Magisterarbeit, 2007
93 Seiten, Note: 2,3
Einleitung
1. Darstellung des geschichtlichen Ablaufs anhand der neueren Literatur
1.1 Vorgeschichte
1.2 Der Aufstand in Böhmen
1.3 Der böhmisch-pfälzische Krieg
1.4 Der niedersächsisch-dänische Krieg
1.5 Der schwedische Krieg
1.6 Der französische Kriegseintritt und das Ende des Krieges
2. Die kaiserlich-katholische Darstellung
2.1 Zur Person Franz Christoph von Khevenhillers
2.2 Khevenhillers Werk
2.3 Die Ursachen des Böhmischen Aufruhrs
2.4 Die Absetzung Ferdinands II.
2.5 Die Achterklärung gegen die böhmischen Stände und Friedrich V.
2.6 Regensburg
2.7 Dänemark
2.8 Das Restitutionsedikt
2.9 Die Translation Mecklenburgs
2.10 Das Eingreifen Schwedens
3. Die schwedisch-protestantische Darstellung
3.1 Zur Person Bogislavs Philipp von Chemnitz
3.2 Chemnitz’ Werk
3.3 Die kaiserliche Kriegsschuld
3.4 Die Beweggründe Gustav Adolfs
3.5 Preußen – Stralsund
3.6 Die schwedischen Kriegsberatungen
3.7 Das schwedische Kriegsmanifest
4. Bewertung der Schriftquellen im Vergleich
4.1 Khevenhillers Methodik
4.1.1Die Rebellion der Böhmen
4.1.2 Der Pfalzgraf als Feindbild
4.1.3 Der Klerus und das Restitutionsedikt
4.1.4 Die Uneinigkeit wegen Mecklenburg
4.1.5 Gustav Adolfs Angriffskrieg
4.1.6 Die kaiserlichen Schreiben über die Kriegsursachen
4.2 Chemnitz Methodik
4.2.1 Das Streben nach der Universalmonarchie
4.2.2 Die Gefährdung der Reichseinheit
4.2.3 Gustav Adolfs Präventivkrieg
4.3 Fazit und Vergleich
Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung des Dreißigjährigen Krieges durch die zeitgenössischen Autoren Franz Christoph von Khevenhiller (kaiserlich-katholische Perspektive) und Bogislav Philipp von Chemnitz (schwedisch-protestantische Perspektive), wobei der Fokus insbesondere auf der Frage der Kriegsschuld und der jeweiligen Methodik zur Legitimation des eigenen Handelns liegt.
2.3 Die Ursachen des Böhmischen Aufruhrs
Im nun folgenden Teil soll anhand ausgewählter Beispiele gezeigt werden, wie Khevenhiller arbeitet.
Das erste Beispiel, welches im Rahmen dieser Arbeit von Interesse ist, ist der Braunauer Kirchenstreit.
Khevenhiller beschreibt sehr ausführlich die Ursachen, die zu jenem Ereignis führten, das als Prager Fenstersturz in die Geschichte eingehen sollte. Der Abt von Braunau habe den Bau einer „uncatholischen“ Kirche auf seinem Grund und Boden eingestellt und den Kaiser um Hilfe gebeten. Dieser habe dann befohlen, den Bau zu stoppen. Khevenhiller führt das Argument an, dass nach dem Majestätsbrief nur den Ständen, nicht aber den Untertanen der Bau von Kirchen gestattet sei. Doch die Untertanen hätten gegen den Befehl des Kaisers handelnd den Bau der Kirche fortgesetzt und ihre Zuflucht bei den Defensoren gesucht. Der Kaiser habe daraufhin Thurn und zwei weitere Defensoren zu einer Audienz gerufen.
1. Darstellung des geschichtlichen Ablaufs anhand der neueren Literatur: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über die wesentlichen Phasen des Dreißigjährigen Krieges, vom böhmischen Aufstand bis zum Westfälischen Frieden, basierend auf moderner Forschung.
2. Die kaiserlich-katholische Darstellung: Hier werden die Person und das Werk des Hofhistoriographen Khevenhiller vorgestellt und analysiert, wie er die kaiserliche Sicht auf die Kriegsursachen und die Rolle der Rebellen rechtfertigt.
3. Die schwedisch-protestantische Darstellung: Dieses Kapitel widmet sich dem Leben und dem Werk von Bogislav Philipp von Chemnitz und beleuchtet die schwedische Perspektive, in der der Kaiser primär als Aggressor dargestellt wird.
4. Bewertung der Schriftquellen im Vergleich: In diesem analytischen Teil werden Khevenhillers und Chemnitz' methodische Ansätze direkt gegenübergestellt, um ihre unterschiedlichen Rechtfertigungsstrategien herauszuarbeiten.
Dreißigjähriger Krieg, Kriegsschuld, Franz Christoph von Khevenhiller, Bogislav Philipp von Chemnitz, Annales Ferdinandei, Restitutionsedikt, Böhmischer Aufstand, Prager Fenstersturz, Propaganda, Universalmonarchie, Ständische Freiheit, Legitimation, Kaiser Ferdinand II., Gustav Adolf, Gegenreformation
Die Magister-Hausarbeit untersucht und vergleicht die unterschiedlichen Darstellungen und Rechtfertigungsstrategien zweier zeitgenössischer Geschichtswerke zum Dreißigjährigen Krieg.
Zentral sind die Frage nach der Kriegsschuld, die Propagandafunktion historiographischer Werke und die methodische Aufarbeitung von Kriegsursachen durch die kaiserliche und die schwedische Partei.
Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie Khevenhiller und Chemnitz das Handeln ihrer jeweiligen Parteien rechtfertigen und wie sie mit problematischen oder rechtlich fragwürdigen Handlungen umgehen.
Es wird eine vergleichende Analyse der Schriftquellen durchgeführt, bei der die Argumentationsmuster, die Quellenverwendung und die historische Einordnung der beiden Werke kritisch untersucht werden.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Darstellungen der beiden Autoren zu zentralen Ereignissen wie dem böhmischen Aufstand, der Ächtung Friedrichs V. und dem Restitutionsedikt sowie ihre methodische Herangehensweise.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Universalmonarchie, ständische Libertät, Kriegsschuld, Propaganda und Rechtslegitimation charakterisiert.
Bei Themen wie dem Restitutionsedikt oder der Translation Mecklenburgs distanziert sich Khevenhiller teilweise von der kaiserlichen Linie und schiebt die Verantwortung auf Geistliche oder Berater, was von seinem sonstigen Vorgehen abweicht.
Chemnitz nutzt den Begriff des Dominats als zentrales propagandistisches "Schreckgespenst", um das kaiserliche Streben nach einer Universalmonarchie anzuprangern und den schwedischen Kriegseintritt als notwendigen Verteidigungskrieg zu legitimieren.
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