Magisterarbeit, 2004
110 Seiten, Note: 1,8
I. Einleitung
1. Fragestellung und Zielsetzung
2. Struktur der Arbeit
II. Die jugoslawisch- sowjetischen Beziehungen nach dem Zweiten Weltkrieg (1945 – 1960)
1. Politische Entwicklungen in Jugoslawien von 1918 bis 1945
1.1 Jugoslawien zwischen den Kriegen (1918 – 1940)
1.1.1 Der Zerfall des „alten“ Jugoslawien
1.1.2 Tito
1.2 Jugoslawien im Zweiten Weltkrieg (1940 – 1945)
1.2.1 Die Aufteilung Jugoslawiens durch die deutschen Besatzer
1.2.2 Der Widerstand: Tito Partisanen gegen Michailovićs- Četniks
1.2.3 Das Ende des Krieges und die Gründung des neuen jugoslawischen Staates
2. Die vier Phasen der jugoslawisch- sowjetischen Beziehungen nach 1945
2.1 Die erste Phase: 1945 – 1948
2.1.1 Wirtschaftliche Neuordnung Jugoslawiens
2.1.2 Die neuen Machthaber und der Staatsterror
2.1.3 Territoriale und politische Neuordnung in Jugoslawien
2.1.4 Die KP in Jugoslawien und in den jugoslawischen Republiken
2.1.5 Jugoslawische Außenpolitik nach Kriegsende
2.1.6 Der Kominform- Konflikt (1948)
2.1.6.1 Der Briefwechsel zwischen Tito und Stalin im Frühjahr 1948
2.1.6.2 Ausschluss Jugoslawiens aus dem Kominform
2.2 Die zweite Phase: 1948 – 1953
2.2.1 Wirtschaftlichen Folgen der Kominform- Krise für Jugoslawien
2.2.2 Das jugoslawische Arbeiterselbstverwaltungsmodell
2.2.3 Innenpolitische Entwicklungen
2.2.3.1 Unmittelbare politische Folgen für Jugoslawien
2.2.3.2 Übergang zur offenen Kritik am Stalinismus
2.2.4 Jugoslawische Außenpolitik ab 1948
2.2.5 Beginn der Blockfreienbewegung
2.3 Die dritte Phase: 1953 – 1956
2.3.1 Politische Entwicklungen in der Sowjetunion nach Stalins Tod
2.3.2 Politische Entwicklungen in Jugoslawien nach 1953
2.3.2.1 Wirtschaftliche Entwicklung
2.3.2.2 Innenpolitische Entwicklungen/ Der Fall Djilas (1953/1954)
2.3.2.3 Jugoslawien und die „Blockfreiheit“
2.3.3 Die jugoslawisch-sowjetische Versöhnung
2.4 Die vierte Phase: 1956 – 1960
2.4.1 Politische Entwicklungen in der Sowjetunion nach 1956
2.4.2 Politische Entwicklungen in Jugoslawien nach 1956
2.4.3 Die jugoslawisch-sowjetischen Beziehungen nach 1956
2.4.3.1 Die Ungarn Krise 1956
2.4.3.2 Die Auswirkungen der Ungarn Krise
2.4.3.3 Der neue Konflikt 1957/58
III. Schluss
1. Das Auf und Ab in den Beziehungen zwischen der Sowjetunion und Jugoslawien
2. Vergleich der Kominform- Krise von 1948 mit der zweiten Krise in den jugoslawisch-sowjetischen Beziehungen 1957/58
Die vorliegende Arbeit untersucht die bilateralen Beziehungen zwischen Jugoslawien und der Sowjetunion im Zeitraum von 1945 bis 1960. Das Hauptziel der politikwissenschaftlichen Analyse ist die Beantwortung der Frage, welche Gründe für die politischen Kurswechsel beider Staaten in diesem Zeitraum ausschlaggebend waren und wie sich diese auf die bilateralen Beziehungen auswirkten. Dabei wird insbesondere ein Vergleich der zwei großen Krisen von 1948 und 1957/58 angestrebt.
1.1.2 Tito
Im Jahre 1937 ernannte die Komintern Josip Broz- Tito zum Generalsekretär der KP (=Kommunistische Partei) von Jugoslawien, und machte ihn damit zum Anführer der jugoslawischen Kommunisten. Doch wer war dieser Tito, welchen Weg hatte er bis zu dieser Ernennung an die Spitze der jugoslawischen KP beschritten?
