Diplomarbeit, 2004
136 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
2. Zum Begriff des Empowerments in der Arbeit mit geistig behinderten Menschen
2.1. Definitionsansätze von Empowerment
2.2. Geschichtliche Herkunft und Entwicklung des Empowerment
2.3. Grundgedanken des Empowerment Ansatzes in der Arbeit mit geistig behinderten Menschen
2.3.1. Selbstbestimmung als Leitgedanke
2.3.2. Voraussetzungen für eine gelingende Selbstbestimmung
2.4. Ebenen des Empowerment
2.4.1. Die individuelle Ebene
2.4.2. Die Gruppenebene
2.4.3. Die strukturelle Ebene
2.5. Phasen des Empowerment
2.6. Rollen im Prozess des Empowerment
3. Zum Verständnis von geistiger Behinderung
3.1. Definitionsansätze von Behinderung
3.2. Klassifikationen von Behinderung
3.3. Definitionsansätze geistiger Behinderung
4. Mobilitätstraining als Bestandteil der Arbeit in Werkstätten für behinderte Menschen
4.1. Die Werkstatt für behinderte Menschen – Entstehung und Entwicklung
4.2. Mobilität bei behinderten Menschen
4.3. Das Mobilitätstraining – Ein Überblick
4.3.1. Voraussetzungen der Teilnehmer
4.3.2. Ziele und Methoden des Mobilitätstrainings
4.3.3. Folgen und Konsequenzen für die Praxis
5. Möglichkeiten und Grenzen eines Mobilitätstrainings als Empowermentarbeit in einer Werkstatt für behinderte Menschen
5.1. Die Werkstatt für behinderte Menschen im Lebenshilfewerk Annaberg e.V. – Die Rahmenbedingungen
5.2. Auswahl der Teilnehmer
5.2.1. Kompetenzen
5.2.2. Fähigkeiten
5.2.3. Ressourcen
5.3. Die Durchführung
5.3.1. Phasen
5.3.2. Ebenen
5.3.3. Rollen
5.4. Hindernisse bei einem Mobilitätstraining
5.4.1. Auf der persönlichen Ebene
5.4.2. Auf der sozialen Ebene
5.4.3. Auf der strukturellen Ebene
5.5. Mögliche Zukunftsperspektiven des Mobilitätstrainings
5.5.1. Gesetzliche Rahmenbedingungen
5.5.2. „Ein früherer Beginn“
5.5.3. Entwicklung zu einem neuen sozialpädagogischen Arbeitsfeld
6. Zusammenfassung und Schluss
Die Arbeit untersucht, wie Mobilitätstraining bei Menschen mit geistiger Behinderung in Werkstätten (WfbM) als Empowerment-Instrument eingesetzt werden kann, um deren Selbstbestimmung und Teilhabe zu fördern. Zentrale Forschungsfrage ist, wie durch einen solchen Trainingsansatz eine erfolgreichere Integration und persönliche Entwicklung erreicht werden kann.
Die individuelle Ebene
Diese bezieht sich auf den einzelnen Menschen persönlich. Das Individuum ist der Kernpunkt der Betrachtung. Es geht dabei darum, dass „Menschen in Situationen, die von Hilflosigkeit, Machtlosigkeit, Resignation und Demoralisierung geprägt sind, ihr Leben wieder selbst in die Hand ... nehmen und sich, auch mit anderen zusammen, selbst ... organisieren“ (Pankofer, 2000, S. 14). Damit stellt Empowerment auf dieser Ebene das Gegenkonzept dar zu der allseits bekannten erlernten Hilflosigkeit. In der wissenschaftlichen Literatur wird es gemeinhin schon als das Konzept des „learned hopefulness“, der „erlernten Hoffnungsfreudigkeit“ bezeichnet (ebd.; auch Stark, 1996, S. 128). Wie ist es aber nun zu erklären, dass behinderte Menschen aus eigenem Antrieb heraus versuchen, ihrer hilflosen Situation zu entkommen? Die Schlüsselkomponente dabei ist das „Kontrollbewußtsein“ oder „perceived control“ des Menschen (Stark, 1996, S. 131). Bezeichnet werden kann das als „das Bewußtsein, Situationen oder Ereignisse prinzipiell beeinflußen zu können und nicht von äußeren Einflüssen oder dem Fortgang der Geschehnisse vollkommen abhängig oder ausgeliefert zu sein“ (ebd.). Dieses Her- oder Wiederherzustellen ist Aufgabe des Empowerment. Zu erfolgen hat das durch die Stärkung der „Persönlichkeitsvariablen (locus of control), kognitive[n] Variablen (die Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und des zu erwartenden Erfolgs), und motivationale[n] Anteile[n] ( der Wunsch, selbst aktiv zu werden, um die soziale oder politische Lebenswelt zu beeinflussen)“ (ebd.), die als die Grundkategorien positiven Kotrollbewusstseins angesehen werden.
