Bachelorarbeit, 2009
49 Seiten, Note: 1,3
1. Problemstellung und Aufbau der Arbeit
2. Tourismus und seine Einflussfaktoren
2.1 Tourismus
2.2 Einflussfaktoren auf den touristischen Erfolg einer Region
2.3 Die Bedeutung politischer Stabilität für den Tourismus
2.4 Mikroökonomische Fundierung
3. Methoden zur Messung von Tourismus, politischer Stabilität und deren Zusammenhang
3.1 Messung des Tourismus
3.2 Messung der politischen Stabilität einer Region
3.2.1 Die Worldwide Governance Indicators (WGI)
3.2.2 Der International Country Risk Guide (ICRG)
3.2.3 Der Länderkennzahlenindex (LKI)
3.3 Messung der Auswirkungen von Kriegen, Unruhen und Bürgerkriegen auf den Tourismus
3.3.1 Messung anhand Kennzahlen für verschiedene Länder
3.3.2 Expertengespräche
3.3.3 Literaturstudien
3.3.4 Befragung von Reiseveranstaltern
3.3.5 Fallbeispiele
4. Sierra Leone und der Einfluss des Bürgerkrieges auf den Tourismus
4.1 Sierra Leone
4.2 Politische Entwicklung in Sierra Leone seit der Unabhängigkeit
4.3 Entwicklung des Tourismus in Sierra Leone
4.4 Entwicklung der politischen Stabilität in Sierra Leone
4.5 Entwicklung des Tourismus unter Einfluss von politischen Krisen
4.5.1 Messung anhand Vergleichsdaten
4.5.2 Messung anhand Expertengesprächen
4.5.3 Messung anhand Fallbeispielen
4.6 Prognose für Sierra Leone
5. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht den Einfluss politischer Krisen, insbesondere Bürgerkriege, auf die touristische Entwicklung einer Region. Ziel ist es zu analysieren, wie stark ein solcher Konflikt den Tourismus beeinträchtigt, welche Faktoren die Regeneration nach der Krise bestimmen und ob es fundamentale Unterschiede zwischen verschiedenen Ländertypen gibt, wobei Sierra Leone als primäres Fallbeispiel dient.
4.5.2 Messung anhand Expertengesprächen
Fragt man Experten im Bereich Tourismus, Wirtschaft oder Friedensvermittlung über die Situation von Sierra Leone, bekommt man eine fast einheitliche Aussage. Das Land hat grundsätzlich von der Landschaft sehr gute Voraussetzungen für den Tourismus. Es gibt weiße Strände, Palmen, eine exotische Flora und Fauna, aber auch Berge und natürlich das Meer. Diese Gegebenheiten sind große Anziehungspunkte für Touristen. Doch der Krieg hat, obwohl beendet, dazu geführt, dass keine Touristen mehr ins Land reisen. Das hat mehrere Gründe. Zum einen ist das Land behaftet von einem Image der Kindersoldaten und grausamen Verstümmelungen, die jahrelang in den Nachrichten gezeigt wurden. Ein weiterer Grund ist, dass keine Firmen mehr in die Tourismusinfrastruktur investieren wollen. Es gibt heutzutage viele andere Tourismusmärkte, so dass Sierra Leone für sie nicht mehr so attraktiv ist und mit zu viel Geld- und Zeitinvestitionen verbunden wäre. So gibt es keine Straßen, keine Elektrizität, kein fließendes Wasser und kaum intakte Wohnmöglichkeiten. Die Bevölkerung ist so arm, dass sie den Kreislauf von Armut und schlechter Wirtschaft nicht zu durchbrechen vermag. Durch die Zuflucht der Armen in die Hauptstadt Freetown ist auch diese für Touristen nicht mehr attraktiv. Die UNO bemüht sich zwar Firmen zu Investitionen zu motivieren, jedoch bis heute fast ohne Erfolg.
Ein weiteres Problem, welches auch die Situation nach einem Krieg in einem Entwicklungsland von einem anderen Land unterscheidet, ist das Problem der Krankheiten. In Sierra Leone gab es schon immer Malaria. Während und nach dem Krieg hat sich diese Krankheit jedoch noch um ein vielfaches verbreitet. Kaum eine Familie ist nicht betroffen. Das schreckt Touristen ab.
