Masterarbeit, 2016
124 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Oman und seine Gesellschaft
2.1 Geographische Lage und soziale Fragen
2.2 Zum politischen System: das Sultanat Oman und der Sultan Qābūs b. Saʿīd
3. Die Anfänge des omanischen Bildungssystems
3.1 Zur Schulbildung in der Zeit vor der Machtergreifung Qābūs b.Saʿīds
3.2 Zur Lage der Schulbildung Anfang der 1970er Jahre
3.2.1 Organisation der Schulen
3.2.2 Entwicklung der Schüler- und Lehrerzahlen
3.2.3 Weitere Bildungseinrichtungen
3.3 Zur Entwicklung der Schulbildung in den 1980er Jahren
3.4 Zur Entwicklung der Schulbildung in den 1990er Jahren
4. Die weitere Entwicklung der Schulbildung ab 2000
4.1 Reformen im Schulsystem
4.1.1 Die Neuorganisation des omanischen Bildungssystems
4.1.2 Verbesserung von Qualitätsstandards im Bildungswesen
4.2 Aufbau privater Bildungseinrichtungen
4.3 Ausbau des noch jungen Hochschulwesens
4.3.1 Staatliche Hochschulen
4.3.2 Private Hochschulen
5. Vergleich zweier UNESCO-Berichte zu Oman: 1972 und 2011
5.1 Anzahl und Lage der Schulen und Schüler
5.1.1 Der Bericht von 1972
5.1.2 Der Bericht von 2011
5.2 Kurrikula
5.2.1 Der Bericht von 1972
5.2.2 Der Bericht von 2011
5.3 Zum Niveau der Lehrenden
5.3.1 Der Bericht von 1972
5.3.2 Der Bericht von 2011
5.4 Erreichte und noch zu verwirklichende Ziele
5.4.1 Der Bericht von 1972
5.4.2 Der Bericht von 2011
6. Zum Zusammenspiel zwischen Bildung und Wirtschaft in Oman
6.1 Zur Wirtschaft in Oman
6.2 Anforderungen des Arbeitsmarktes an Absolventen
6.3 Übersetzung
7. Herausforderungen und Schwierigkeiten für das omanische Bildungssystem
8. Fazit
Diese Masterarbeit untersucht die Transformation des omanischen Bildungssystems seit der Machtergreifung von Sultan Qābūs b. Saʿīd im Jahr 1970. Das primäre Ziel ist es, die Maßnahmen zu analysieren, die den nahezu von Null erfolgten Aufbau eines modernen Schul- und Hochschulwesens ermöglichten, sowie die aktuellen Herausforderungen und zukünftigen Reformbedarfe im Kontext der wirtschaftlichen Diversifizierung darzulegen.
3.1 Zur Schulbildung in der Zeit vor der Machtergreifung Qābūs b.Saʿīds
Vor der Machtergreifung Sultan Qābūs b. Saʿīds von einem omanischen Bildungs„system“ zu sprechen, wirkt unangebracht angesichts der Probleme, vor denen das neue Staatsoberhaupt und seine Berater 1970 standen. Kaum ein Omaner hatte überhaupt formelle Bildung erhalten, da Sultan Saʿīd b. Taimūr offenbar fürchtete, dass er keine gebildete Bevölkerung regieren könne. Die Privilegierten, die eine nennenswerte Bildung erfahren hatten, waren fast alle im Ausland tätig, da es dem völlig verarmten und rückständigen Oman an einfachster Infrastruktur wie Industrie, modernen Häfen, Straßen, Stromversorgung oder Schulen gänzlich oder weitestgehend fehlte. Strom gab es bspw. nur im Raum Salalah, der damaligen Hauptstadt und in Teilen der nach dem Machtwechsel zur Hauptstadt erhobenen Hafenstadt Maskat.
Die Vereinten Nationen sprachen 1972 davon, dass Schulbildung im Oman erst im Schuljahr 1970/71 ein dynamisches und sich entwickelndes Konzept bekam. Zuvor war es fast völlig statisch, da das Staatsschulsystem es seit Jahren aus nur drei Koranschulen (1. bis 6. Klasse) für ca. 900 Jungen und das nicht-staatliche Schulsystem aus Koranschulen oft primitivster Natur bestand: Ein Lehrer, dessen Qualifikation oft zweifelhaft war, versammelte Schüler in Moscheen, Privathäusern oder unter Bäumen (da diese besonders in Dörfern ein markanter und schattenspendender Versammlungsplatz sind) und lehrte sie Lesen und Schreiben, Grundrechenarten und natürlich Grundzüge der islamischen Religion. Außerdem gab es noch eine amerikanische Missionsschule mit ca. 50 Schülern (darunter auch Mädchen), drei wenig bedeutende Schulen der urdusprachigen Hyderabadi-Muslime aus Indien und eine kleine, von der staatlichen Erdölfördergesellschaft unterhaltene technische Handelsschule.