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Empowerment und Mobilität für geistig behinderte Menschen dar und erläutert die praktische Relevanz der Arbeit am Beispiel des Praxispartners.
2. Zum Begriff des Empowerments in der Arbeit mit geistig behinderten Menschen: Dieses Kapitel definiert Empowerment als ganzheitlichen Ansatz, der darauf abzielt, Defizitzuschreibungen zu überwinden und Autonomie durch die Stärkung individueller Fähigkeiten zu fördern.
3. Zum Verständnis von geistiger Behinderung: Hier wird ein sozialpädagogischer Begriff der geistigen Behinderung hergeleitet, der den Menschen als aktives Individuum betrachtet und nicht bloß als Objekt medizinischer Kategorisierung.
4. Mobilitätstraining als Bestandteil der Arbeit in Werkstätten für behinderte Menschen: Der Abschnitt erläutert die Bedeutung der WfbM als Ort der Rehabilitation und begründet, warum Mobilität die notwendige Basis für soziale Teilhabe in Arbeit, Wohnen und Freizeit darstellt.
5. Möglichkeiten und Grenzen eines Mobilitätstrainings als Empowermentarbeit in einer Werkstatt für behinderte Menschen: Der Hauptteil beschreibt die praktische Umsetzung des Mobilitätstrainings, analysiert Hindernisse auf verschiedenen Ebenen und diskutiert Perspektiven für eine strukturelle Implementierung.
6. Zusammenfassung und Schluss: Das Fazit resümiert die gewonnenen Erkenntnisse und bestätigt die Eignung von Empowerment als methodische Grundlage für ein Mobilitätstraining, das auf die individuelle Stärkung der Teilnehmer ausgerichtet ist.
Empowerment, geistige Behinderung, Mobilitätstraining, Werkstatt für behinderte Menschen, WfbM, Selbstbestimmung, Soziale Integration, Normalisierung, Rehabilitation, Lebensqualität, Fahrdienst, Sozialpädagogik, Teilhabe, Autonomie, Kompetenzentwicklung.
Die Arbeit untersucht, wie Mobilitätstraining als Empowerment-Methode dazu beitragen kann, geistig behinderte Menschen in Werkstätten zu mehr Selbstständigkeit im Alltag und im Straßenverkehr zu verhelfen.
Die zentralen Schwerpunkte sind das Empowerment-Konzept, die sozialpädagogische Sicht auf geistige Behinderung, die Anforderungen an Mobilität sowie die strukturellen Rahmenbedingungen in Werkstätten.
Das Ziel ist es, Mobilitätstraining nicht nur als bloße verkehrspädagogische Übung zu begreifen, sondern als Mittel zur Förderung von Integration, Normalisierung und Selbstbestimmung geistig behinderter Menschen.
Der Autor stützt sich auf ein umfangreiches Literaturstudium sowie auf praktische Erfahrungen und eigene Interviews aus dem Lebenshilfewerk Annaberg e.V., um die theoretischen Konzepte mit der Praxis zu verknüpfen.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Durchführung von Mobilitätstrainings, unterteilt in Phasen, Ebenen und Rollen, sowie mit den Hindernissen, die einer erfolgreichen Umsetzung in der Praxis im Weg stehen können.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Empowerment, Selbstbestimmung, Mobilitätstraining, geistige Behinderung, Teilhabe und soziale Rehabilitation.
Es dient als konkretes Praxisbeispiel, da der Autor hier eigene Erfahrungen gesammelt hat und die logistischen sowie finanziellen Herausforderungen der Fahrdienst-Problematik direkt aus der Einrichtung ableiten konnte.
Der Autor betont, dass Eltern oft eine entscheidende Instanz sind; ihre Überbehütung kann den Empowerment-Prozess hemmen, weshalb eine intensive Aufklärungs- und Beratungsarbeit durch Sozialarbeiter unerlässlich ist.
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