Masterarbeit, 2015
75 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Theorien der Mensch-Tier-Beziehung
2.1.1 Biophilie
2.1.2 Du-Evidenz
2.1.3 Bindungs-Theorie
2.2 Besonderheiten der Mensch-Tier-Beziehung
2.2.1 Anthropomorphisierung
2.2.2 Kommunikation
2.2.3 Interaktion
2.3 Wirkung von Tieren
2.3.1 Tiere bauen Brücken
2.3.2 Tiere motivieren
2.3.3 Tiere unterstützen Selbstständigkeit
2.3.4 Tiere unterstützen Sozialkompetenzen
3. Zur Tiergestützten Intervention
3.1 Begriffsbestimmungen
3.2 Qualifikation und Anerkennung
3.3 Was kann ein Hund in der Schule leisten?
3.3.1 Vorschläge zur praktischen Arbeit mit dem Hund
3.3.1.1 Verbesserung von Motorik und Körpergefühl
3.3.1.2 Verbesserung des Sozialklimas
3.3.1.3 Gewaltprävention
3.4 Checkliste
4. Ein Schulprojekt mit Hund
4.1 Welches Ziel verfolgt das Projekt?
4.2 Zum Ablauf des Projektes
4.3 Methoden und Dokumentation
4.4 Ergebnisse
4.5 Interpretation
4.6 Fazit des Schulprojektes
5. Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten des Einsatzes von Hunden im schulischen Kontext als tiergestützte Intervention, um Potenziale für die pädagogische Arbeit aufzuzeigen, Anerkennungsprobleme zu analysieren und in einem Praxisprojekt deren Wirkung auf eine Grundschulklasse empirisch zu beleuchten.
3.3 Was kann ein Hund in der Schule leisten?
Jede Lehrperson, die sich entscheidet, mit einem Hund in der Schule zu arbeiten, wird sich mit der Frage auseinandersetzen müssen, warum gerade ein Tier – speziell der Hund – in solch einem Umfeld eingesetzt werden sollte und was er leisten kann.
Im Allgemeinen werden Hunde eher als Haustiere, mitunter als Familienmitglieder betrachtet, aber nicht als Unterstützer der pädagogischen Arbeit eines Lehrers. Dieser Gedanke wirkt in erster Linie abwegig. Doch genau diese Abwegigkeit, dieser ganz andere Zugang, über ein Tier pädagogische Arbeit zu leisten, beantwortet die Frage nach dem warum. Pädagogische Arbeit ist nicht nur Bildung, sondern auch Erziehung (vgl. Thüringer Schulgesetz, 2013, S. 9). Zur Erziehung gehört immer auch Beziehungsarbeit, die ein Tier mitunter besser leisten kann, als ein Mensch.
„Kumpantiere [Haustiere – Anm. d. Autorin] befriedigen bei vielen Menschen das Bedürfnis nach einem Partner, der gute Betreuung mit bedingungsloser Zuwendung erwidert, und das mit vergleichsweise geringem sozialen Aufwand. (…) Kumpantiere sind fähig und willens, sich wesentlich kompromissloser und asymmetrischer an die Besonderheiten und Bedürfnisse ‚ihrer‘ Menschen anzupassen, als das die meisten menschlichen Partner könnten oder wollten“ (Henri et. al, 2014, S. 50).
Durch die nonverbale Kommunikation, die als einzige Kommunikationsform zwischen Mensch und Tier bleibt (vgl. Kap.2.2.2), findet die Beziehungsarbeit vorrangig auf der emotionalen Ebene statt. Diese Eigenschaften, die Henri beschreibt sind verantwortlich dafür, dass die Arbeit mit einem Hund in einer Schule so wertvoll und unterstützend sein kann.
1. Einleitung: Diese Kapitel führt in die Thematik der tiergestützten Intervention in der Schule ein, erläutert die zunehmende Akzeptanz des Einsatzes von Tieren und umreißt die Forschungsziele der Arbeit.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden zentrale Theorien wie die Biophilie-Hypothese, Du-Evidenz und Bindungstheorie dargestellt, die die Mensch-Tier-Beziehung erklären und deren Bedeutung für die tiergestützte Intervention begründen.
3. Zur Tiergestützten Intervention: Dieses Kapitel definiert und systematisierte verschiedene Interventionsformen, diskutiert Fragen der Qualifikation und beschreibt den praktischen Nutzen sowie Einsatzmöglichkeiten von Hunden im schulischen Kontext.
4. Ein Schulprojekt mit Hund: Hier wird ein konkretes Praxisprojekt an einer Erfurter Grundschule vorgestellt, dessen Zielsetzung, methodischer Ablauf, Ergebnisse und Interpretation dargelegt werden.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse der theoretischen und praktischen Ausführungen zusammen und diskutiert die Herausforderungen einer wissenschaftlich fundierten Anerkennung tiergestützter Interventionen.
Tiergestützte Intervention, Mensch-Tier-Beziehung, Schulhund, Pädagogik, Biophilie-Hypothese, Bindungstheorie, Gewaltprävention, soziale Kompetenzen, Selbstwirksamkeit, nonverbale Kommunikation, Schulklima, Inklusion, empirische Forschung, Praxisprojekt, Erziehung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen und der praktischen Anwendung tiergestützter Interventionen, insbesondere des Einsatzes von Hunden in der Schule.
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Einbettung der Mensch-Tier-Beziehung, die Differenzierung von Interventionsbegriffen sowie die praktische Umsetzung und Evaluation eines Hundegestützten Schulprojekts.
Das Ziel ist es, den Beitrag eines Schulhundes zur Verbesserung des Sozialklimas, der Selbstwahrnehmung der Schüler und der Einstellung zur Schule zu untersuchen und Problematiken der Anerkennung dieser Methode aufzuzeigen.
Die Autorin verwendete eine qualitative Untersuchung in Form eines begleitenden Praxisprojekts mit begleitenden Befragungen (Fragebögen) vor und nach dem Interventionszeitraum.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit der Mensch-Tier-Beziehung sowie eine detaillierte Ausarbeitung zur Praxis und Evaluation von Hundeeinsätzen in Schulen.
Schlüsselbegriffe sind vor allem Tiergestützte Intervention, Schulhund, Sozialkompetenzen, Gewaltprävention und pädagogische Wirkung.
Das Praxisprojekt dient als empirisches Beispiel, um die theoretisch hergeleiteten positiven Effekte der Arbeit mit Hunden in einem konkreten Schulsetting zu überprüfen und kritisch zu reflektieren.
Die Autorin argumentiert, dass einheitliche Standards und staatlich anerkannte Qualifikationen essenziell sind, um die Professionalität der Methode zu sichern, das Wohl von Tier und Mensch zu schützen und die Anerkennung als eigenständiges Berufsbild zu fördern.
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