Josip Broz wurde 1892 in dem kroatischen Dorf Kumrovec geboren. Er absolvierte eine Lehre als Schlossschmied in dem kleinen kroatischen Dorf Sisak und ging von 1911 bis 1913 auf Wanderschaft durch Deutschland und Österreich. Im Jahre 1913 trat er in Kroatien die zweijährige Militärzeit in der Armee des Kaiserreichs Österreich- Ungarn an. Während seiner Dienstzeit brach der erste Weltkrieg aus, und im Jahr 1915 geriet Broz verwundet in russische Kriegsgefangenschaft. Nach zwei Jahren in diversen Gefangenenlagern in Russland erlebte er 1917 die russische Oktoberrevolution mit und trat der Internationalen Roten Garde bei. Erst 1920 kehrte Josip Broz nach Jugoslawien zurück und trat dort umgehend in die Kommunistische Partei ein.
Die Gewerkschaften und die Kommunistische Partei wurden kurz darauf offiziell verboten, und so engagierte sich Tito fortan im Untergrund für die nun illegale Partei. 1927 wurde Broz zum ersten Mal wegen revolutionärer Tätigkeiten verhaftet, kam jedoch kurz darauf wieder frei. Ein Jahr später wurde er abermals verhaftet und zu fünf Jahren Gefängnis wegen angeblicher Beteiligung an Flugblattaktionen und Vorbereitung eines Bombenattentats verurteilt. Erst 1934 kam Broz wieder aus der Haft frei. Unter den verschärften politischen Bedingungen im Land, nach der Ermordung von König Alexander, war Josip Broz gezwungen, ein Leben im Untergrund zu führen, unter Verwendung verschiedener Decknamen. In dieser Zeit entstand der Deckname „Tito“, unter dem er später weltbekannt werden sollte. Nachdem er zeitweise für das Zentralkomitee der KP Jugoslawiens in Wien gearbeitet hatte, wurde er schließlich für die Arbeit des Balkansekretariats der Komintern berufen, und reiste noch 1934 nach Moskau ab. Nach einigen Aufenthalten in Moskau und organisatorischen Aufgaben innerhalb der KP in Jugoslawien in den Folgejahren, wurde Tito schließlich Ende 1937 zum Generalsekretär der KPJ erklärt.
I. Einleitung: Definiert die Forschungsfrage und das Ziel der Untersuchung bezüglich der jugoslawisch-sowjetischen Beziehungen im Zeitraum 1945-1960.
II. Die jugoslawisch- sowjetischen Beziehungen nach dem Zweiten Weltkrieg (1945 – 1960): Bildet den Hauptteil, der die vier Phasen der Beziehungen chronologisch und thematisch (Wirtschaft, Innen- und Außenpolitik) analysiert.
III. Schluss: Fasst die Ergebnisse zusammen und vergleicht die zwei großen Krisen von 1948 und 1957/58, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten.
IV. Bibliographie: Listet die für die Arbeit verwendete Fachliteratur auf.
V. Anhang: Enthält biographische Informationen zu wichtigen Akteuren und Kartenmaterial zur Veranschaulichung der politischen Geographie.
Jugoslawien, Sowjetunion, Tito, Stalin, Kominform, Außenpolitik, Ideologie, Kommunistische Partei, Arbeiterselbstverwaltung, Blockfreiheit, Ostblock, Kalter Krieg, Entstalinisierung, Außenpolitik, Balkanföderation.
Die Arbeit analysiert die wechselhaften politischen Beziehungen zwischen Jugoslawien und der Sowjetunion im Zeitraum von 1945 bis 1960.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Außenpolitik beider Staaten sowie deren Wirtschafts- und Innenpolitik, soweit diese die bilateralen Beziehungen beeinflussten.
Das Ziel ist es, die Gründe für die politischen Kurswechsel beider Länder zu identifizieren, die zu Veränderungen in den bilateralen Beziehungen führten.
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die den untersuchten Zeitraum in vier spezifische Phasen unterteilt und diese chronologisch darstellt.
Der Hauptteil gliedert sich in vier Zeitabschnitte, die von der Nachkriegszeit über den Bruch 1948 und den Beginn des Blockfreien-Status bis hin zur ambivalenten Annäherung nach Stalins Tod reichen.
Zentrale Begriffe sind der Kominform-Konflikt, die Entstalinisierung, die Politik der Blockfreiheit sowie der jugoslawische Weg zum Sozialismus.
Der Bruch beendete die Phase des revolutionären Etatismus und markierte den Beginn einer eigenständigen jugoslawischen Politik, die sich vom sowjetischen Modell distanzierte.
Die Blockfreiheit wird als strategische Antwort auf die Isolierung Jugoslawiens durch den Ostblock sowie als Mittel zur Wahrung der Unabhängigkeit gegenüber den Supermächten beschrieben.
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