Bachelorarbeit, 2016
51 Seiten, Note: 1,3
1. EINLEITUNG
1.1 Relevanz des Forschungsgegenstandes
1.2. Methodischer Aufbau
2. THEORIE: BALANCE OF POWER
2.1 Neorealismus
2.2 Balance of Power
2.3. GNSS als sicherheitsrelevante Machtinstrumente
3. EMPIRIE: GLOBALE NAVIGATIONSSATELLITENSYSTEME – EINE BALANCE OF POWER?
3.1 Grundprinzipien der Satellitennavigation
3.2 NAVSTAR GPS
3.2.1 Systemarchitektur
3.2.2 Funktionsprinzip
3.2.3 Kostenstruktur
3.3 GLONASS
3.3.1 Systemarchitektur
3.3.2 Funktionsprinzip
3.3.3 Kostenstruktur
3.4. Die Balance of Power bei bestehenden GNSS
4. ANALYSE: GALILEO UND DESSEN RELEVANZ FÜR EINE AUTONOME ESVP
4.1 Europa nach dem Kalten Krieg
4.2 Die europäische Sicherheits– und Verteidigungspolitik – Gegengewicht durch Zusammenschluss?
4.3 GALILEO
4.3.1 Systemarchitektur
4.3.2 Funktionsprinzip
4.3.3 Kostenstruktur
4.4. GALILEO als Faktor der ESVP im internationalen System der Balance of Power
5. FAZIT
Die Arbeit untersucht, inwiefern das europäische Satellitennavigationssystem GALILEO eine autonome Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) innerhalb eines neorealistisch geprägten internationalen Systems der Balance of Power fördern kann und welchen Einfluss das Programm auf die Machtposition Europas ausübt.
3.1 Grundprinzipien der Satellitennavigation
Ob Ägypter, Griechen, Römer oder Kelten, der Himmel diente bereits frühen Zivilisationen als Orientierungspunkt in Raum und Zeit. Sei es für irdische Belange wie z. B. die Bestimmung des Zeitpunktes zum Aussähen, damit bald darauf reich geerntet werden konnte, oder mystische, in Zyklen ausgeführte, religiöse Rituale, die die Ahnen und Gottheiten friedlich stimmen sollten: Die Sternenobservation stellt seit Anbeginn der Zivilisationsgeschichte ein universales anthropologisches Phänomen dar (Hofmann-Wellenhof, Lichtenegger u. Wasle 2008: S. 1). Auch wir Menschen der Gegenwart nutzen den Himmel, um uns in Raum und Zeit zu orientieren, wenn auch in technologisch versierterer Weise. So „[…] werden von Satelliten abgestrahlte Signale empfangen und ausgewertet […]“, um uns Auskunft über Zeit und Raum zu geben (Wendel 2007: S. 83).
Die Grundidee eines Satellitennavigationssystems ist, dass man den Standort „[…] eines Empfängers relativ zu einer bestimmten Anzahl von Satelliten bestimmt“ (Schüttler 2014: S. 2). Das erste Satellitennavigationssystem, welches diesem Funktionsprinzip folgte, war das amerikanische System Transit, das seine volle militärische Funktionalität im Jahr 1964 erreicht hat (Schüttler 2014: S. 33). Hierbei „[…] wurde die Frequenzverschiebung der Satellitensignale aufgrund des Doppler-Effekts3 genutzt […]“, wobei eine Positionsgenauigkeit von circa 500 Metern erreicht wurde (Wendel 2007: S. 83).
