Bachelorarbeit, 2016
35 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Krankheitsbild der Bipolaren Störung
2.1 Symptomatik depressiver Episoden
2.2 Symptomatik manischer Episoden
3. Auswirkungen bipolarer Erkrankungen auf Kinder
3.1 Faktoren, die die Entwicklung beeinflussen
3.1.1 Genetische Belastungsfaktoren
3.1.2 Psychosoziale Belastungsfaktoren in deren Auswirkung auf die Lebenswelt der Kinder
3.1.2.1 Finanzielle Probleme
3.1.2.2 Stigmatisierung und Isolation
3.1.2.3 Partnerbeziehung
3.1.2.4 Erziehung, elterliche Zuwendung und Bindung
3.1.3 Schutzfaktoren
3.2 Reaktionen und Verhalten der Kinder bipolar erkrankter Eltern
3.2.1 Desorientierung, Angst und Ohnmacht
3.2.2 Schuldgefühle und Selbstwertverlust
3.2.3 Verantwortung und Parentifizierung
3.2.4 Verlust eigener Bedürfnisse
3.2.5 Rückzug und Isolation
3.2.6 Vertrauen und Beziehung
3.2.7 Andere Verhaltensauffälligkeiten
4. Fazit
Diese Arbeit widmet sich der Erforschung der Lebenswelt von Kindern, deren Eltern an einer bipolaren Störung leiden, um ein tieferes Verständnis für deren spezifische Belastungssituationen zu entwickeln. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, welche Auswirkungen die affektive Erkrankung der Eltern auf die kindliche Entwicklung hat und welche Bewältigungsstrategien die Kinder in diesem familiären Kontext ausbilden.
3.2.3 Verantwortung und Parentifizierung
Das Kind übernimmt oft die Elternrolle, man spricht hier von Parentizifierung, also einer Rollenumkehr. Eltern mit starken psychischen Problemen signalisieren ihrem Kind Bedürftigkeit, „Kinder werden dadurch zu Vertrauten und Ratgebern ihrer Eltern, zur primären Quelle von Unterstützung und Trost.“ (Lenz 2012, S. 18)
Nicht nur auf emotionaler Ebene, auch in instrumenteller Hinsicht übernimmt das Kind in dieser Situation schon sehr früh Verantwortung. So übernimmt es viele Aufgaben im Haushalt oder betreut Geschwister. Es zeigt im Alltag oft starke Ernsthaftigkeit und Selbstständigkeit. (vgl. ebd., S. 18)
„Ich war nur noch für sie da und habe meine Bedürfnisse zurück gesteckt […] Ich hatte z.B. in einer ganzen Zeit nie einen Freund, weil ich dafür gar keine Zeit gehabt hätte, ich musste mich ja um sie kümmern […] Ich hatte schon die komplette Verantwortung für ihr Leben. Es war ein umgekehrtes Verhältnis. Sie war das Kind und ich die Mutter.“ (Müller 2008, S. 33)
Die Entwicklung von Verantwortungsbewusstsein und Empathie stellt auch eine potentielle Stärke des Heranwachsenden dar, kann sich aber sehr leicht zu einer Entwicklungsüberforderung wenden und somit zu Verhaltensauffälligkeiten. (vgl. Institut für soziale Arbeit e.V. 2001, S. 58)
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die vernachlässigte Situation von Kindern psychisch erkrankter Eltern und definiert das Ziel der Arbeit, ein besseres Verständnis für deren Lebenswelt zu schaffen.
2. Krankheitsbild der Bipolaren Störung: Dieses Kapitel erläutert die Symptomatik depressiver und manischer Phasen, um das Verhalten und die Außenwirkung bipolar erkrankter Menschen nachvollziehbar zu machen.
3. Auswirkungen bipolarer Erkrankungen auf Kinder: Hier werden die vielfältigen Belastungsfaktoren – von genetischer Prädisposition bis zu sozialen Faktoren wie Stigmatisierung und Parentifizierung – sowie mögliche Schutzfaktoren und kindliche Reaktionen analysiert.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Erkrankung das gesamte Familiensystem destabilisiert und unterstreicht die Dringlichkeit, Kinder durch Enttabuisierung und professionelle pädagogische Hilfen zu unterstützen.
Bipolare Störung, Kinder psychisch kranker Eltern, Parentifizierung, Lebenswelt, Affektive Erkrankung, Belastungsfaktoren, Schutzfaktoren, Resilienz, Stigmatisierung, Sozialpädagogik, Familienalltag, Bewältigungsstrategien, Kindeswohlgefährdung, emotionale Zuwendung, Interaktionsverhalten
Die Arbeit untersucht die Lebenswelt und die spezifische Belastungssituation von Kindern, deren Eltern an einer bipolaren Störung erkrankt sind.
Die zentralen Themen umfassen die Auswirkungen elterlicher Symptome auf das Kind, die familiären Interaktionsmuster, psychosoziale Belastungsfaktoren und die kindlichen Anpassungsleistungen.
Das Ziel ist es, ein genaueres Verständnis für die Situation dieser Kinder zu schaffen, um die Notwendigkeit von bedarfsgerechten Unterstützungsangeboten für die Fachöffentlichkeit und die Jugendhilfe zu verdeutlichen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung fachwissenschaftlicher Literatur, Studien und der Analyse von Erfahrungsberichten Betroffener.
Der Hauptteil behandelt detailliert die Krankheitsaspekte, die verschiedenen genetischen und sozialen Belastungsfaktoren für die Kinder sowie deren typische Reaktionen und Bewältigungsstrategien.
Zu den Kernbegriffen gehören Bipolare Störung, Parentifizierung, Resilienz, familiäre Belastungen und pädagogische Unterstützungsangebote.
Die Parentifizierung beschreibt die Rollenumkehr, bei der das Kind die Verantwortung für den Haushalt oder die emotionale Versorgung des erkrankten Elternteils übernimmt, was oft zu einer Entwicklungsüberforderung führt.
Das Schweigegebot führt zu Desorientierung bei den Kindern, da sie die skurrilen Verhaltensweisen der Eltern nicht einordnen können und Angst davor haben, die familiären Probleme nach außen zu tragen.
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