Masterarbeit, 2015
112 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Überblick: Die deutsch-türkischen Beziehungen vor 1933
3. Die Beziehungen zwischen dem Dritten Reich und der Türkei 1933-1939
3.1 Zivile Zusammenarbeit
3.2 Militärische Zusammenarbeit
3.3 Deutsche Exilanten in der Türkei
3.4 Zwischen Kulturaustausch und Propaganda: Deutscher Einfluss in der Türkei
3.5 Der gegenseitige Einfluss auf die Außenpolitik
4. Die Beziehungen zwischen dem Dritten Reich und der Türkei 1939-1945
4.1 Zivile Zusammenarbeit
4.2 Militärische Zusammenarbeit
4.3 Exilanten und Kriegsflüchtlinge in der Türkei
4.4 Deutsche Propaganda in der Türkei
4.5 Die deutsche und türkische Außenpolitik und ihre Zusammenhänge
4.5.1 Türkischer Kriegseintritt oder nicht?
4.5.2 Der deutsch-türkische Freundschaftsvertrag vom 18. Juni 1941
4.5.3 Der türkische Turanismus vor und nach der Kriegswende
4.5.4 Türkische Verhandlungen mit den Alliierten
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Handlungsbereiche und die gegenseitigen Auswirkungen der deutsch-türkischen Beziehungen in der Zeit von 1933 bis 1945. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die Türkei trotz nationalsozialistischer Einflussnahme auf ziviler, militärischer und kultureller Ebene sowie des politischen Drucks ihren außenpolitischen Kurs zwischen Annäherung und Distanz wahren konnte.
3.3 Deutsche Exilanten in der Türkei
Nach der Machtübernahme und der Politik Hitlers wurden viele deutsche Wissenschaftler aus ihrer Arbeit entlassen sowie des Landes verwiesen. Deshalb entstand 1933 in Zürich die „Notgemeinschaft Deutscher Wissenschaftler“ durch den ehemaligen deutschen Professor Phillip Schwartz. Zur selben Zeit war die türkische Regierung durch die gesetzten Ziele ihres Präsidenten Atatürk bestrebt, eine Universitätsreform in die Wege zu leiten. Die „Darülfünun“ (Übers.: Das Tor der Wissenschaften) wurde am 31. Mai 1933 geschlossen, um mit ihrer Neueröffnung als „Istanbul Üniversitesi“ eine modernere und dem westlichen Bildungsstandart angelehnte Universität zu bilden.
Was in der Türkei nun am dringendsten benötigt wurde, waren europäische Akademiker, um das Ziel der neuen Universität zu erreichen. Der türkische Bildungsminister Reşit Galip sprach aus diesem Grund mit dem Vorsitzenden der Notgemeinschaft Deutscher Wissenschaftler Phillip Schwartz. Schwartz hörte von den Bemühungen des Schweizer Pädagogen Albert Malche, welcher von der türkischen Regierung beauftragt wurde, die Gründung der Universität in Istanbul in die Wege zu leiten. Auf Malches Anfrage hin reiste Schwartz nach Istanbul. Nach einer neun-stündigen Unterredung, wurden allein in die Universität in Istanbul 30 Professoren vermittelt und vertraglich für fünf Jahre eingestellt. Mit der Formulierung des Professors Fritz Neumark erfolgte an diesem Tag das „deutsch-türkische Wunder“. Sogar in Konzentrationslager verschleppte Professoren konnten auf türkische Anfragen hin entlassen werden, um ihren Dienst in der Türkei aufnehmen zu können. Die Verwandten der Professoren wurden ebenfalls durch türkische Bitten freigelassen. Danach besuchte Schwartz auch den Hygieneminister Refik Saydam, welcher ebenfalls Professoren für ein Hygieneinstitut sowie ein Krankenhaus in Ankara suchte. In einem zweiten Besuch in Istanbul konnte Schwartz für weitere Hochschulen Arbeitsplätze für die geflüchteten Akademiker sichern. Diese Entwicklung führte im Wintersemester 1933/34 zu 82 deutschen Hochschullehrern in der Türkei, dazu noch 70-100 Assistenten, Lektoren sowie medizinisches und technisches Personal. Die Reisekosten wurden von türkischer Seite gedeckt.