Die wichtigsten modernen GNSS sind gegenwärtig jedoch das US-amerikanische GPS und das russische GLONASS, die als passive Satellitensysteme beschrieben werden können (Bauer 2011: S. 51). „Die Vorgabe an das […] Satellitennavigationssystem GPS war, dass mit diesem zu jeder Zeit an jedem Ort der Erde, in der Luft und im erdnahen Weltraum […] die Position bis auf wenige Meter genau bestimmbar sein sollte“ (Schüttler 2014: S. 43). Der Nutzer eines solchen modernen, passiven GNSS trägt für die genaue Ortung einen Empfänger mit sich und kann mithilfe der empfangenen Satellitensignale und Zeitinformationen des GNSS seine Position und Geschwindigkeit berechnen. Die Ortsbestimmung erfolgt hierbei durch die Berechnung der Strecke, die das Satellitensignal auf dem Weg zum Empfänger zurücklegt. „Gemessen werden diese Entfernungen dadurch, dass die Satelliten zu nominell gleichen Zeitpunkten eine Abfolge von Signalen aussenden, deren Strukturen im Empfänger bekannt sind“ (Bauer 2011: S. 52).
1. EINLEITUNG: Einführung in die Relevanz von Weltraumtechnologien für die heutige Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU.
2. THEORIE: BALANCE OF POWER: Darlegung der neorealistischen Theorie nach Waltz, um ein Verständnis für Machtstrukturen und Sicherheitsdilemmata im internationalen System zu schaffen.
3. EMPIRIE: GLOBALE NAVIGATIONSSATELLITENSYSTEME – EINE BALANCE OF POWER?: Analyse und Vergleich von GPS und GLONASS hinsichtlich Technik und Kosten, um den Status quo der globalen Machtverteilung im GNSS-Bereich zu bestimmen.
4. ANALYSE: GALILEO UND DESSEN RELEVANZ FÜR EINE AUTONOME ESVP: Untersuchung des GALILEO-Projekts und dessen Potenzial, die europäische Handlungsfähigkeit und Autonomie innerhalb der ESVP zu stärken.
5. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse unter Einbeziehung der neorealistischen Perspektive auf die langfristige Position Europas als Raumfahrtmacht.
GALILEO, Balance of Power, Neorealismus, ESVP, GNSS, GPS, GLONASS, Sicherheitspolitik, Macht, internationale Beziehungen, Raumfahrt, Verteidigungspolitik, Satellitennavigation, Interdependenz, Autonomie
Die Arbeit analysiert die sicherheits- und verteidigungspolitische Bedeutung des europäischen Satellitennavigationssystems GALILEO unter dem theoretischen Blickwinkel des Neorealismus.
Die zentralen Felder sind die neorealistische Theorie der "Balance of Power", die technische und wirtschaftliche Analyse globaler Navigationssysteme sowie die Entwicklung einer eigenständigen europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik.
Das Ziel ist zu ergründen, ob und wie GALILEO eine autonome europäische ESVP innerhalb eines von Machtgleichgewichten geprägten internationalen Systems fördern kann.
Es handelt sich um eine strukturierte Analyse, die qualitative Daten und technische Informationen über GNSS-Systeme mit dem theoretischen Rahmen des strukturellen Realismus nach Kenneth N. Waltz verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine empirische Untersuchung bestehender GNSS (GPS/GLONASS) und eine darauf aufbauende Analyse des GALILEO-Systems als machtpolitisches Instrument für Europa.
Wichtige Begriffe sind GALILEO, Balance of Power, Neorealismus, ESVP, GNSS, Macht, Autonomie und internationale Sicherheit.
GALILEO ist konzeptionell als ziviles Projekt gestartet, kann jedoch durch seine hohe Präzision und Zuverlässigkeit gleichermaßen für zivile als auch für militärische Zwecke genutzt werden, was in der Fachsprache als dual-use bekannt ist.
Aus neorealistischer Sicht motiviert die bestehende technologische Abhängigkeit von den USA (GPS) Europa dazu, eigene Infrastrukturen aufzubauen, um die strategische Souveränität und Sicherheit zu gewährleisten.
Nein, der Autor argumentiert, dass die Entstehung neuer globaler Akteure und Machtverschiebungen im Bereich der Satellitennavigation gemäß der neorealistischen Logik auch zu neuer Konfliktneigung und Balancing-Reaktionen anderer Staaten führen kann.
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