Masterarbeit, 2006
88 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Bedeutung psychoanalytischer Einflüsse auf die Soziale Arbeit
2.1 Psychoanalytische Soziale Arbeit
2.2 Einfluss der Psychoanalyse auf das Arbeitsbündnis in der Sozialen Arbeit
2.3 Berührungspunkte von Sozialer Arbeit und Psychoanalyse
2.4 Praxisbeispiel: „Verein für Psychoanalytische Sozialarbeit e.V.“
3. Entwicklung der Selbstkonzeptforschung und Forschungsstand
3.1 Weitere Akteure in der Selbstkonzeptforschung
3.2 Aktuelle Perspektiven zur Selbstkonzeptforschung
4. Begriffsannäherungen und Definitionen in der Selbstkonzeptforschung
4.1 Identität und Subjekt
4.2 Perspektiven zum Ich-Begriff
4.3 Perspektiven zum Selbst-Begriff
4.4 Selbstkonzept
4.5 Schul- und Fähigkeitsselbstkonzept
5. Entwicklung von Selbstkonzepten bei Kindern bis zum Grundschulalter
5.1 Anfänge der Selbstkonzeptentwicklung
5.2 Aufnahme von Informationen für Selbstkonzepte
5.3 Informationsquellen für Selbstkonzepte
5.4 Bedeutung von sozialen Beziehungen auf die Selbstkonzeptentwicklung
5.5 Plötzliche Entdeckung des Selbst
5.6 Identität und Selbstdarstellung
5.7 Bedeutung von Gleichaltrigenbeziehungen für die Selbstkonzeptentwicklung
5.8 Entwicklung des schulischen Selbstkonzeptes
5.9 Zusammenfassung - Entwicklung von Selbstkonzepten
6. Einflussfaktoren – Gene und Umwelt
6.1 Dialektische Bezogenheit von Genen und Umwelt
6.2 Einflussfaktoren auf schulische Selbstkonzepte
7. Der Ursprung des Selbst und seine Gefährdungen
7.1 Verteidigung des Selbst
7.2 Das Selbst im Widerspruch zu sich und der Umwelt
7.3 Gefährdungen durch Gleichaltrigenbeziehungen
7.4 Zusammenfassung – Ursprung des Selbst und seine Gefährdungen
8. Forschungsentwurf
8.1 Subjektivität durch Ästhetik gewinnen
8.2 Von der Frage zur Methode
8.3 Der Rahmen des Forschungsentwurfs
8.3.1 Kontaktaufnahme zur Grundschule
8.3.2 Erhebung und Organisation des Forschungsprozesses
8.3.3 Ansprechpartner gesucht
8.3.4 Auswertung der Ergebnisse
9. Darstellung und Diskussion der Ergebnisse
9.1 Ergebnisse von 60 jungen Selbst-Forschern/innen
9.2 Eingrenzung und Diskussion von ausgewählten Teilaspekten in Bezugnahme zu den Ausgangsthesen
9.2.1 Der Einfluss von Schulkameraden/innen auf Gefühle und Statussymbole
9.2.2 Fußball, Markenbewusstsein und Schönheitssymbole als starke Prestigeträger
10. Reflexion des Forschungsprojektes
11. Fazit
Die Masterarbeit untersucht die Entwicklung von Selbstkonzepten bei Kindern bis zum Grundschulalter, mit einem besonderen Fokus auf den Einfluss von Schulkameraden und dem schulischen Umfeld. Ziel ist es, unter Einbeziehung psychoanalytischer und entwicklungspsychologischer Theorien zu ergründen, wie soziale Beziehungen und externe Bewertungen das Selbstbild von Schulkindern beeinflussen und ob ein "wahres Selbst" in diesem Kontext bestehen bleiben kann.
Der Ursprung des Selbst und seine Gefährdungen
Eine Infragestellung oder Beeinträchtigung der eigenen Person bzw. des eigenen Selbst, kann als existenzbedrohend erlebt werden. Im Laufe des Lebens entwickelt das Individuum ein mehr oder weniger konsistentes System von Annahmen über sich selbst, dass das eigene Denken, Fühlen und Handeln in künftigen Situationen vorhersehbar und erwartbar macht. Vor allem in Bezug auf Erfolge und Misserfolge sollen möglichst präzise Vorhersagen in bestimmten Situationen das Selbst vor Angriffen bewahren. Eine sichere Vorhersage ist jedoch nur in spezifischen Situationen möglich. So braucht es eine Theorie über sich selbst und zusätzlich ein möglichst präzises Umweltkonzept. Das Selbst- und das Umweltkonzept müssen hierbei im Einklang zueinander stehen, da sonst Beeinträchtigungen, beispielsweise beim Selbstbewusstsein, zu erwarten sind. So kann sich eine Person mit einem negativ konnotierten Selbstbild einem starken Weltbild unterlegen fühlen.
