Bachelorarbeit, 2016
35 Seiten, Note: 1,7
1 Untersuchungsgegenstand
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Behavioral Pricing
2.2 Preisinformationsbeurteilung
2.3 Emotionen
2.4 Preisaffekt
3 Der emotionale Konsument
3.1 Die Rolle von Emotionen vor der Preisbeurteilung
3.2 Emotionsentwicklung nach der Preisbeurteilung
3.2.1 Preisveränderung
3.2.2 Preisdifferenzierung
3.2.3 Preisimage und Konsumentencharakteristika
3.3 Auswirkungen auf das Konsumentenverhalten
3.3.1 Die Auswirkung negativer Emotionen
3.3.2 Die Auswirkung positiver Emotionen
4 Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht den Einfluss von Emotionen auf den Preisbeurteilungsprozess und die daraus resultierenden Konsequenzen für das Konsumentenverhalten. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, wie Emotionen die Wahrnehmung von Preisen beeinflussen und ob sich dabei Unterschiede zwischen positiven und negativen emotionalen Zuständen ergeben.
3.1 Die Rolle von Emotionen vor der Preisbeurteilung
Der Einfluss von Emotionen auf die Beurteilung durch Individuen ist in der Wissenschaft bereits umfassend dokumentiert worden. Es gilt, dass positiv gestimmte Personen andere Personen, Produkte, das Leben und Erinnerungen deutlich positiver bewerten als negativ bzw. neutral gestimmte Personen (vgl. Forgas/Bower 1987, S. 58 f.; Isen/Simmonds 1978, S. 348 f.; Schwarz/Clore 1983, S. 516; Clark/Teasdale 1982, S. 90). Eine Erklärung dafür liefern u.a. Isen und Simmonds (1987, S. 348) die diesen Effekt mittels der Mood-Maintenance Theorie begründen. Sie gehen davon aus, dass Menschen in einem positiven Gemütszustand, diesen beibehalten möchten. Es existiert für den Konsumenten also keine Motivation einen Sachverhalt systematisch auszuarbeiten. Er greift in diesem Gefühlszustand eher auf Heuristiken zurück, die einen geringeren kognitiven Aufwand bedeuten (vgl. Bless et al. 1996, S. 675 f.).
Von der anderen Seite betrachtet, sind Menschen im negativem Gefühlszustand motiviert, ihren Zustand durch eine systematische Beurteilung einer Situation zu verbessern (vgl. Isen/Simmonds 1987, S. 346). Einen weiteren Grund für diesen Effekt liefert die Mood-as-Information Hypothese (vgl. Schwarz/Clore 1983, S. 519). Menschen interpretieren und nutzen ihre Gefühle als Informationsquelle. Ein grundsätzlich positives Gefühl wird als Signal für eine intakte Umwelt verstanden, die keiner tiefgreifenden kognitiven Verarbeitung bedarf. Negative Gefühle signalisieren, dass es ein Problem gibt, welches nur durch eine systematische Verarbeitung gelöst werden kann (ebd.).
1 Untersuchungsgegenstand: Einführung in die Relevanz von Emotionen bei Entscheidungen und Ableitung der Forschungsfrage zur Wirkung von Emotionen auf den Preisbeurteilungsprozess.
2 Theoretische Grundlagen: Erläuterung des Behavioral Pricing, der Mechanismen der Preisinformationsbeurteilung sowie Definition der Emotionswelt und des Preisaffekts.
3 Der emotionale Konsument: Detaillierte Analyse, wie Emotionen den Beurteilungsprozess vor und nach der Preiswahrnehmung beeinflussen sowie welche Auswirkungen diese auf das Konsumentenverhalten haben.
4 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, wonach Emotionen bei Preisentscheidungen eine zentrale Rolle spielen, wobei die Auswirkungen stark von der Art der Emotion und dem Ausgangsniveau abhängen.
Behavioral Pricing, Preisbeurteilung, Konsumentenverhalten, Preisaffekt, Emotionen, Preisinformationsverarbeitung, Preisfairness, Mood-Maintenance, Appraisal Theory, Preissensitivität, Kaufentscheidung, Preisdifferenzierung, Preisänderung, Coping Mechanism, Konsumentenrente
Die Arbeit untersucht, inwiefern Emotionen den Prozess der Preisbeurteilung bei Konsumenten beeinflussen und welche Auswirkungen diese Gefühle auf das anschließende Konsumentenverhalten haben.
Zentrale Themen sind Behavioral Pricing, die psychologischen Grundlagen von Emotionen, Preiswahrnehmung, Preisfairness sowie die kognitiven Mechanismen der Entscheidungsfindung.
Ziel ist die strukturierte Ausarbeitung und Analyse des Preisbeurteilungsprozesses aus Sicht eines emotionalen Konsumenten, insbesondere unter Berücksichtigung von positiven und negativen Emotionen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender psychologischer und ökonomischer Theorien, insbesondere unter Anwendung des S-O-R-Modells und der Appraisal Theory.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Emotionen vor der Preisbeurteilung, die Emotionsentwicklung nach der Beurteilung unter variierenden Bedingungen und die Analyse der Verhaltenskonsequenzen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Behavioral Pricing, Preisaffekt, Preisfairness, Konsumentenverhalten und psychologische Coping-Mechanismen.
Positive Emotionen tendieren dazu, den kognitiven Aufwand zu reduzieren und führen häufig zu einer wohlwollenderen, weniger kritischen Beurteilung, da der Konsument seinen positiven Zustand beibehalten möchte.
Es zeigt sich, dass Emotionen bei niedrigeren Preisreizen oder Preisänderungen einen signifikant stärkeren Einfluss auf die Wahrnehmung haben, während sie bei extrem hohen Preissprüngen an Bedeutung verlieren können.
Soziale Vergleiche mit anderen Konsumenten sind bei Preisunterschieden oft einflussreicher als ein Abgleich mit internen Referenzpreisen und lösen je nach Fairness-Wahrnehmung starke emotionale Reaktionen aus.
Negative Emotionen lösen oft proaktive oder passive Coping-Maßnahmen aus, wie etwa Beschwerden, Verkäuferwechsel oder die Reduktion von Mund-zu-Mund-Propaganda (WOM), um das emotionale Ungleichgewicht auszugleichen.
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