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den bemerkenswerten Aufstieg Omans im Human Development Index seit 1970 und führt in die Fragestellung zur Entwicklung des Bildungssystems ein.
2. Oman und seine Gesellschaft: Dieses Kapitel bietet einen landeskundlichen Überblick, der die geographischen, sozialen und politischen Rahmenbedingungen des Sultanats beleuchtet.
3. Die Anfänge des omanischen Bildungssystems: Hier wird der schwierige Aufbau des Schulwesens von der vor-modernen Zeit bis in die 1990er Jahre chronologisch dargestellt.
4. Die weitere Entwicklung der Schulbildung ab 2000: Dieser Abschnitt fokussiert sich auf jüngste Reformen, die Neuorganisation des Systems und den Ausbau von Hochschulen.
5. Vergleich zweier UNESCO-Berichte zu Oman: 1972 und 2011: Ein systematischer Abgleich der beiden Berichte zeigt die quantitativen und qualitativen Fortschritte über vier Jahrzehnte auf.
6. Zum Zusammenspiel zwischen Bildung und Wirtschaft in Oman: Das Kapitel verknüpft Bildungsaspekte mit wirtschaftlichen Realitäten und Anforderungen des Arbeitsmarktes, inklusive einer Übersetzung eines relevanten Fachaufsatzes.
7. Herausforderungen und Schwierigkeiten für das omanische Bildungssystem: Zusammenfassende Betrachtung der bestehenden Probleme bei der Lehrerqualifikation, Lehrplangestaltung und der Transparenz im Bildungssektor.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die zukünftigen Aussichten des omanischen Bildungs- und Wirtschaftssystems.
Oman, Bildungssystem, Schulwesen, Sultan Qābūs b. Saʿīd, UNESCO, Schulentwicklung, Lehrerqualifikation, Bildungsreform, Arbeitsmarkt, Hochschulbildung, Humankapital, Bildungsqualität, Wirtschaftsdiversifizierung, Lehrplan, Alphabetisierung.
Die Arbeit untersucht die radikale Transformation des omanischen Bildungssystems nach 1970, ausgehend von einem faktisch inexistenten Zustand hin zu einem modernen, staatlich finanzierten System.
Die zentralen Themen sind der Aufbau der schulischen Infrastruktur, der Aufbau des tertiären Bildungssektors, die Rolle der Lehrerqualifizierung und die Verzahnung von Bildungsangeboten mit den Anforderungen der omanischen Wirtschaft.
Die Arbeit klärt, mit welchen Maßnahmen der Aufbau des Schulwesens gelang, was in vier Jahrzehnten erreicht wurde und welchen aktuellen Herausforderungen sich das Bildungswesen in Bezug auf Qualität und Wettbewerbsfähigkeit stellen muss.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine komparative Analyse von internationalen Berichten (UNESCO, Weltbank) sowie auf die Auswertung von Fachliteratur und offiziellen omanischen Dokumenten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Darstellung der Bildungsentwicklung, einen detaillierten Vergleich der UNESCO-Berichte von 1972 und 2011 sowie eine Analyse der Interdependenz zwischen Bildung und Wirtschaft.
Zu den prägenden Begriffen zählen: Oman, Bildungsreform, Lehrerqualität, Humankapital, UNESCO, Schulbildung und wirtschaftliche Diversifizierung.
Es hat sich signifikant verbessert: Während in den frühen 70er Jahren ein Verhältnis von 35:1 herrschte, liegt es heute im nationalen Schnitt bei etwa 12,5:1, was den internationalen Standards entspricht.
Sie werden als notwendige Ergänzung zum staatlichen System angesehen, unterliegen jedoch strenger staatlicher Aufsicht. Obwohl ihre Gebühren viele Omaner abschrecken, werden sie aufgrund spezifischer Bildungsangebote und internationaler Kooperationen zunehmend wichtiger.
Oman möchte seine Abhängigkeit von ausländischen Fachkräften reduzieren und die eigene Bevölkerung befähigen, in einer globalisierten, wissenschaftsbasierten Wirtschaft wettbewerbsfähig zu sein.
Die Arbeit kritisiert einen Mangel an Transparenz und eine teilweise oberflächliche Berichterstattung, die notwendige gesellschaftliche Diskurse über Qualitätsdefizite im Bildungswesen behindert.
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