Jeder Mensch versucht mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, eine günstige Bewertung der eigenen Person zu erhalten. Mit einer Reihe von Techniken, wie Wahrnehmungsabwehr, selektive Interaktion, Abwertung von unstimmigen Informationen, versucht das Individuum eine positive Selbstwertschätzung zu behalten. Je unzureichender der Selbstwert subjektiv gesehen wird, desto wichtiger ist die Verteidigung des Selbst. Das kann sich wiederum negativ auf die Lernleistung auswirken. Eine positive Selbstwertschätzung ist ein Grundbedürfnis und stellt eine wichtige Orientierungsbasis für individuelles Verhalten dar. Ebenso hilft es, schwierige Situationen ohne Angst zu bewältigen.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Selbstkonzeptentwicklung von Kindern und Vorstellung der Forschungsabsicht.
2. Bedeutung psychoanalytischer Einflüsse auf die Soziale Arbeit: Analyse des Nutzens psychoanalytischer Perspektiven für die professionelle Arbeit und das Arbeitsbündnis.
3. Entwicklung der Selbstkonzeptforschung und Forschungsstand: Historischer Abriss über wichtige Akteure und Modelle in der Selbstkonzeptforschung.
4. Begriffsannäherungen und Definitionen in der Selbstkonzeptforschung: Theoretische Klärung zentraler Begriffe wie Identität, Ich, Selbst und Selbstkonzept.
5. Entwicklung von Selbstkonzepten bei Kindern bis zum Grundschulalter: Detaillierte Betrachtung der kindlichen Entwicklung vom vorgeburtlichen Stadium bis zum Grundschulalter.
6. Einflussfaktoren – Gene und Umwelt: Untersuchung der dialektischen Bezogenheit von Anlage und Umwelt auf die Selbstbildung.
7. Der Ursprung des Selbst und seine Gefährdungen: Diskussion über Gefahren für das Selbst durch äußere Anforderungen und notwendige Verteidigungsstrategien.
8. Forschungsentwurf: Beschreibung der methodischen Vorgehensweise und der ästhetischen Forschungsmethoden des Projekts.
9. Darstellung und Diskussion der Ergebnisse: Auswertung und Interpretation der empirischen Erhebung bei den Schulkindern.
10. Reflexion des Forschungsprojektes: Kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Forschungsprozess und methodischen Ansätzen.
11. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfragen und Ausblick auf künftige Forschungsmöglichkeiten.
Selbstkonzept, Soziale Arbeit, Psychoanalyse, Grundschulalter, Identitätsentwicklung, Schulkameraden, Selbstbild, Sozialisation, Ästhetische Forschung, wahres Selbst, falsches Selbst, soziale Beziehungen, Kindheit, Persönlichkeitsentwicklung, Gruppendruck
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung des Selbstkonzepts bei Kindern und analysiert, wie äußere Einflüsse, insbesondere durch Schulkameraden, das Selbstbild von Grundschulkindern prägen oder gefährden können.
Die Studie verknüpft psychoanalytische Theorien mit entwicklungspsychologischen Ansätzen und untersucht, wie Kinder ihre Identität im Spannungsfeld zwischen innerem Bedürfnis und gesellschaftlicher Erwartung konstruieren.
Die Arbeit untersucht, ob und wie Schulkinder im schulischen Kontext ihr wahres Selbst bewahren können oder ob sie durch Erwartungsdruck und soziale Vergleiche zu Anpassungen gezwungen werden, die ihr Selbstbild beeinträchtigen.
Die Arbeit nutzt ästhetische Forschungsmethoden, darunter Gruppengespräche und das Anfertigen von Ich-Bildern, um subjektive Sinnstrukturen von Schulkindern in ihrer authentischen Wahrnehmung zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über die Entstehung des Selbst und eine empirische Analyse, die Ergebnisse einer eigenen qualitativen Studie mit 60 Schulkindern darstellt und diskutiert.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Selbstkonzept, Psychoanalyse in der Sozialen Arbeit, Identitätsentwicklung, Sozialisation und ästhetische Forschungsmethoden.
In Anlehnung an Donald Winnicott wird das "wahre Selbst" als Quelle der Kreativität definiert, während das "falsche Selbst" als notwendige, aber potenziell einengende Anpassungsleistung an die Umwelt beschrieben wird.
Die Schule wird als ein Ort beschrieben, der durch standardisierte Leistungsanforderungen und soziale Vergleichsprozesse (wie den Big-Fish-Little-Pond-Effekt) das Selbstkonzept maßgeblich beeinflusst und oft zu einem Leistungs- oder Erwartungsdruck führt.
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