Bachelorarbeit, 2016
71 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Annäherung an verwendete Fachbegriffe
2.1 Behinderung und chronische Erkrankung
2.1.1 Behinderung
2.1.2 Chronische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter
2.2 Resilienz
2.2.1 Resilienz – dynamischer Anpassungs- und Entwicklungsprozess
2.2.2 Resilienzforschung – Neue Sichtweisen
2.3 Schutz- und Risikofaktoren
2.3.1 Risikofaktoren
2.3.2 Schutzfaktoren
2.3.3 Zusammenwirken von Risiko- und Schutzfaktoren
2.3.4 Resilienzfaktoren
3 Intrafamiliäre Beziehungen
3.1 Klassische Geschwisterbeziehung
3.2 Familienleben mit einem behinderten Kind
3.3 Spezielle Geschwisterbeziehung
3.3.1 Einstellung der Eltern und Familienatmosphäre
3.3.2 Art und Schwere der Behinderung
3.3.3 Alter und Geschlecht
3.3.4 Soziale und sozioökonomische Rahmenbedingungen
3.3.5 Soziales Umfeld der Familie
4 Die psychosoziale Entwicklung nichtbehinderter Geschwister
4.1 Behinderung- Wahrnehmungs- und Bewältigungsprozess für die nichtbeeinträchtigten Kinder
4.2 Entwicklungspsychologische Konsequenzen
4.2.1 Mögliche Risiken für nichtbehinderte Geschwisterkinder
4.2.2 Positive Auswirkungen für die gesunden Kinder
5 Förderung der psychosozialen Entwicklung nichtbeeinträchtigter Kinder
5.1 Aufklärung und Information
5.2 Resilienzförderung
6 Unterstützungsmöglichkeiten für die Geschwister behinderter Kinder
6.1 Möglichkeiten zur Förderung resilienter Eigenschaften
6.2 Hilfekonzepte für die nichtbeeinträchtigten Kinder
6.3 Professionelle Beratung und Hinweise für die Eltern
6.4 Empfehlungen für professionelle Fachkräfte und Pädagogen
7 Resümee
Diese Arbeit untersucht die Situation von Kindern, die mit einem behinderten oder chronisch kranken Geschwister aufwachsen. Das primäre Ziel besteht darin, resilienzfördernde Faktoren zu identifizieren, die eine positive psychosoziale Entwicklung der gesunden Geschwister unterstützen und sie vor möglichen negativen Folgen der familiären Belastungssituation zu schützen.
3.3.2 Art und Schwere der Behinderung
Inwieweit Art und Schwere der Behinderung eines Kindes Einfluss auf die Geschwister haben, lässt sich nicht genau formulieren, da die Expertenmeinungen in dieser Hinsicht sehr differieren.
So stellt Achilles fest, dass „nicht die Behinderung an sich, sondern die Art des Umgangs damit bestimmt, welche Auswirkungen die Behinderung auf die einzelnen Familienmitglieder hat“. Hingegen ist Kasten der Ansicht, dass sich die Behinderung je schwerer sie sich darstellt, desto nachteiliger und problematischer auf die Geschwister auswirkt. Empirische Studien von Hackenberg bestätigen diese Aussage, da sie „weit mehr persönliche Belastungen und Einschränkungen als diejenigen leichter behinderter Kinder“ haben. Demgegenüber berichten Kinder mit einem schwermehrfachbehinderten Geschwister positiver über ihre Einstellung und Beziehung im Vergleich zu leichter behinderten Geschwister.
Dennoch gibt es neben diesen subjektiven Bewertungen auch objektive Argumente, die klärend für eine bessere oder schwerere Erträglichkeit der Behinderung stehen. So leiden nichtbehinderte Kinder aggressiver und unruhiger Geschwister eher an psychoneurologischen Schädigungen. Diese Auswirkungen verdeutlichen, dass die Unterscheidung zwischen geistiger, körperlicher und schwermehrfacher Behinderung unumgänglich ist.
