansprüchen von Lehrkräften und der tatsächlichen Umsetzung von Ritualen im Sportunterricht an Grundschulen mittels einer differenzanalytischen Untersuchung.
2.2 Die pädagogische Bedeutung von Ritualen
„Ein Ritual ist eine Reihenfolge stilisierten sozialen Verhaltens, das von normaler Interaktion durch seine besonderen Fähigkeiten unterschieden werden kann, die es ermöglichen, die Aufmerksamkeit seiner Zuschauer – seiner Gemeinde – seines Publikums – auf sich zu ziehen und welche die Zuschauer dazu bringt, das Ritual als ein besonderes Ereignis, das an einem besonderen Ort und/oder zu einer besonderen Zeit, zu einem besonderen Anlass und/oder mit einer besonderen Botschaft ausgeführt wird, wahrzunehmen. Dies wird dadurch erreicht, dass das Ritual geeignete (…) Kernsymbole benutzt.“ (Bellinger & Krieger 2013).
Für das alltägliche Funktionieren von Schule und Unterricht im Allgemeinen sind Rituale unverzichtbar. Rituale, definiert als regelmäßige, wiederkehrende Handlungsmuster, die nach vorhersagbaren und bekannten Strukturen verlaufen, geben Halt, Orientierung, Kraft und Schutz (vgl. Klink, 2013, S. 7). Wiederkehrende Handlungen vermitteln darüber hinaus ein Gefühl von Vertrautheit, Verlässlichkeit und Sicherheit (vgl. Hummel & Krüger, 2015). Der Umgang miteinander wird erleichtert und entlastet, speziell zwischen Schülern und Lehrern.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Differenz zwischen normativem Anspruch und schulischer Wirklichkeit im Sportunterricht ein und skizziert das Forschungsdesign.
2. Rituale im Sportunterricht: Dieses Kapitel erläutert Handlungsorientierungen von Lehrkräften, die pädagogische Relevanz von Ritualen und deren spezifische Einsatzmöglichkeiten im Grundschulsport.
3. Deutungen des differenzanalytischen Forschungsansatzes: Es wird die Genese der differenzanalytischen Forschung in der Sportpädagogik dargestellt und die Empirie des Normativen diskutiert.
4. Empirischer Teil – Durchführung einer Differenzanalyse: Das Kernstück der Arbeit, in dem vier differenzanalytische Fallstudien (vertikal und horizontal) zu den Ritualen verschiedener Lehrkräfte durchgeführt und ausgewertet werden.
5. Zusammenfassende Stellungnahme und Ausblick: Hier werden die Ergebnisse der Analysen synthetisiert und ein Ausblick auf weiterführende Forschung gegeben.
Sportunterricht, Rituale, Grundschule, Differenzanalyse, Anspruch, Wirklichkeit, Sportpädagogik, Lehrkraft, Handlungsorientierung, Schülerbefragung, Beobachtungsanalyse, Schulsport, Kompetenz, Unterrichtsstrukturierung.
Die Masterarbeit befasst sich mit der Analyse von Ritualen im Sportunterricht an Grundschulen und untersucht, inwiefern die Vorstellungen der Lehrkräfte (Anspruch) mit der tatsächlichen Praxis (Wirklichkeit) übereinstimmen.
Die zentralen Felder sind die pädagogische Funktion von Ritualen, die Differenzanalyse als wissenschaftliche Methode und die Vergleiche zwischen verschiedenen Lehrertypen (mit vs. ohne Facultas).
Ziel ist es, Diskrepanzen zwischen dem pädagogischen Handlungsanspruch der Lehrkräfte und der tatsächlichen Durchführung von Ritualen im Sportunterricht empirisch zu identifizieren und zu interpretieren.
Es wurde ein differenzanalytischer Forschungsansatz angewandt, der durch Experteninterviews, strukturierte Unterrichtsbeobachtungen und Schülerfragebögen mittels Likert-Skalen methodisch trianguliert wurde.
Der Hauptteil widmet sich der konkreten Durchführung der Differenzanalyse an vier Fallbeispielen, unterteilt in Lehrkräfte mit und ohne Sport-Facultas, sowie einer horizontalen Betrachtung der Ergebnisse.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Rituale", "Differenzanalyse", "Anspruch", "Wirklichkeit", "Sportpädagogik" und "unterrichtspraktische Ebene" bestimmt.
Studierte Lehrkräfte begründen den Einsatz ihrer Rituale meist fachlich fundierter und differenzierter, während fachfremde Lehrkräfte Rituale oft intuitiver einsetzen, wobei die Qualität der rituellen Strukturierung bei den studierten Lehrkräften tendenziell höher bewertet wird.
Die Lehrkräfte werden im Rahmen der Arbeit reflektiert, wobei Empfehlungen gegeben werden, wie sie die festgestellten Differenzen zwischen Anspruch und Wirklichkeit durch Anpassung oder Beibehaltung der Rituale handhaben können.
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