Bachelorarbeit, 2008
56 Seiten, Note: 1,5
Einleitung
Platon
Hannah Arendt
Historische Einordnung von Person und Werk
Platon-Rezeption
Was ist Politik?
Wahrheit und Lüge in der Politik
Karl Popper
Historische Einordnung von Person und Werk
Platon-Rezeption
Die offene Gesellschaft und ihre Feinde
Eric Voegelin
Historische Einordnung von Person und Werk
Platon-Rezeption
Ordnung und Geschichte
Resümee
Die Bachelor-Arbeit untersucht die unterschiedliche Rezeption der politischen Philosophie Platons durch Hannah Arendt, Karl Popper und Eric Voegelin im Kontext der politischen Erschütterungen des 20. Jahrhunderts. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diese drei Denker Platons Theorien – insbesondere aus der "Politeia" – interpretieren und welche Konsequenzen sie daraus für ihr eigenes Verständnis von Politik, Freiheit und Gesellschaft ziehen.
Die offene Gesellschaft und ihre Feinde
Karl Popper widmete seiner Platon-Rezeption in seinem Werk „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“ den gesamten ersten Band mit der Unterüberschrift „Der Zauber Platons“.
Popper erläutert in diesem Teil die Folgen des Übergangs von der Stammesgesellschaft, die er als eine geschlossene Gesellschaftsform beschreibt, zu der offenen Gesellschaftsordnung. Dieser Übergang stelle ein Trauma dar, dass erst zum Aufstieg von reaktionären Bewegungen führte. Zu diesen Bewegungen zählt er auch die Lehre Platons, wobei seine kritische Meinung ihm gegenüber bereits vorgefasst erscheint. Platons Lehre stütze sich wiederum stark auf historizistische Ideen, die wie bereits erwähnt, von Popper allgemein abgelehnt werden. Allerdings ist für ihn deren Anziehungskraft und ihre weite und schnelle Verbreitung äußerst nachvollziehbar, da die Theorie des Historizismus ihren Anhängern verspreche zu einem elitären, inneren Kreis zu gehören, der nur wenige Auserwählte zähle. Außerdem sei es seit langer Zeit Tradition gewesen, dem jeweiligen Führer besondere Fähigkeiten zuzusprechen, wie etwa die der historischen Prophezeiung. Allgemein könne gesagt werden, dass die Hinwendung zu historizistischen Ideen ein Ausdruck der Unzufriedenheit sei und als letzte Methode noch Hoffnung bieten könne.
Auf Grund dieser relevanten Basis, die wesentlich zum Verständnis von Platons Theorie und Poppers Kritik beiträgt, beschäftigt sich der erste Abschnitt seines Werkes auch mit dem Ursprung dieser historizistischen Tendenzen in Platons Philosophie. So beschreibt Popper bereits zu Beginn seiner Kritik, dass im Historizismus Menschen nur als Schachfiguren im Spiel der menschlichen Entwicklung, die festen Regeln folge, betrachtet werden.
Einleitung: Die Einleitung etabliert die Bedeutung Platons für die politische Philosophie des 20. Jahrhunderts und stellt die drei untersuchten Denker sowie deren Verbindung zu Platons politischer Theorie vor.
Platon: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über Platons Biografie, seine Erfahrungen mit den attischen Regimes und die Genese seines Werkes „Politeia“ vor dem Hintergrund des politischen Umbruchs.
Hannah Arendt: Das Kapitel analysiert Arendts Verständnis der politischen Pluralität und ihre Kritik an Platons Staatskonzeption, insbesondere unter Berücksichtigung ihrer Schriften „Was ist Politik?“ und „Wahrheit und Lüge in der Politik“.
Karl Popper: Hier wird Poppers scharfe Kritik an Platon als „Erzvater des totalitären Staatsideals“ untersucht, wobei insbesondere das Werk „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“ und seine Methode des kritischen Rationalismus im Fokus stehen.
Eric Voegelin: Dieses Kapitel betrachtet Voegelins phänomenologischen und historisch-anthropologischen Ansatz, der Platon nicht als politischen Ideologen, sondern als Philosophen einer Ordnung der Seele versteht.
Resümee: Das abschließende Kapitel fasst die konträren Positionen von Arendt, Popper und Voegelin zusammen und reflektiert über die Schwierigkeiten und Notwendigkeiten einer kritischen Platon-Rezeption in der modernen politischen Philosophie.
Platon, Hannah Arendt, Karl Popper, Eric Voegelin, politische Philosophie, Politeia, Totalitarismus, Historizismus, Freiheit, Gerechtigkeit, offene Gesellschaft, Politik, Sozialtechnik, Ordnung, Seele.
Die Arbeit untersucht, wie drei prominente Philosophen des 20. Jahrhunderts – Hannah Arendt, Karl Popper und Eric Voegelin – Platons politische Philosophie rezipiert und bewertet haben.
Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Politik und Freiheit, die Kritik an totalitären Staatskonzeptionen, die Rolle des Historizismus im politischen Denken sowie die Interpretation der "Politeia".
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die unterschiedlichen persönlichen und historischen Erfahrungen der drei Denker zu stark variierenden Deutungen derselben platonischen Texte geführt haben.
Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse der primär- und sekundärphilosophischen Schriften, um die jeweiligen interpretatorischen Zugänge der Philosophen systematisch gegenüberzustellen.
Im Hauptteil werden nacheinander die spezifischen Platon-Interpretationen von Arendt, Popper und Voegelin detailliert dargestellt und auf ihre kritischen Argumente hin analysiert.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Politische Philosophie, Totalitarismuskritik, Pluralität, kritischer Rationalismus und philosophische Anthropologie charakterisieren.
Popper sieht in Platons Forderung nach einer allumfassenden Planung und einer starren Klassenhierarchie eine Ablehnung der individuellen Freiheit, die den Boden für spätere totalitäre Regime bereitet habe.
Während Popper Platon politisch als Vorläufer des Totalitarismus kritisiert, sieht Voegelin Platons Werk primär als philosophische Anthropologie, die sich nicht als direktes politisches Manifest missverstehen lassen sollte.
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