Masterarbeit, 2010
87 Seiten, Note: 5 (Schweiz)
1. Einleitung
1.1. Einführung
1.2. Relevanz für die Praxis
1.3. Abgrenzung
1.4. methodisches Vorgehen
2. Grundbegriffe der Ethik
2.1. Begriffsklärung
2.2. Haupttypen der Ethik
2.3. Grundelemente der Tugendethik
2.4. Positive Psychologie – eine moderne Tugendlehre?
2.5. Zusammenfassung
3. Personalführung aus systemischer Sicht, talentbasierte Führung und Schlüsselkompetenzen
3.1. Systemische Führung
3.2. Talentbasierte Führung
3.3. Schlüsselkompetenzen in der Arbeitswelt und in der Führung
3.4 Zusammenfassung
4. Über die Relevanz von Tugenden in der Führung
4.1. Gespräche mit Führungspersonen
4.2. Auswertung der Gespräche, Zusammenfassung
4.3. Reflexion der Gespräche, zusammenfassende Gedanken
4.4 Zusammenfassung
5. Die Bedeutung von Tugenden in der Personalführung
5.1. Tugenden und ihre Bedeutung für die Führung
5.2. Nachdenken über Klugheit
5.3. Nachdenken über Mut / Tapferkeit
5.4. Nachdenken über Mässigung / Besonnenheit
5.5. Nachdenken über Gerechtigkeit
5.6. Nachdenken über Liebe und Wertschätzung
5.7. Nachdenken über Transzendenz
5.8. Nachdenken über Demut
5.9. Nachdenken über Humor
5.10. Nachdenken über Ehrlichkeit und Offenheit
5.11. Nachdenken über Wahrhaftigkeit
5.12. Die Vernetzung der Tugenden
5.13. Zusammenfassung
6. Wie kann man Charakterstärken/Tugenden entwickeln?
6.1. Tugenden entwickeln
6.2. Die Selbstreflexion
6.3. Das Anerkennen dessen, was ist
6.4. Ins Handeln kommen
6.5. Vom Umgang mit Krisen und Scheitern
6.6 Zusammenfassung
7. Anregungen für die Praxis
7.1. Das Gute in sich erkennen und entwickeln
7.2. Führungspersonen vorbildlich unterstützen
7.3. Strukturen und Kulturen schaffen, in denen Tugenden entwickelt werden können
7.4. Zusammenfassung
8. Kritische Würdigung
8.1. Reflexion der Methodik
8.2. Reflexion des Prozesses
8.3. Reflexion des Ergebnisses
8.4. Persönliche Reflexion
9. Abschluss und Dank
Die Arbeit untersucht die Relevanz tugendethischer Aspekte in der Personalführung und stellt die These auf, dass erfolgreiche Führung sowohl den Einsatz geeigneter Instrumente als auch eine wertebasierte Haltung der Führungsperson erfordert. Es wird analysiert, wie Tugenden und Charakterstärken in den Führungsalltag integriert und durch systemische Ansätze sowie talentbasierte Führung gefördert werden können.
2.3.2. Aristoteles` Tugendlehre
Platons Schüler Aristoteles übernimmt Platons Grundgedanken der Kardinaltugenden. Er bettet sie jedoch in eine umfassendere Tugendübersicht ein. Aristoteles unterscheidet zwischen dianoetischen (theoretischen) und ethischen (praktischen) Tugenden (vgl. Anzenbacher 1992: 141). Die Klugheit ist eine theoretische Tugend, eine Tugend des Verstandes. Sie ist die Voraussetzung für die Erlangung der anderen, ethischen Tugenden, wie Tapferkeit, Wahrhaftigkeit oder Sanftmut. Die ethischen Tugenden werden durch Gewöhnung und das tägliche Üben im richtigen Verhalten entwickelt.
Aristoteles bezeichnet die Tugend als das Streben nach der Mitte zwischen zwei lasterhaften Extremen. Es geht nicht um Mittelmässigkeit, sondern vielmehr um ein Finden der rechten Mitte zwischen zwei unguten Extremen.
So ist zum Beispiel Freigebigkeit die Mitte zwischen Verschwendung und Geiz. Die Tapferkeit wird als die Mitte zwischen Tollkühnheit und Feigheit bestimmt. Wichtig ist hier, dass sich weder der seinem natürlichen Wesen nach eher tollkühne Mensch noch der eher feige Mensch sich einfach seiner Neigung hingibt. Beide wollen sie die Tugend der Tapferkeit leben, setzen sich zu ihren Affekten (Feigheit oder Tollkühnheit) ins richtige Verhältnis. Somit ist von unterschiedlichen Menschen Unterschiedliches zu erwarten. Von dem, der Gefahren lieber meidet, ist etwas anderes zu erwarten als von dem, der lieber einfach vorprescht (vgl. Höffe 1998: 49) Das Mittlere steht also zwischen dem „Mehr“ und dem „Weniger“ (vgl. MacIntyre 1995: 207). Und dieses Mittlere ist weiter immer in Beziehung auf den handelnden Menschen zu verstehen (vgl. Aristoteles Nikomachische Ethik: 1106b 3-27). Durch tugendhaftes Leben erreicht der Mensch Glückseligkeit.
