Bachelorarbeit, 2014
80 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Begriffliche Klärung
2.1 Schulabsentismus - Eine Begriffsbestimmung und Klassifizierung
3 Die rechtliche Seite des Schulabsentismus
3.1 Schulpflicht in Deutschland
3.2 Die Schulpflicht - Historischer Hintergrund
3.3 Umfang der Schulpflicht - Am Beispiel „Hamburg“
3.4 Rechtliche Handlungsmöglichkeiten
4 Ursachen von Schulabsentismus
4.1 Gesellschaftliche Faktoren
4.2 Individuelle und familiäre Bedingungen
4.3 Schulische Ursachen
4.4 Die Peergroup
5 Differenzierte Betrachtungsweise von Schulabsentismus: Umfang und Ausmaß
5.1 Der aktuelle Forschungsstand
5.2 Umfang und Ausmaß
6 Folgewirkungen von Schulabsentismus
7 Prävention
7.1 Definition von Prävention
7.2 Resilienzförderung
7.3 Prävention auf der Schulebene
7.3.1 Risikofälle erkennen
7.3.2 Lerngruppenklima verbessern
7.3.3 Einzelfallhilfe und Zusammenarbeit aller Beteiligten
7.3.4 Elternarbeit
7.3.5 Unterricht neu denken
7.4 Das Konzept der Ganztagsschule
7.4.1 Hilfen zur Erziehung in der Ganztagsschule
8 Intervention
8.1 Intervention auf schulischer Ebene
8.2 Intervention auf Schülerebene
8.3 Intervention auf elterlicher Ebene
8.4 Intervention auf außerschulischer Ebene
9 Fazit
10 Literaturliste
Die vorliegende Arbeit untersucht die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die den Umgang mit Schulabsentismus bestimmen. Ziel ist es, die vielfältigen Ursachen des Fernbleibens von der Schule zu identifizieren, die daraus resultierenden kurz- und langfristigen Folgen für das Individuum und die Gesellschaft aufzuzeigen sowie empirisch belegte Präventions- und Interventionsmaßnahmen zu bewerten, um eine erfolgreiche Integration in das Bildungssystem zu fördern.
3.2 Die Schulpflicht - Historischer Hintergrund
Seit Beginn der Schulpflicht war und ist es problematisch, diese für alle Kinder und Jugendlichen durchzusetzen.40 Eingeführt wurde die Schulpflicht bereits in der Weimarer Republik. Gesetzlich wurde sie 1919 in der Reichsverfassung festgeschrieben. Im Kontext zur Schulpflicht mussten jedoch Hürden wie beispielsweise Kinderarbeit bekämpft werden, um den dauerhaften Schulbesuch gewährleisten zu können.41 Offizielle Bestrafungen und Durchsetzungsmaßnahmen gab es zu dieser Zeit nicht. Es bestanden ausschließlich schulinterne Strafen.42
Die bisher eingeführten und geltenden Gesetze der Schulpflicht wurden zur Zeit des Nationalsozialismus abgeschafft, denn diese enthielten Anhaltspunkte zur Demokratisierung und Mitbestimmung von Schülern und Eltern. Die schulische Ausbildung wurde durch eine außerschulische erweitert. Die Schüler wirkten bei der “Hitlerjugend, dem Bund der Deutschen Mädel, dem Jungvolk und den Jungmädel“ mit. Des Weiteren bestand eine Berufsschule, die eine dreijährige Ausbildung beinhaltete. Somit galten seit dem 6. Juli 1938 neue Schulpflichtgesetze. Diese waren im Reichsschulpflichtgesetz niedergeschrieben. Bei nicht Einhaltung der zugunsten Hitler geltenden Schulgesetze mussten Bußgelder gezahlt werden oder es wurden Haftstrafen verordnet.43
1 Einleitung: Diese Einführung führt in das tabuisierte Thema Schulabsentismus ein und verdeutlicht dessen gesellschaftliche Relevanz, wobei der Fokus auf der Ursachenklärung und möglichen Interventionsmaßnahmen liegt.
