Bachelorarbeit, 2011
40 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Vom Krieg der Cimarrones zum Frieden in den Palenques
2.1 Zur Geschichte des Dorfes San Basilio de Palenque
2.2 Wie die Wissenschaft auf das Dorf aufmerksam wurde
3. La Lengua Palenquera – Die Sprache der Bewohner von San Basilio de Palenque
3.1 Exkurs
3.1.1 Definition Code-Switching
3.1.2 Code-Switching in der Sprachgemeinschaft der Palenqueros
4. Kultur der Palenqueros
4.1 Tradición Oral
4.2 Die gesellschaftlichen Strukturen innerhalb des Dorfes
4.3 El Lumbalú – Bestattungsritual der Palenqueros
4.4 Die Bedeutung der Musik
5. Die Diskriminierung der Comunidades Negras in Kolumbien
6. Das Programm der Etnoeducación
6.1 Ziele der Etnoeducación
6.2 Reaktion der Bewohner von San Basilio de Palenque
7. Schlussbetrachtung
8. Bibliographie
Die Arbeit untersucht den soziokulturellen Balanceakt der Palenqueros in San Basilio de Palenque zwischen dem Wunsch zur Bewahrung ihrer einzigartigen kulturellen Identität und den Anforderungen der Integration in die dominierende kolumbianische Gesellschaft, wobei ein besonderer Fokus auf der kritischen Rezeption staatlicher Förderprogramme liegt.
3. La Lengua Palenquera – Die Sprache der Bewohner von San Basilio de Palenque
Der Linguist Carlos Patiño Rosselli bestätigt mit seinen Forschungen, dass das Palenquero bereits zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert als Kommunikationsbasis zwischen Ethnien mit unterschiedlichen Sprachen entstanden ist. In der Noticia Historial de Cartagena de Indias aus dem Jahr 1772 beschrieb der Bischof von Cartagena de Indias Diego de Peredo die Sprache der Palenqueros: „Matiénese sin mixto de otras gentes; hablan entre si un particular idioma en que a sus solas instruyen a los muchachos; sin embargo de que cortan con mucha expedición del castellano, de que generalmente usan”. Aus dem Zitat geht hervor, dass die Bewohner des Dorfes 1772 zwei unterschiedliche linguistische Kodes verwendeten, die Lengua Palenquera und das Kastilische. Weiterhin bestätigen Armin Schwegler und der Linguist Thomas Morton ebenfalls die Annahme, dass die Sprecher zu dieser Zeit bereits über Kenntnisse des Kastilischen verfügten. Darüber hinaus führen sie an, dass keine Beweise für eine Bilingualität der Sprecher aus der vorhergehenden Zeit vorhanden sind:
We altogether lack documentary evidence about the formative period of Palenque. For this reason the settlement’s date of establishment is unknown. Notwithstanding an 18th-century report about Palenque’s bilingualism […], no one knows for certain whether the early maroons had native, partial or rudimentary command of Spanish.
Deutlich wird jedoch, dass die Palenqueros seit dem 18. Jahrhundert bilingual sind. Nur die Anfänge dieser Bilingualität lassen sich nicht auf den Zeitpunkt genau bestimmen. Die Lengua Palenquera wird als Kreolsprache „de base léxica española […] con características morfosintácticas de lenguas autóctonas del continente africano, específicamente de la familia lingüística Bantú” bezeichnet. Hinsichtlich der Entstehung von Kreolsprachen existieren unterschiedliche Hypothesen. Einige besagen, dass die Kreolsprachen als Kommunikationsbasis zwischen den Sklaven, welche unterschiedlichen linguistischen Sprachfamilien angehörten, entstanden sind: „[...] se encontraron muchos africanos con diversos tipos de lenguas, esta necesidad de comunicarse fue creado un nuevo instrumento de comunicación“. Die Entwicklung einer neuen Sprache war ausschlaggebend für die Möglichkeit der Kommunikation zwischen den verschiedenen Ethnien. Über die Jahrhunderte hinweg vermischte sich diese dann weiter mit der kastilischen Sprache der Kolonialherren.
