Examensarbeit, 2016
66 Seiten, Note: 2
Vorwort
Einleitung
1 Medizinische Lage heute: Ärzte als neue Schöpfer der Menschheit?
1.1 Methodik der In-Vitro Fertilisation (IVF) und der Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI)
1.2 Aktuelle Statistiken zur Anwendung von IVF und ICSI
1.3 Methodik der Samenspende
1.4 Methodik der Kryokonservierung
1.5 Die Frage nach dem Ziel der Reproduktionsmedizin
2 Das Prinzip der Natürlichkeit
2.1 Stufen der Künstlichkeit in der Reproduktionsmedizin
2.2 Warum ist der Begriff „künstlich“ so negativ konnotiert?
3 Analyse von ethischen Fragestellungen im Hinblick auf den Natürlichkeitsbegriff bei assistierter Fertilisation mittels drei Fallbeispielen
3.1 Das unfruchtbare Paar
3.1.1 Ist ungewollte Kinderlosigkeit als Krankheit zu bewerten, die medizinischer Hilfe bedarf?
3.1.2 Besteht ein Anspruch auf Elternschaft?
3.1.3 Der Status des Embryos – sollten befruchtete aber unnötige Eizellen zur Adoption freigegeben werden?
3.2 Mutterschaft nach der Menopause
3.2.1 Wie weit lässt sich die natürliche Grenze ausweiten?
3.2.2 Kindeswohl – gibt es ein Anrecht auf vitale Eltern?
3.2.3 Verantwortungsbewusste Fortpflanzung - Lieber eine Teenie-Mama als eine alte Mutter?
3.3 Die körperlich eingeschränkte Mutter
3.3.1 Welchen Stellenwert hat die biologische Mutterschaft?
3.3.2 Reproduktive Autonomie – Fortpflanzung als Persönlichkeitsrecht?
3.3.3 Wrongful life - Gibt es ein Recht auf Nicht-Existenz?
Abschließende Gedanken
Die vorliegende Arbeit untersucht ethische Fragestellungen der modernen Reproduktionsmedizin, wobei der Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach einem Kind und dem Prinzip der Natürlichkeit liegt. Anhand von drei konkreten Fallbeispielen – dem unfruchtbaren Paar, der späten Mutterschaft nach der Menopause und der körperlich eingeschränkten Mutter – wird hinterfragt, inwieweit die Technisierung der Fortpflanzung das menschliche Selbstverständnis und ethische Normen verändert.
3.1.1 Ist ungewollte Kinderlosigkeit als Krankheit zu bewerten, die medizinischer Hilfe bedarf?
Ungewollte Kinderlosigkeit ist wie eingangs schon geschildert ein Phänomen, das es bereits im Alten Orient gegeben hat. War es damals ein Schicksal, das durch Gott verursacht wurde und mittels Polygamie, Liebeszauber oder göttlicher Anbetung behoben werden konnte, stehen dem Menschen heute Technik und Medizin zur Hilfe, um sich den Kinderwunsch doch noch zu erfüllen. Dennoch sind heutzutage der Kinderwunsch und das Kinderkriegen in den westlichen Teilen Europas keine Selbstverständlichkeit mehr, wie die aktuellen Statistiken zeigen.
Gewollte Kinderlosigkeit ist längst keine Ausnahmeerscheinung mehr, Frauen und Paare stellen ihren Kinderwunsch zugunsten von Karriere oder persönlichen Lebensentscheidungen zurück, bis sie vielleicht eines Tages doch so weit sind. Umso größer ist der Unmut seitens der Paare, die von Anfang an einen Kinderwunsch hegen, es aber einfach nicht klappen möchte, gegenüber denen, deren Kinderwunsch sich durch jahrelanges Aufschieben nicht mehr erfüllen lässt. Der unerfüllte Kinderwunsch kann für Paare nicht nur als Trauma empfunden werden, sondern auch als gesellschaftlicher Makel.
Medizinische Lage heute: Ärzte als neue Schöpfer der Menschheit?: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die gängigen reproduktionsmedizinischen Methoden wie IVF, ICSI und Samenspende und hinterfragt das Ziel der modernen Medizin in diesem Bereich.
Das Prinzip der Natürlichkeit: Hier wird der Begriff der Natürlichkeit im Kontext der Fortpflanzung reflektiert und untersucht, warum Künstlichkeit oft negativ bewertet wird sowie wie verschiedene Verfahren in Bezug auf ihre Künstlichkeit abgestuft werden können.
Analyse von ethischen Fragestellungen im Hinblick auf den Natürlichkeitsbegriff bei assistierter Fertilisation mittels drei Fallbeispielen: Dieses Kapitel stellt das Herzstück der Arbeit dar, in dem an den Beispielen des unfruchtbaren Paares, der Mutterschaft nach der Menopause und der körperlich eingeschränkten Mutter ethische Grenzfragen diskutiert werden.
Reproduktionsmedizin, Ethik, Natürlichkeit, Kinderwunsch, IVF, ICSI, Künstlichkeit, Samenspende, Kryokonservierung, Kindeswohl, Elternschaft, Reproduktive Autonomie, Pränatale Diagnostik, Wrongful life, Bioethik.
Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Vertretbarkeit moderner reproduktionsmedizinischer Verfahren und der Frage, wie diese unser Verständnis von Fortpflanzung und Natürlichkeit beeinflussen.
Zentrale Themen sind die Technisierung der Zeugung, der gesellschaftliche Druck auf kinderlose Paare, die Bedeutung des Natürlichkeitsbegriffs und die ethische Bewertung von Kinderwünschen in besonderen Lebenssituationen.
Das Ziel ist nicht die Findung finaler Antworten, sondern die Anregung einer kritischen Auseinandersetzung mit der Problematik, wie wir heute mit unerfülltem Kinderwunsch und den technischen Möglichkeiten der Reproduktion umgehen.
Die Autorin nutzt eine ethisch-theologische Analyse, die durch die Fallbeispiel-Methode ergänzt wird, um abstrakte ethische Prinzipien an lebensweltlichen Szenarien zu prüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine medizinisch-technische Einführung, eine philosophisch-theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff der Natürlichkeit und eine detaillierte Analyse der drei Fallbeispiele.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Reproduktionsmedizin, Kindeswohl, Natürlichkeit, Elternschaft und bioethische Selbstbestimmung charakterisiert.
Sie thematisiert diesen als Konsequenz strenger nationaler Gesetzgebungen (etwa in Deutschland), wobei sie die Kommerzialisierung und die ethischen Risiken für Kind und Eltern kritisch hinterfragt.
Sie argumentiert, dass eine Behinderung per se kein Ausschlusskriterium für Elternschaft sein darf, betont aber die Notwendigkeit, das Kindeswohl sowie die reale Belastbarkeit der Mutter in den Vordergrund der ethischen Abwägung zu stellen.
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