Masterarbeit, 2014
98 Seiten, Note: 1,0
VORWORT
EINLEITUNG
DER FORSCHUNGSSTAND ZU ÜBERLIEFERUNGS- UND VARIANZPROBLEMEN
GENERELL ZUR ÜBERLIEFERUNG DES MINNESANGS
ZUR REKONSTRUKTION EINES ÜBERLIEFERUNGSSTAMMBAUMS
VARIANZ IN DER ÜBERLIEFERUNG
EDITIONSPRINZIPIEN
Albrecht Hausmanns Editionsprinzip: ‚historischer Relevanz‘ und ‚Rezeptionsästhetik‘
ZUSAMMENFASSEND ZU DEN TEXTÜBERLIEFERUNGS- UND VARIANZDISKUSSIONEN
PERFORMANZ, KOMMUNIKATION UND FIKTIONALITÄT
PERFORMANZ
EINE INTENDIERTE WIRKUNG DES MINNESANGS?
MINNESANG ALS KOMMUNIKATIONSORT: PERFORMATIVITÄT, RHETORIK, ROLLENLYRIK UND FIKTIONALITÄT
ZUSAMMENFASSEND ZU DEN PERFORMANZ-, KOMMUNIKATIONS- UND FIKTIONALITÄTSDISKUSSIONEN
TEXTANALYSEN
ANALYSE VON REINMAR VI (SÔ EZ IENER NÂHET DEME TAGE, MF 154,32)
Texte und Übersetzungen
Überlieferung
Form
Erläuterungen zu den verschiedenen Fassungen mit Ausgangspunkt in der C-Fassung
Gedankenverlauf in den vier Fassungen
Beurteilung der Strophenkombinationen in den vier Fassungen und dem hypothetischen Wechsel
Zusammenfassende Konklusion für alle Fassungen
ANALYSE VON REINMAR XII (EIN WÎSER MAN SOL NIHT ZE VIL, MF 162,7)
Texte und Übersetzungen
Überlieferung
Form
Erläuterungen zu den verschiedenen Fassungen mit Ausgangspunkt in der E-Fassung
Gedankenverlauf in den fünf Fassungen
Zusammenfassende Konklusion für alle Fassungen
GESAMTKONKLUSION
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand des Werks von Reinmar von Hagenau die komplexen Problemstellungen von Überlieferung, Varianz und Performanz im mittelhochdeutschen Minnesang um 1200, mit dem Ziel, durch eine isolierte Analyse einzelner Liedfassungen und deren Sprecherrollen neue Interpretationsansätze für diese Texte zu gewinnen.
Analyse von Reinmar VI (Sô ez iener nâhet deme tage, MF 154,32)
Sô ez iender nâhet gegen dem tage, sô getar ich niht gevrâgen: ist ez tac? das ku(met) von so grosser clage, das es mir niht ze helfe komen mac. Doch gedenke ich wol, das ich sîn anders pflac hie vor, dô mir diu sorge/ niht sô ze herzen lag. iemer an dem morgen troeste ich mich der vogel sanc. mir enkome ir helfe an der zît, mir ist beide sumer und winter alze lanc.
Ime ist wol, der mac gesagen, daz er sîn liep in senenden sorgen lie. nu muoz aber ich ein anderz klagen: ich gesach ein wîp nâch mir getrûren nie. Swie lange si was, sô tet si doch daz ie. diu nôt mir underwîlent/ rehte an mîn herze gie. und wer ich ander iemen alse unmaere manigen tac, dem het ich gelâzen den strît. diz ist ein dinc, des ich mich niht getroesten mac.
Diu liebe hât ir varnde guot also getailet, daz ich den schaden hân. der nam ich mêre in mînen muot, danne ich von rehte solte haben getân. Doch waene ich sist von mir vil unverlân, swie lützel ich der triuwen/ mich anderthalp verstân. sî was ie mit vröiden ich muos in sorgen sîn. alsô vergie mich diu zît. ez taget mir leider selten nâch dem willen mîn.