1. Einleitung: Definition des Themas, Vorstellung des Forschungsstands sowie Erläuterung der Problemstellung und methodischen Vorgehensweise.
2. Überblick: Die deutsch-türkischen Beziehungen vor 1933: Historischer Rückblick auf die Handels- und Militärbeziehungen seit dem 15. Jahrhundert bis zum Beginn des Nationalsozialismus.
3. Die Beziehungen zwischen dem Dritten Reich und der Türkei 1933-1939: Analyse der zivilen und militärischen Zusammenarbeit, der Rolle der Exilanten sowie des kulturellen Einflusses und der Propaganda bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.
4. Die Beziehungen zwischen dem Dritten Reich und der Türkei 1939-1945: Untersuchung der wirtschaftlichen und militärischen Dynamiken während des Krieges, der Flüchtlingsfrage und der außenpolitischen Zusammenhänge, inklusive des Freundschaftsvertrags und des Turanismus.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des deutsch-türkischen Verhältnisses und der türkischen Balance zwischen den politischen Blöcken.
Deutschland, Türkei, Nationalsozialismus, Außenpolitik, Wirtschaftskooperation, Turanismus, Exilanten, Zweiter Weltkrieg, Propaganda, Clearingvertrag, Diplomatie, Rüstungsindustrie, Neutralitätspolitik, Minderheiten, Industriereform.
Die Arbeit analysiert die deutsch-türkischen Beziehungen im Zeitraum zwischen 1933 und 1945, wobei der Fokus auf den Handlungsbereichen Wirtschaft, Militär, Kultur und Politik liegt.
Zentrale Themen sind die wirtschaftliche Zusammenarbeit, der Einsatz deutscher Exilanten in der türkischen Bildungsreform, nationalsozialistische Propagandabemühungen sowie die türkische Neutralitätspolitik während des Zweiten Weltkriegs.
Ziel ist es zu klären, wie die Türkei ihre Beziehungen zum Dritten Reich gestaltete und wie sie trotz intensiver deutscher Einflussnahme ihre Souveränität zu wahren versuchte.
Es handelt sich um eine geschichtswissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung von Quellen (insbesondere Akten des Auswärtigen Amtes) und relevanter deutsch- und türkischsprachiger Forschungsliteratur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch in die Phasen 1933-1939 und 1939-1945 und untersucht detailliert die zivile und militärische Zusammenarbeit, die Exilantenproblematik, kulturelle Einflussversuche sowie die außenpolitischen Strategien beider Länder.
Wichtige Begriffe sind Nationalsozialismus, deutsch-türkische Beziehungen, Neutralitätspolitik, Wirtschaftsbeziehungen, Turanismus und Exilanten.
Die türkische Regierung lehnte diese Versuche konsequent ab, da sie an der Expertise der geflüchteten Akademiker für ihre Bildungs- und Modernisierungsprojekte festhielt und sich von deutschen Stellen nicht in ihre Personalpolitik hineinreden lassen wollte.
Die Türkei fungierte als wichtiger Lieferant für Rohstoffe, insbesondere Chrom, das für die deutsche Rüstungsindustrie kriegswichtig war, weshalb Deutschland eine enge wirtschaftliche Bindung forcierte.
Das NS-Regime versuchte, turanistische Bestrebungen für eigene strategische Ziele (insbesondere gegen die Sowjetunion) zu instrumentalisieren, während die türkische Regierung diese Strömungen teils duldete, später jedoch zur Wahrung ihrer außenpolitischen Interessen einschränkte.
Er sicherte der Türkei vordergründig den Verbleib außerhalb des Krieges, während er für Deutschland strategische Vorteile zur Sicherung der Neutralität und Behinderung alliierter Hilfslieferungen an die Sowjetunion bot.
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