Bachelorarbeit, 2015
80 Seiten, Note: 1.3
1. Einleitung
2. Emotionsarbeit
2.1. Das Konstrukt
2.2. Emotionale Regulationsanforderungen
2.3. Emotionale Regulationsmöglichkeiten
2.3.1. Regulationsstrategie „Deep-acting“ (Tiefenhandeln)
2.3.2. Regulationsstrategie „Surface-acting“ (Oberflächenhandeln)
2.4. Emotionale Dissonanz als Regulationsproblem
2.5. Emotionsarbeit und Emotionale Dissonanz im Pflegebereich
3. Auswirkungen von Emotionsarbeit
3.1. Burnout als eine mögliche Folge von Emotionaler Dissonanz
3.1.1. Der Begriff „Burnout“
3.1.2. Dimensionen von Burnout
3.1.3. Burnout und emotionale Dissonanz in der Pflege
3.1.4. Zusammenhang von Emotionaler Dissonanz und Burnout
3.2. Irritation
3.2.1. Der Begriff „Irritation“
3.2.2. Unterscheidung kognitive und emotionale Irritation
3.2.3. Korrelation zwischen Irritation und Emotionaler Dissonanz
4. Führung und Gesundheit
4.1. Gesundheits- und entwicklungsförderliche Führung
4.1.1. Einflussmöglichkeiten von Führung auf die Gesundheit
4.1.2. Möglichkeiten und Grenzen gesundheitsförderlicher Führung
4.2. Anforderung an Führungskräfte in der Pflege
5. Forschungsfragen und Hypothesen
6. Methode
6.1. Befragungsablauf
6.2. Erhebungsinstrument
6.2.1. Emotionale Dissonanz
6.2.2. Burnout
6.2.3. Irritation
6.2.4. Gesunde Führung
6.2.5. Arbeitszufriedenheit
6.3. Die Stichprobe
6.4. Auswertungsmethode
7. Ergebnisse
7.1. Deskriptive Statistik
7.2. Ergebnisse der Hypothesenprüfung
7.2.1. Hypothese 1
7.2.2. Hypothese 2
7.2.3. Hypothese 3
7.2.4. Hypothese 4
7.2.5. Hypothese 5
7.2.6. Hypothese 6
7.3. Interskalen-Korrelation
8. Interpretation
8.1. Hypothese 1
8.2. Hypothese 2
8.3. Hypothese 3
8.4. Hypothese 4
8.5. Hypothese 5
8.6. Hypothese 6
8.7. Interskalen-Korrelation
9. Diskussion
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der im Pflegebereich ausgeübten Emotionsarbeit, insbesondere der emotionalen Dissonanz, und den psychischen Folgen wie Burnout und Irritation, unter Berücksichtigung der gesundheitsförderlichen Führung als moderierende Ressource.
2.1. Das Konstrukt
Die amerikanische Soziologin Arlie Russel Hochschild prägte als eine der Ersten den Begriff der Emotionsarbeit und führte diesen in ihrem im Jahr 1983 veröffentlichten Buch „The managed heart: Commercialization on human feeling“, welches im Jahr 1990 in Deutschland unter dem Namen: „Das verkaufte Herz: Zur Kommerzialisierung der Gefühle“ erschien, in die Wissenschaft ein. Nach Hochschild (1990) kann der Begriff der Emotionsarbeit oder auch „emotional labor“ demnach als die bezahlte Arbeit definiert werden, bei welcher ein Management der eigenen Gefühle erforderlich ist, um nach außen in Mimik, Gestik und Stimme ein bestimmtes Gefühl zum Ausdruck zu bringen, unabhängig davon, ob dies mit den inneren Empfindungen übereinstimmt oder nicht. In ihrem Werk betonte Hochschild die Bedeutung des emotionalen Aspektes von Arbeit und der damit verbundenen Ausdrucksweise von Gefühlsnormen, indem Sie die Auswirkungen von Emotionsarbeit auf FlugbegleiterInnen der Fluglinie Delta Airlines untersuchte. Da diese Fluglinie ein besonderes Augenmerk auf guten Service, wie Höflichkeit und Zuvorkommen richtete, eignete sie sich laut Hochschild (1990) zu einem guten Beobachtungsobjekt, um die Komplexität der Emotionsarbeit genauer zu betrachten.
Des Weiteren seien keine gravierenden Unterschiede in der Gefühlsarbeit diverser Berufsgruppen feststellbar, so Hochschild (1990). Als gemeinsames Merkmal der Berufe, in welchen vorrangig Emotionsarbeit verlangt wird, kann nach Hochschild (1990) die direkte oder indirekte Interaktion gesehen werden. Gleichwohl ist nach Nerdinger (1999) Emotionsarbeit in vielen Dienstleistungs- und Sozialberufen ein wichtiger Bestandteil der Arbeitsanforderung, da gerade in diesen Berufen die menschliche Beziehung im Vordergrund steht. Würde sich beispielsweise eine Pflegekraft gegenüber den PatientInnen gefühlskalt und abweisend verhalten, so würde dies sicher nicht den Erwartungen der Organisation für welche sie tätig ist entsprechen und gegebenenfalls zu weitreichenden Konflikten führen. Vielmehr würde hingegen erwartet werden, dass sich die Pflegekraft einfühlsam gegenüber den PatientInnen verhält und diesen mit einem Lächeln begegnet.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Emotionsarbeit und Burnout im Pflegebereich ein und begründet die Untersuchung der Moderatorvariable „gesunde Führung“.