VORWORT: Einführung in die Problematik des Minnesangs um 1200, insbesondere der handschriftlichen Überlieferung und der Notwendigkeit einer medienbewussten Textbetrachtung.
EINLEITUNG: Darstellung der Forschungsfrage zur Überlieferung und Varianz bei Reinmar von Hagenau und Vorstellung der methodischen Vorgehensweise anhand zweier exemplarischer Lieder.
DER FORSCHUNGSSTAND ZU ÜBERLIEFERUNGS- UND VARIANZPROBLEMEN: Überblick über die zentralen Handschriften, die Rekonstruktion von Überlieferungsstammbäumen und die Diskussionen um Autorschaft und Schreibertätigkeit (Mouvance).
PERFORMANZ, KOMMUNIKATION UND FIKTIONALITÄT: Erörterung der Bedeutung von mündlicher Vortragspraxis, Sprecherstimmen und der Frage nach Fiktion und Realität in den Minnesangtexten.
TEXTANALYSEN: Konkrete, philologische Untersuchung der Lieder Reinmar VI und Reinmar XII unter Berücksichtigung verschiedener Handschriftenfassungen und Stimmverteilungen.
GESAMTKONKLUSION: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Plädoyer für eine methodische Einzelfallbetrachtung bei der Untersuchung von Minnesang-Texten.
Minnesang, Reinmar von Hagenau, Überlieferungsgeschichte, Varianz, Mouvance, Handschriftenanalyse, Performanz, Rollenlyrik, Fiktionalität, Sprecherstimme, Textkritik, Philologie, Mittelhochdeutsch, Des Minnesangs Frühling, Manessische Handschrift.
Die Diplomarbeit widmet sich den textkritischen und interpretatorischen Problemen, die durch die handschriftliche Überlieferung der Lieder Reinmars von Hagenau entstehen, insbesondere im Hinblick auf Variabilität und die performative Natur des Minnesangs.
Die Arbeit fokussiert auf Überlieferungsstammbäume, die Rolle der Schreiber gegenüber den Autoren, die Notwendigkeit von Performanzaspekten bei der Textinterpretation und die Analyse von Sprecheridentitäten.
Das primäre Ziel ist es, von einer autorzentrierten Interpretation abzurücken und durch die isolierte Analyse der verschiedenen überlieferten Textfassungen und Sprecherkonstellationen ein tieferes Verständnis für die "Vielheit" in der Minnesang-Überlieferung zu entwickeln.
Die Arbeit nutzt die methodischen Ansätze der "new philology", wobei der Schwerpunkt auf der philologischen Detailanalyse der Überlieferungslage (Handschriftenvergleich) und der kontextuellen Einbettung in performative Bedingungen liegt.
Neben dem theoretischen Forschungsstand zu Varianz und Performanz nimmt die detaillierte Textanalyse der Reinmar-Lieder MF 154,32 und MF 162,7 den größten Raum ein, inklusive Rekonstruktion und Übersetzung der verschiedenen Fassungen.
Wesentliche Begriffe sind Reinmar, Minnesang, Überlieferungsgeschichte, Varianz, Mouvance, Performanz, Rollenlyrik, Fiktionalität, Sprecherstimme und Editionswissenschaft.
Die Arbeit schlägt vor, bei unmarkierten Strophen – statt diese pauschal als Männerstrophen zu interpretieren – durch hypothetische Experimente zu untersuchen, wie sich die Bedeutung des Liedes verändern würde, wenn man eine weibliche Sprecherstimme annimmt.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die "Schreiber-Theorie" zwar wichtige Impulse liefert, aber das Problem der Varianz nicht vollständig ohne die Berücksichtigung von Autoreninteressen oder komplexeren Entwicklungsstufen erklären kann. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich zwischen den Extrempositionen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