2 Begriffliche Klärung: Es wird die Vielfalt der Bezeichnungen wie Schulschwänzen, Schulverweigerung und Schulphobie analysiert und Ricking als maßgebliche Referenz für die Kategorisierung eingeführt.
3 Die rechtliche Seite des Schulabsentismus: Dieses Kapitel erläutert die gesetzliche Schulpflicht in Deutschland, ihren historischen Wandel und die rechtlichen Konsequenzen bei Schulpflichtverletzungen.
4 Ursachen von Schulabsentismus: Hier werden die vier Hauptfaktoren – gesellschaftliche Einflüsse, familiäre Bedingungen, schulische Ursachen und Peer-Group-Einflüsse – als komplexe und wechselseitige Risikofaktoren analysiert.
5 Differenzierte Betrachtungsweise von Schulabsentismus: Umfang und Ausmaß: Die Datenlage zum Umfang von Schulabsentismus wird kritisch beleuchtet, da keine einheitlichen, stichhaltigen Statistiken vorliegen.
6 Folgewirkungen von Schulabsentismus: Die Untersuchung zeigt auf, wie Schulversagen und Bildungslücken die individuelle Zukunft und die gesellschaftliche Teilhabe der Betroffenen langfristig beeinträchtigen.
7 Prävention: Dieses Kapitel stellt pädagogische Präventionsstrategien vor, insbesondere die Resilienzförderung und die Bedeutung eines positiven Schulklimas.
8 Intervention: Es werden konkrete Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen – Schule, Schüler, Eltern und außerschulische Institutionen – diskutiert, um bei bereits bestehendem Fehlverhalten wirksam gegenzusteuern.
9 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Schulabsentismus ein komplexes, gesellschaftliches Problem ist, dessen Bewältigung eine enge, kooperative Zusammenarbeit aller Beteiligten erfordert.
10 Literaturliste: Ein Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und weiterführenden Literatur.
Schulabsentismus, Schulpflicht, Schulschwänzen, Schulverweigerung, Schulphobie, Prävention, Intervention, Jugendhilfe, Bildungsrecht, Resilienzförderung, Schulklima, Sozialpädagogik, Erziehungsberechtigte, Lernmotivation, Bildungschancen
Die Arbeit behandelt das Phänomen des Schulabsentismus unter Berücksichtigung politischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen, mit einem Schwerpunkt auf Ursachen, Folgen und Lösungsansätzen.
Die zentralen Felder umfassen die Definition des Begriffs, die rechtliche Situation der Schulpflicht, eine Analyse der Ursachen (familiär, schulisch, gesellschaftlich) sowie Präventions- und Interventionskonzepte.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Institutionen durch eine Kombination aus präventiven Maßnahmen und gezielten Interventionen den Schulabsentismus verringern und eine erfolgreiche soziale Integration der Schüler unterstützen können.
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturrecherche und eine Metaanalyse bestehender wissenschaftlicher Studien und Definitionen, insbesondere auf die Forschung von Heinrich Ricking.
Der Hauptteil gliedert sich in eine rechtliche Einordnung, eine detaillierte Ursachenanalyse, eine Betrachtung des tatsächlichen Ausmaßes, die Beschreibung der negativen Folgewirkungen sowie eine umfangreiche Darstellung pädagogischer Präventions- und Interventionsstrategien.
Neben dem zentralen Begriff Schulabsentismus prägen die Arbeit Begriffe wie Schulpflicht, Prävention, Intervention, Resilienzförderung und die Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe.
Die Autorin argumentiert, dass staatliche Sanktionen wie Bußgelder oft kaum Wirkung zeigen, da sie meist die Ursachen nicht beheben und das Problem multifaktoriell bedingt ist. Effektivere Lösungsansätze liegen in pädagogischen Maßnahmen.
Da Schulabsentismus oft durch familiäre Probleme oder soziale Benachteiligung verursacht wird, ist eine Vernetzung mit dem Jugendamt und Sozialarbeitern essenziell, um eine ganzheitliche Unterstützung zu gewährleisten.
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