Masterarbeit, 2014
98 Seiten, Note: 1,0
Diese Diplomarbeit untersucht die Lyrik des deutschen Mittelalters, insbesondere den Minnesang um 1200, mit Fokus auf die Überlieferungsprobleme und Varianz in den Texten. Das Ziel der Arbeit ist, die Überlieferungsgeschichte der Lieder zu analysieren und zu rekonstruieren, um ein besseres Verständnis der ursprünglichen Bedeutung und Intention des Minnesangs zu gewinnen. Die Arbeit befasst sich mit den Herausforderungen der Überlieferung durch unterschiedliche Schreiberschichten und die damit einhergehende Variabilität, untersucht die Performativität und Kommunikation des Minnesangs sowie die Rolle der Fiktionalität und des Spiels mit Rollen im lyrischen Kontext.
Das Vorwort bietet eine Einführung in das Thema der Arbeit und beleuchtet die Herausforderungen der Rekonstruktion von Liedern aus dem Minnesang. Die Einleitung stellt die zentrale Frage der Arbeit, die Überlieferungsprobleme im Minnesang, sowie den Fokus auf den Minnesänger Reinmar vor.
Das Kapitel "Der Forschungsstand zu Überlieferungs- und Varianzproblemen" beleuchtet verschiedene Ansätze zur Interpretation der Varianz in der Überlieferung, insbesondere die Autor- und die Schreibertheorie. Zudem werden Editionsprinzipien und deren Einfluss auf die Rezeption der Texte diskutiert.
Das Kapitel "Performanz, Kommunikation und Fiktionalität" untersucht die performative Natur des Minnesangs und die Rolle der Kommunikation in der Entstehung und Rezeption der Lieder. Die Fiktionalität der Texte und die Konstruktion von Rollen im lyrischen Kontext werden ebenfalls beleuchtet.
Die Kapitel "Analyse von Reinmar VI (SÔ EZ IENER NÂHET DEME TAGE, MF 154,32)" und "Analyse von Reinmar XII (Ein wîseR MAN SOL NIHT ZE VIL, MF 162,7)" stellen detaillierte Analysen von zwei Liedern Reinmars vor. Die Analysen betrachten die unterschiedlichen Fassungen der Lieder in verschiedenen Handschriften, untersuchen den Gedankenverlauf und beurteilen die Strophenkombinationen und deren Bedeutung für die Interpretation der Lieder.
Minnesang, Reinmar, Überlieferung, Varianz, Performativität, Kommunikation, Fiktionalität, Rezeptionsästhetik, historische Relevanz, Handschriften, Strophenkombinationen, Rollenlyrik, mediävistische Forschung.
Reinmar der Alte war einer der bedeutendsten Vertreter der "hohen Minne" um 1200. Sein Werk ist ein zentrales Beispiel für das Experimentieren mit höfischen Liebesauffassungen und literarischer Sprache.
Da die Handschriften erst 100 bis 150 Jahre nach der Entstehung der Lieder angefertigt wurden, kam es durch verschiedene Schreiber zu Varianten, Fehlern oder bewussten Änderungen, sodass kein "Originaltext" existiert.
Dies beschreibt Situationen beim Vortrag, in denen das Gezeigte (die Mimik/Gesten des Sängers) dem Gesagten (dem Text) widerspricht, was für das mittelalterliche Publikum unterhaltsam und spielerisch war.
Das ist oft schwierig, da Sprecherstimmen nicht explizit markiert sind. Die Arbeit analysiert Wendungen und den Sinngehalt der Strophen, um zwischen Männer- und Frauenrollen (Rollenlyrik) zu unterscheiden.
Moderne Editionsprinzipien, wie die von Albrecht Hausmann, betonen die historische Relevanz und wie die Texte von ihrem damaligen Publikum wahrgenommen wurden, anstatt nur nach einem hypothetischen Urtext zu suchen.
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