Examensarbeit, 2012
67 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Gott und das Leid – Die Theodizee
2.1 Philosophisches Verständnis der Theodizee
2.2 Theologische Grundlagen der Theodizeeproblematik
2.2.1 Biblische Traditionen
2.2.2 Alte Kirche, Mittelalter, Neuzeit
2.3 Systematisch-theologische Überlegungen heute
2.3.1 Gottes Allmacht
2.3.2 Das Negative in der Schöpfung
2.3.3 Die Freiheit des Menschen im Kontext des Leids
2.3.4 Der gnädige und mitleidende Gott
3. Kindliche Perspektiven
3.1 Die Ängste und Nöte der Kinder
3.1.1 Kinderarmut
3.1.2 Veränderte familiale Bedingungen
3.1.3 Krankheit, Schmerz, Tod
3.1.4 Schulängste, Mobbing, Gewalt
3.1.5 Emotionaler und physischer Missbrauch
3.2 Entwicklungspsychologie
3.2.1 Das Stufenmodell nach Jean Piaget
3.2.2 Die moralische Entwicklung nach Lawrence Kohlberg
3.2.3 Die Stufen des religiösen Urteils nach Fritz Oser und Paul Gmünder
3.3 Kindliche Deutungsversuche des Leids
3.4 Hilfreiche Wege zum Bestehen im Leid
3.4.1 Die Leidproblematik: Verdrängen oder Zulassen?
3.4.2 Leid als Strafe Gottes? Strafangst und Schuldgefühl
3.4.3 Gott ist allmächtig, aber warum gibt es dann Leid?
3.4.4 Ist Leid unvermeidlich um der menschlichen Freiheit willen?
3.4.5 Gläubiger Verzicht auf eine Lösung
4. Die Theodizeefrage im Religionsunterricht der Grundschule
4.1 Kerncurriculum der EKD
4.2 Bildungsstandards für evangelische Religionslehre an Grundschulen in Baden-Württemberg
4.3 Die Notwendigkeit der Behandlung der Theodizeefrage in der Grundschule
4.4 Didaktisch-methodische Überlegungen
4.5 Ideen für die Unterrichtsplanung
4.5.1 Die Theodizeefrage im Kontext der Hiob-Geschichte
4.5.2 Das Leben Jesu im Kontext der Theodizeeproblematik
5. Schlussbemerkung
Die Arbeit untersucht die philosophische und theologische Theodizeefrage im Kontext der Lebenswirklichkeit von Grundschulkindern. Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie das Leid im Religionsunterricht altersgerecht thematisiert werden kann, um Kinder bei der Bewältigung ihrer Ängste und Fragen zu unterstützen, ohne sie mit unreflektierten Erklärungen allein zu lassen.
Die Leidproblematik: Verdrängen oder Zulassen?
„Zur allgemeinen und zur religiösen Erziehung gehört es, dass Kinder auch die dunklen Seiten des Lebens kennen lernen müssen. Wir müssen sie schon früh auf die leidvolle Wirklichkeit vorbereiten, damit sie ihr nicht hilflos ausgeliefert sind.“
Dies zeigt, dass das Errichten einer Glaskuppel mit dem Ziel, Kinder möglichst lange vor dem Bösen und dem Unheil der Welt zu beschützen, gegenteiligen Effekt erzielt, als den von Eltern und Erziehern gewünschten. Um für bedrängende Situationen des Lebens gewappnet zu sein, bedarf es einer sensiblen und empathischen Begleitung durch einen Erwachsenen; schon Begegnungen mit Situationen, die aus Sicht eines Erwachsenen als nicht leidvoll eingeschätzt werden, empfinden Kinder oftmals als einschneidende Erlebnisse (z.B. ein totes Tier am Wegesrand, eine Hänselei auf dem Schulweg, Ausgrenzung beim Spielen usw.). Im schwierigen Stadium der Identitätsentwicklung ist die Konfrontation mit den dunklen Seiten des Lebens unabdingbar, um eine eigenständige und stabile Persönlichkeit zu entwickeln.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Theodizeefrage ein, umreißt die Schwerpunkte der Arbeit und begründet die Notwendigkeit einer kindgerechten Auseinandersetzung mit der Gerechtigkeit Gottes im Grundschulunterricht.