Die Frage nach regionalen Unterschieden in der Entwicklung des Tourismus nach einer politischen Krise wird damit beantwortet, dass es zunächst Unterschiede zwischen Entwicklungsländern und anderen Ländern gibt. Bei Schwellen- oder Industrieländern wird meist wieder schneller investiert. Hier gehen die Firmen oft davon aus, dass kein weiterer Krieg beginnen wird.
1. Problemstellung und Aufbau der Arbeit: Einführung in die Forschungsfrage und Erläuterung, warum politische Stabilität ein entscheidender, aber oft vernachlässigter Faktor für den Tourismuserfolg ist.
2. Tourismus und seine Einflussfaktoren: Definition des Tourismusbegriffs für die Arbeit und Diskussion der systemischen Komponenten (Leistungsträger, Attraktionen, Systemumwelt) sowie mikroökonomischer Aspekte.
3. Methoden zur Messung von Tourismus, politischer Stabilität und deren Zusammenhang: Vorstellung wissenschaftlicher Indizes (WGI, ICRG, LKI) und methodischer Ansätze zur Analyse von Tourismusdaten in Krisenzeiten.
4. Sierra Leone und der Einfluss des Bürgerkrieges auf den Tourismus: Detaillierte Fallstudie zu Sierra Leone, inklusive politischer Historie, Datenanalyse zur Tourismusentwicklung sowie Expertenmeinungen und Prognosen.
5. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse aus den gewählten Messmethoden und Bestätigung, dass der Tourismus in Entwicklungsländern nach einer politischen Krise nur äußerst schwer wieder nachhaltig zu etablieren ist.
Tourismus, Sierra Leone, Bürgerkrieg, politische Stabilität, Tourismusintensität, Krisenmanagement, Entwicklungsland, Infrastruktur, Investitionen, Tourismusnachfrage, Länderkennzahlenindex, Sicherheitsaspekte, Regenerationsdauer, Tourismusstatistik, Wirtschaftliche Instabilität.
Die Arbeit befasst sich mit dem Einfluss, den politische Krisen – wie Krieg oder Bürgerkrieg – auf die Entwicklung und Regeneration des Tourismussektors in einer Region ausüben.
Die Arbeit verknüpft Tourismusökonomie mit politischer Sicherheit, Infrastrukturanalyse und makroökonomischen Indikatoren, um die touristische Attraktivität von Krisenregionen zu bewerten.
Das Hauptziel ist es, herauszufinden, ob ein stetiger Rückgang des Tourismus nach einer Krise unvermeidlich ist und wie stark sich Entwicklungs- von Industrieländern in der Regenerationsfähigkeit unterscheiden.
Neben dem Vergleich von Tourismuskennzahlen nutzt die Arbeit den selbst entwickelten Länderkennzahlenindex (LKI) sowie die qualitative Auswertung von Expertengesprächen.
Der Hauptteil analysiert umfassend die politische Entwicklung und den Tourismusverfall in Sierra Leone sowie Vergleichsbeispiele wie Kroatien, den Libanon und Kenia.
Kernbegriffe sind politische Stabilität, Tourismusintensität, Wiederaufbau, Infrastrukturdefizite und das Phänomen der langfristigen Tourismuszerstörung in Krisenregionen.
Sierra Leone dient als extremes Beispiel für ein Entwicklungsland, das durch eine lang andauernde Krise die gesamte touristische Infrastruktur verloren hat und trotz Frieden kaum in der Lage ist, neue Investoren zu gewinnen.
Kroatien profitierte von einer stärkeren wirtschaftlichen Basis und der geografischen Nähe zu europäischen Quellmärkten, während Sierra Leone durch Armut, mangelnde Infrastruktur und ein negatives Image langfristig blockiert bleibt.
Experteninterviews, unter anderem mit UNO-Mitarbeitern, bestätigen die statistischen Erkenntnisse: Die Zerstörung der Infrastruktur und das fehlende Vertrauen der Investoren verhindern nach einem Bürgerkrieg eine schnelle touristische Rückkehr.
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