2. Emotionsarbeit: In diesem Kapitel wird das theoretische Fundament der Emotionsarbeit nach Hochschild gelegt, Regulationsstrategien wie „Deep-acting“ und „Surface-acting“ unterschieden und emotionale Dissonanz definiert.
3. Auswirkungen von Emotionsarbeit: Dieses Kapitel thematisiert die gesundheitlichen Folgen der Emotionsarbeit, insbesondere das Burnout-Syndrom und das Konstrukt der Irritation als Prädikator für psychische Belastungen.
4. Führung und Gesundheit: Hier wird der Einfluss von Führungsverhalten auf die Mitarbeitergesundheit analysiert, wobei gesundheits- und entwicklungsförderliche Ansätze sowie spezifische Anforderungen an Führungskräfte in der Pflege dargelegt werden.
5. Forschungsfragen und Hypothesen: Dieses Kapitel leitet aus der Literatur und dem Forschungsmodell die sechs zu untersuchenden Hypothesen zur Interaktion von Dissonanz, Führung und Burnout ab.
6. Methode: Der methodische Teil erläutert den Online-Befragungsablauf, das Erhebungsinstrumentarium bestehend aus validierten Skalen und die Zusammensetzung der Stichprobe (N=231).
7. Ergebnisse: Hier werden die deskriptiven Statistiken präsentiert und die empirischen Ergebnisse der Hypothesenprüfungen mittels Regressionsanalysen und Korrelationen dargestellt.
8. Interpretation: In diesem Kapitel werden die statistischen Ergebnisse diskutiert, die Hypothesen bewertet und die Bedeutung der Befunde für die Praxis eingeordnet.
9. Diskussion: Das abschließende Kapitel reflektiert die Ergebnisse kritisch, thematisiert Probleme wie die verkürzten Skalen und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsnotwendigkeiten.
Emotionsarbeit, emotionale Dissonanz, Burnout, Pflegebereich, gesunde Führung, Mitarbeiterführung, Irritation, Arbeitszufriedenheit, Gesundheitsmanagement, Stressoren, Ressourcen, Interaktionsarbeit, psychische Belastung, Tiefenhandeln, Oberflächenhandeln.
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen von Emotionsarbeit auf die psychische Gesundheit (Burnout und Irritation) von Pflegekräften und beleuchtet dabei, ob eine gesundheitsförderliche Führung diesen Zusammenhang positiv beeinflussen kann.
Die zentralen Themen sind Emotionsarbeit im Pflegekontext, die Mechanismen von emotionaler Dissonanz, die Entstehung von Burnout-Symptomen sowie die Rolle von Führungskräften bei der Gestaltung gesundheitsförderlicher Arbeitsbedingungen.
Das Ziel ist es, den Einfluss von emotionaler Dissonanz auf Burnout bei Pflegekräften empirisch zu belegen und zu prüfen, ob "gesunde Führung" als Moderator fungiert, um die negativen gesundheitlichen Folgen abzumildern.
Es wurde ein Online-Fragebogen mit 231 Teilnehmern aus dem Gesundheitswesen genutzt, der etablierte, validierte Skalen (u.a. FEWS, MBI-D, Irritationsskala, GEFA) enthält. Die Auswertung erfolgte mittels linearer und multipler Regressionsanalysen sowie Korrelationen in SPSS.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Konzepte (Emotionsarbeit, Burnout, Führung), die methodische Erläuterung der empirischen Studie sowie die detaillierte Darstellung und Interpretation der statistischen Ergebnisse.
Die wichtigsten Schlagworte sind Emotionsarbeit, emotionale Dissonanz, Burnout, Pflege, gesunde Führung und Arbeitszufriedenheit.
Obwohl gesunde Führung Burnout signifikant verringert, konnte kein statistisch signifikanter moderierender Effekt auf den speziellen Zusammenhang zwischen emotionaler Dissonanz und Burnout nachgewiesen werden, was die Autorin unter anderem auf die ökonomisch bedingte Verkürzung der Skalen zurückführt.
Die Studie konnte einen starken, positiven Zusammenhang nachweisen: Führungskräfte, die transparent kommunizieren, Anerkennung zeigen und unterstützend wirken, tragen erheblich zur Steigerung der Arbeitszufriedenheit bei.
Da Pflegekräfte aufgrund der hohen Interaktionsdichte und der emotionalen Anforderungen an Patienten (die oft im Widerspruch zum eigenen Befinden stehen) einem besonders hohen Risiko für emotionale Dissonanz und damit verbundene psychische Erkrankungen ausgesetzt sind.
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