1. Einleitung: Die Einleitung stellt das Dorf San Basilio de Palenque als einzigartige Enklave vor und umreißt die Forschungsfrage nach dem Balanceakt zwischen Identitätsbewahrung und Assimilation.
2. Vom Krieg der Cimarrones zum Frieden in den Palenques: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der Fluchtburgen der Sklaven und den Kampf der Cimarrones um Autonomie gegenüber der spanischen Krone.
3. La Lengua Palenquera – Die Sprache der Bewohner von San Basilio de Palenque: Der Abschnitt beleuchtet die Rolle der Kreolsprache als identitätsstiftendes Element sowie die linguistischen Aspekte der Bilingualität und des Code-Switchings.
4. Kultur der Palenqueros: Hier werden die zentralen kulturellen Pfeiler wie die mündliche Überlieferung, die sozialen Strukturen, die Bestattungsrituale und die Bedeutung der Musik detailliert analysiert.
5. Die Diskriminierung der Comunidades Negras in Kolumbien: Dieses Kapitel analysiert die historischen Wurzeln der Stigmatisierung der afrokolumbianischen Bevölkerung und ihre marginale gesellschaftliche Stellung.
6. Das Programm der Etnoeducación: Es wird die Genese und Implementierung des staatlichen Bildungsprogramms zur Förderung kultureller Identitäten sowie dessen Herausforderungen und Ziele beschrieben.
7. Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert, dass trotz verfassungsrechtlicher Anerkennung und der Einführung der Etnoeducación die sozioökonomische Lebensqualität der Palenqueros weiterhin prekär bleibt.
8. Bibliographie: Das Verzeichnis listet die für die wissenschaftliche Analyse verwendeten Primär- und Sekundärquellen auf.
San Basilio de Palenque, Palenqueros, Palenquero, Cimarrones, Etnoeducación, Kolumbien, Identität, Diskriminierung, Kreolsprache, Oralität, Lumbalú, Kultur, Afrokolumbianer, Code-Switching, Transkulturalität
Die Publikation befasst sich mit der soziokulturellen Situation der Bewohner von San Basilio de Palenque, einem Dorf in Kolumbien, das für seine bewahrten afrikanischen Traditionen und seine eigene Kreolsprache bekannt ist.
Zentrale Themen sind die Geschichte der Sklavenflüchtlinge (Cimarrones), die linguistische Identität, soziale Organisationsstrukturen, traditionelle Rituale wie das Lumbalú sowie die Auswirkungen staatlicher Bildungsprogramme.
Das Ziel ist es, den Balanceakt zwischen dem Festhalten an der eigenen kulturellen Identität und dem Anpassungsdruck an die gesellschaftlich dominierende, westlich geprägte Kultur Kolumbiens darzustellen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse soziologischer, historischer und linguistischer Quellen sowie der Auswertung von Dokumentationen zur Identitätsbildung der Dorfbewohner.
Der Hauptteil analysiert die historischen Hintergründe, die Bedeutung der Sprache, kulturelle Traditionen, die Diskriminierungsgeschichte der afrokolumbianischen Bevölkerung und die staatlichen Maßnahmen der Etnoeducación.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Palenquero, Cimarronaje, Etnoeducación, kulturelle Identität, Oralität, Diskriminierung und Transkulturalität.
Das Lumbalú fungiert als wichtige kulturelle Tradition, die afrikanische Wurzeln bewahrt, die Gemeinschaft durch gemeinsames Singen und Tanzen stärkt und den Übergang der Seele in das Jenseits rituell begleitet.
Anfänglich herrschte aufgrund der traumatischen Erfahrungen mit Diskriminierung Skepsis, da viele Eltern ihre Kinder eher in das kastilische Bildungssystem schickten, um bessere berufliche Aufstiegschancen zu ermöglichen. Erst durch intensive Überzeugungsarbeit des lokalen Komitees wuchs die Akzeptanz.
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