2. Gott und das Leid – Die Theodizee: Das Kapitel skizziert die philosophische Theodizeetradition und setzt diese in Bezug zu biblischen und systematisch-theologischen Perspektiven auf Gottes Allmacht, Güte und das Mitleiden Gottes.
3. Kindliche Perspektiven: Hier werden die Lebenswirklichkeit und die spezifischen Ängste von Kindern analysiert sowie entwicklungspsychologische Stufenmodelle (Piaget, Kohlberg, Oser/Gmünder) auf ihre Bedeutung für das kindliche Leidensverständnis hin geprüft.
4. Die Theodizeefrage im Religionsunterricht der Grundschule: Der Abschnitt diskutiert die Notwendigkeit der Thematisierung von Leid in der Grundschule und schlägt didaktisch-methodische Ansätze vor, insbesondere anhand der Hiob-Geschichte und des Lebens Jesu.
5. Schlussbemerkung: Die Arbeit resümiert, dass eine kindorientierte Religionspädagogik Kinder bei der Leidbewältigung begleiten muss, indem sie Ehrlichkeit vor vorschnellen Antworten stellt und das Vertrauen in Gott als tragendes Element stärkt.
Theodizeefrage, Gerechtigkeit Gottes, Leidbewältigung, Religionspädagogik, Grundschule, kindliche Lebenswirklichkeit, Hiob, christlicher Glaube, Kindheit, Entwicklungspsychologie, Gottesbild, Klage, Allmacht Gottes, Religionsunterricht, Seelsorge.
Die Arbeit befasst sich mit der Theodizeefrage – also der Frage nach der Gerechtigkeit Gottes angesichts des Leids – und untersucht, wie dieses komplexe Thema für Kinder im Grundschulalter pädagogisch und theologisch angemessen aufbereitet werden kann.
Die zentralen Felder sind die philosophisch-theologische Theodizeediskussion, die psychologische Entwicklung von Kindern in Bezug auf Leid und Moral sowie die praktische Umsetzung im evangelischen Religionsunterricht.
Das Hauptziel besteht darin, Religionslehrern methodische Anhaltspunkte zu liefern, um Kindern bei der Auseinandersetzung mit Leid zu helfen, damit diese an Gott trotz negativer Erfahrungen festhalten können.
Es werden unter anderem die Stufenmodelle von Jean Piaget (kognitive Entwicklung), Lawrence Kohlberg (moralische Entwicklung) und Fritz Oser/Paul Gmünder (religiöses Urteil) herangezogen, um das kindliche Verständnis von Leid und Gott zu erläutern.
Der Hauptteil analysiert, warum das "Verdrängen" von Leid bei Kindern kontraproduktiv ist, wie man die Hiob-Geschichte didaktisch nutzt und warum das christologische Verständnis eines mitleidenden Gottes zentral für die Bewältigung ist.
Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie Theodizee, kindliches Leid, Klage, Religionspädagogik, Gottvertrauen und kindorientierte Erziehung charakterisiert.
Die Hiob-Geschichte dient als ermutigendes Beispiel, da Hiob trotz seines Schicksals nicht stillschweigend resigniert, sondern klagend mit Gott ringt, was Kindern hilft, ihre eigene Sprachlosigkeit zu überwinden.
Die Autorin empfiehlt ein ehrliches Eingeständnis des Nichtwissens, anstatt oberflächliche Erklärungen zu geben; das gemeinsame Aushalten von Fragen und die Vermittlung von Gottvertrauen stehen hierbei an oberster Stelle.
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