Die verschiedenen Tugenden sind miteinander verbunden, die eine braucht man, um die andere zu erlangen, und der Besitz der einen schliesst das Nicht-Leben der anderen aus. So kann ein Mensch nicht zugleich besonnen und dabei ungerecht sein und der Tapfere nicht verschwenderisch. Die Tugenden sind als Masseinheit zu verstehen und ein tugendhafter Mensch besitzt alle Tugenden (vgl. MacIntyre 1995: 209).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Tugendethik für die moderne Personalführung ein, definiert die Forschungsfragen und erläutert den Aufbau sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2. Grundbegriffe der Ethik: Dieses Kapitel definiert ethische Kernbegriffe, unterscheidet Hauptströmungen der normativen Ethik und stellt die Tugendethik sowie Ansätze der Positiven Psychologie als theoretisches Fundament vor.
3. Personalführung aus systemischer Sicht, talentbasierte Führung und Schlüsselkompetenzen: Hier werden Führungskonzepte aus systemischer und talentorientierter Perspektive beleuchtet, um den Bezug zur Tugendethik im betrieblichen Beziehungsgefüge herzustellen.
4. Über die Relevanz von Tugenden in der Führung: Dieser Teil dokumentiert das methodische Vorgehen bei den Experteninterviews, präsentiert die Auswertung der gewonnenen Praxisberichte und reflektiert diese Ergebnisse kritisch.
5. Die Bedeutung von Tugenden in der Personalführung: In diesem zentralen Kapitel werden spezifische Tugenden wie Klugheit, Mut, Mässigung und Gerechtigkeit analysiert und ihre Anwendung im Führungsalltag sowie deren wechselseitige Vernetzung diskutiert.
6. Wie kann man Charakterstärken/Tugenden entwickeln?: Das Kapitel beschreibt den Prozess der Persönlichkeitsentwicklung durch Selbstreflexion, das Anerkennen von Realitäten und das aktive Üben tugendhaften Handelns im Alltag.
7. Anregungen für die Praxis: Hier werden konkrete Empfehlungen für Führungskräfte formuliert, um sowohl die eigene Haltung als auch die Unternehmenskultur gezielt im Sinne tugendhafter Charakterstärken zu fördern.
8. Kritische Würdigung: Die Autorin reflektiert abschließend die gewählte Methodik, den Schreibprozess der Arbeit sowie die Bedeutung der erlangten Ergebnisse für ihre eigene zukünftige Führungstätigkeit.
Tugendethik, Personalführung, Charakterstärken, Positive Psychologie, Talentbasierte Führung, Systemische Führung, Selbstreflexion, Führungsinstrumente, Tugendhaftigkeit, Werteorientierung, Führungskultur, Führungspersönlichkeit, Charakterentwicklung, Arbeitswelt, Menschlichkeit.
Die Arbeit untersucht die Integration von tugendethischen Aspekten in die tägliche Personalführung, um ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, wie Haltung und Charakterstärken den Führungserfolg beeinflussen.
Zentrale Themen sind die Tugendethik, die Positive Psychologie, systemische Führungskonzepte sowie die talentbasierte Förderung von Mitarbeitenden durch werteorientierte Führung.
Ziel ist es zu klären, welche Bedeutung Tugenden im Führungsalltag haben, welche Verbindung zwischen tugendorientierter und talentbasierter Führung besteht und wie Führungspersonen ihre eigenen Charakterstärken gezielt entwickeln können.
Es handelt sich um eine Kombination aus einer Literaturanalyse ethischer und führungstheoretischer Grundlagen sowie einer qualitativen Untersuchung in Form von strukturierten Interviews mit sieben Führungspersonen aus dem Gesundheitswesen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Anwendung systemischer und talentbasierter Führungsansätze, die Auswertung von Experteninterviews sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit einzelnen Tugenden wie Klugheit, Mut und Gerechtigkeit.
Wichtige Begriffe sind Tugendethik, Personalführung, Charakterstärken, Positive Psychologie, Selbstreflexion und Werteorientierung.
Im Gegensatz zu reinen Methodenratgebern legt diese Arbeit den Fokus explizit auf die innere Haltung der Führungsperson und die Bedeutung von Tugenden, anstatt nur Techniken zur Zielerreichung zu vermitteln.
Die Positive Psychologie dient als moderne Brücke zur antiken Tugendlehre, da sie empirisch belegt, wie die Förderung vorhandener Stärken zu mehr Zufriedenheit und Erfolg im beruflichen Kontext führt.
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