Die geistige Behinderung eines Geschwisters ist für die gesunden Kinder schwer nachzuempfinden, da sie einerseits Angst haben auch daran zu erkranken und andererseits ihre Geschwister ihnen durch deren bestimmte abnorme Verhaltensweisen in der Öffentlichkeit sehr peinlich sind. Diesbezüglich äußerte sich eine durch Achilles befragte Jugendliche, dass sie sich gewünscht hätte, ihr Bruder würde im Rollstuhl sitzen. So müsste sie durch eine offensichtliche Behinderung nicht die Blicke Außenstehender ertragen. Dies formulierte Achilles wie folgt: „Es scheint sich auch leichter mit einer Behinderung zu leben, die deutlich sichtbar ist.“ Andere befragte und zugleich betroffene Kinder hingegen zogen eine geistige Behinderung vor, da sie den Familienalltag weniger einschränke und die Teilnahme an familiären Aktivitäten einfacher wäre, als bei körperbehinderten Kindern, bei denen oftmals bauliche Vorgaben zu Einschränkungen führen. Dementgegen schätzen die Kinder körperbehinderter Geschwister die unumschränkte gegenseitige Kommunikation und das bessere gesellschaftliche Verständnis im Vergleich zur geistigen Behinderung.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die familiäre Situation von Geschwistern behinderter Kinder und stellt das Konzept der Resilienz als zentralen Ansatz zur positiven Entwicklung vor.
2 Annäherung an verwendete Fachbegriffe: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Behinderung, chronische Erkrankung und Resilienz, wobei der Fokus auf dem Verständnis der Resilienzforschung liegt.
3 Intrafamiliäre Beziehungen: Hier werden die Dynamiken im Familienalltag, die klassische Geschwisterbindung und die spezifischen Herausforderungen durch die Behinderung eines Kindes analysiert.
4 Die psychosoziale Entwicklung nichtbehinderter Geschwister: Dieses Kapitel wendet Eriksons Stufenmodell auf die Situation der Geschwister an und diskutiert sowohl mögliche Risiken als auch positive Entwicklungschancen.
5 Förderung der psychosozialen Entwicklung nichtbeeinträchtiger Kinder: Der Fokus liegt hier auf der Bedeutung von Aufklärung, Information und gezielten pädagogischen Ansätzen zur Resilienzförderung.
6 Unterstützungsmöglichkeiten für die Geschwister behinderter Kinder: Das Kapitel bietet einen Überblick über konkrete Hilfekonzepte, Beratungsangebote für Eltern und Empfehlungen für Fachkräfte.
7 Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, die unterstreicht, dass eine gezielte Förderung der Resilienz wesentliche positive Effekte für das Wohlbefinden der Geschwister hat.
Resilienz, Geschwister behinderter Kinder, Psychosoziale Entwicklung, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, Familienleben, Behinderung, chronische Erkrankung, Identitätsentwicklung, Resilienzförderung, Elternberatung, Familienatmosphäre, Sozialisation, Bewältigungsstrategien, Coping.
Die Arbeit untersucht die psychosoziale Entwicklung von gesunden Geschwistern, die mit einem behinderten oder chronisch kranken Kind in einer Familie aufwachsen.
Zu den Schwerpunkten gehören das Resilienzkonzept, intrafamiliäre Beziehungen, die Auswirkungen einer Behinderung auf das Geschwisterkind sowie Möglichkeiten der Unterstützung und Förderung.
Ziel ist es zu klären, wie die Resilienz der gesunden Geschwister gezielt gefördert werden kann, um eine positive psychosoziale Identitätsentwicklung trotz der besonderen familiären Belastungen zu ermöglichen.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturstudie, in der aktuelle Forschungsergebnisse aus der Psychologie und Pädagogik analysiert und auf die spezielle Situation der Geschwister übertragen werden.
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen (Resilienz/Schutzfaktoren) geklärt, anschließend die familiäre Dynamik untersucht und schließlich konkrete Interventionsmöglichkeiten für Eltern und Fachkräfte vorgestellt.
Zentrale Begriffe sind Resilienz, Geschwister behinderter Kinder, Schutz- und Risikofaktoren sowie psychosoziale Entwicklung.
Die Einstellung der Eltern prägt das Familienklima und die Offenheit, mit der über die Behinderung gesprochen wird; dies entscheidet maßgeblich darüber, ob Geschwister Schuldgefühle entwickeln oder ihre Situation als Herausforderung begreifen.
Fachkräfte wie Lehrer oder Sozialpädagogen können durch Aufklärung, das Einbeziehen der Geschwister in Beratungen und die Schaffung eines sensiblen Umfelds dazu beitragen, soziale Kompetenzen zu stärken und Isolation abzubauen.
Ja, jüngere Kinder reagieren oft hilfloser und überforderter, während ältere Geschwister durch die Identifikation mit Elternrollen eher dazu neigen, Verantwortung zu übernehmen, was jedoch zu Identitätskonflikten führen kann.
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