Masterarbeit, 2016
82 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Arkadien – Landschaft oder Zustand? Die Vorläufer des Iacopo Sannazaro
2.1 Arkadien – graue Lebensrealität oder literarisches Idyll?
2.2 Der antike Ursprung und die ‚Erfindung‘ durch Vergil
2.3 Boccaccio, die Bukolik des Trecento und andere (zeitgenössische) Vorläufer der Arcadia Sannazaros
3. Das humanistische Erbe: die Arcadia
3.1 Iacopo Sannazaro und das humanistische Neapel seiner Zeit
3.2 Gattungsspezifische, formale und editionsgeschichtliche Vorbemerkungen zur Arcadia
3.2.1 Das genus humile – Die Bukolik
3.2.2 Das Prosimetrum
3.2.3 Die unterschiedlichen Fassungen
3.3 Die literarische Verarbeitung der Motive: die Arcadia
3.3.1 Der Traum von Arkadien? Die Konzeption der Natur in der Arcadia
3.3.2 Die Glorifizierung des Goldenen Zeitalters
3.3.3 Et in Arcadia ego: Autobiographie und Tragik im arkadischen Idyll
3.3.4 Politik und Zeitgeschehen in der Arcadia
4. A la sampogna, Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht das literarische Arkadien als Topos in Iacopo Sannazaros Werk "Arcadia". Ziel ist es, den Begriff Arkadien und seine Rolle als humanistisches Erbe zu dechiffrieren, die poetische Dimension, die Kraft sowie die Grenzen dieses Topos aufzuzeigen und dabei die Verbindungen zur realen politischen und gesellschaftlichen Situation in Neapel während des ausgehenden Quattrocento herauszuarbeiten.
1. Einleitung
Arkadien… Wer heute irgendwo diesem Begriff begegnet, mag damit vielleicht nicht viel anzufangen wissen. Einige Menschen kennen vielleicht die gleichnamige Landschaft in Griechenland, andere hingegen haben noch nie etwas davon gehört. Bei so manchem jedoch entsteht im Kopf ein subjektiv empfundenes Bild, eine Vorstellung, die so sehr vom ursprünglichen, geographischen Bezug abweicht, dass die Gründe dafür auf den ersten Blick als rätselhaft erscheinen.
Was also steckt hinter dem Begriff und wie konnte es passieren, dass eine Landschaft, die weder im ästhetischen noch im historischen oder sonst irgendeinem Sinne jemals von hervorstechender Bedeutung war, zu einem derart beliebten Topos der humanistischen Literatur wurde, dass er in den unmittelbar darauf folgenden Jahrhunderten immer wieder aufgegriffen und rezipiert wurde?
Eindeutige Antworten auf diese Fragen zu finden, ist ebenso reizvoll wie kompliziert. Denn obwohl der literarischen Umsetzung in ‚bukolischem Gewand‘ stets der Vorwurf der Banalität und Niedrigkeit gemacht wurde, ist der durchschlagende Erfolg der Arcadia von Iacopo Sannazaro und dessen Bedeutung sowohl für die europäische als auch im Besonderen für die italienische Literatur kaum ernsthaft von der Hand zu weisen.
Ziel dieser Arbeit wird es demzufolge sein, den Begriff Arkadien und alles, was damit einhergeht, als literarischen Topos zu dechiffrieren, seine Kraft und das sich daraus ergebende Potential ebenso wie seine Grenzen aufzuzeigen und den Geltungsbereich bzw. die Intention dieser poetischen Dimension herauszuarbeiten.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Arkadien-Topos ein und definiert das Ziel der Arbeit, Sannazaros "Arcadia" als literarischen Topos zu analysieren.
2. Arkadien – Landschaft oder Zustand? Die Vorläufer des Iacopo Sannazaro: Dieses Kapitel kontrastiert das literarische Arkadien mit der geographischen Realität und untersucht die antiken Vorläufer, insbesondere Vergil und Theokrit.
3. Das humanistische Erbe: die Arcadia: Das Hauptkapitel beleuchtet Sannazaros Leben, die Gattungsmerkmale seines Werkes, die Verarbeitung zentraler Motive wie Natur und Goldenes Zeitalter sowie die politische Dimension im Kontext des Neapels seiner Zeit.
4. A la sampogna, Fazit und Ausblick: Das Schlusskapitel resümiert die Ergebnisse und betrachtet Sannazaros Abschied von der bukolischen Gattung sowie seinen Einfluss auf die Literaturgeschichte.
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Die Arbeit analysiert Sannazaros "Arcadia" und untersucht, wie der Begriff Arkadien von einer geographischen Landschaft in Griechenland zu einem bedeutenden literarischen Topos der humanistischen Literatur wurde.
Zu den Schwerpunkten zählen die literarische Bedeutung von Arkadien, die Analyse der bukolischen Gattung, das Prosimetrum als Form, die Darstellung der Natur, das Goldene Zeitalter und der politische Kontext im spätmittelalterlichen Neapel.
Das Hauptziel ist die Dechiffrierung des Arkadien-Topos bei Sannazaro, um dessen poetisches Potenzial sowie die Grenzen der Darstellung herauszuarbeiten.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Textanalyse, die philologische Untersuchungen mit historischen Kontextualisierungen verbindet.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit Sannazaros Biografie, den formalen Merkmalen der "Arcadia", der literarischen Motivverarbeitung und den politischen Anspielungen auf das Neapel der Renaissance.
Begriffe wie "Arkadien", "Humanismus", "Bukolik", "Prosimetrum" und "Neapel" stehen zentral für das Verständnis der Untersuchung.
Die Enthüllung, dass Sincero eine Persona des Autors Sannazaro ist, verwandelt das Werk von einer reinen Fiktion in eine autobiographisch geprägte Erzählung, die persönliche und politische Krisen reflektiert.
Die Politik ist als "Gegenwelt" allgegenwärtig. Sannazaro nutzt Arkadien, um sich von den unerträglichen politischen Zuständen im Neapel seiner Zeit zu distanzieren und eine alternative, idealisierte Welt zu erschaffen.
Es fungiert als zentrales Motiv, das die Vergänglichkeit alles Schönen (Vanitas) thematisiert und betont, dass selbst in der idealisierten Welt Arkadiens der Tod und die Melancholie unvermeidbar sind.
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