Bachelorarbeit, 2016
73 Seiten, Note: 1,5
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1. Einleitung
1.1. Nachhaltige Entwicklung als urbane Herausforderung des 21.Jahrhunderts
1.2. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2. Konzept der nachhaltigen Entwicklung in Städten
2.1. Nachhaltige Entwicklung
2.1.1. Entwicklung des Nachhaltigkeitsgedanken
2.1.2. Definition des Konzeptes der nachhaltigen Entwicklung
2.1.3. Quantitative und inhaltliche Konkretisierung nachhaltiger Entwicklung
2.1.3.1. Quantitative Konkretisierung nachhaltiger Entwicklung
2.1.3.2. Inhaltliche Konkretisierung nachhaltiger Entwicklung
2.1.3.3. Theoretische Positionen in der Nachhaltigkeitsdebatte
2.1.3.4. Leitstrategien zum Erreichen von Nachhaltigkeitszielen
2.1.4. Konzepte zur Systematisierung nachhaltiger Entwicklung
2.2. Nachhaltige Stadtentwicklung
2.2.1. Nachhaltigkeitsrelevante Herausforderungen der Stadtentwicklung
2.2.2. Implementierung des Konzepts der nachhaltigen Entwicklung als Leitbild für die Stadtentwicklung
2.2.3. Definition des Leitbildes „nachhaltige Stadtentwicklung“
3. Konzeption einer empirischen Analyse nachhaltiger Stadtentwicklung
3.1. Methodischer Analyserahmen
3.1.1. Operationalisierung auf der Ebene von Qualitätszielen
3.1.2. Ableitung und Funktion von Nachhaltigkeitsindikatoren
3.1.3. Anforderungen an die stadtentwicklungsrelevanten Nachhaltigkeitsindikatoren
3.2. Debatte über den Einsatz von Indikatoren
3.3. Operationalisierung nachhaltiger Stadtentwicklung
3.3.1. Ansatzpunkte für das Erreichen einer nachhaltigen Stadtentwicklung
3.3.1.1. Städtische Ressourcennutzung
3.3.1.2. Stofflich-energetische Austauschprozesse und regionale sowie überregionale Verflechtungsbeziehungen
3.3.1.3. Räumlich-Strukturelles Leitbild nachhaltiger Stadtentwicklung
3.3.1.4. Einbindung sozialer und ökonomischer Komponenten
3.3.2. Handlungsfelder und Ziele der nachhaltigen Stadtentwicklung
3.3.3. Auswahl der Indikatoren und Bestimmung von Zielwerten
4. Analyse der Stadtentwicklung der Freien und Hansestadt Hamburg hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit auf der Basis von Nachhaltigkeitsindikatoren
4.1. Bestimmung des Untersuchungsgebiets
4.2. Analyse der einzelnen Indikatoren
4.2.1. Haushälterisches Bodenmanagement
4.2.1.1. Siedlungs- und Verkehrsfläche
4.2.1.2. Intensität der Flächennutzung
4.2.2. Stadtverträgliche Mobilität
4.2.2.1. Modal-Split
4.2.2.2. ÖPNV-Kilometer
4.2.3. Vorsorgender Umweltschutz
4.2.3.1. Energieverbrauch
4.2.3.2. Treibhausgasemissionen
4.2.3.3. Siedlungsabfälle
4.2.3.4. Wasserverbrauch
4.2.4. Sozialverträgliche und Nutzerorientierte Wohnungsversorgung und Stadtentwicklung
4.2.4.1. Mietbelastung
4.2.4.2. Integration der Stadtteile
4.2.4.3. Arbeitslosenquote von Migranten
4.2.4.4. Fortzüge ins Umland
4.2.5. Ökonomische Innovationsfähigkeit und standortsichernde Wirtschaftsförderung
4.2.5.1. Ressourceneffizienz
4.2.5.2. Anteil regenerativer Energieträger
4.2.5.3. Arbeitslosenquote
4.2.5.4. Ausgaben für Forschung & Entwicklung
4.2.5.5. Armutsgefährdung
4.2.5.6. Öffentlicher Haushalt
4.3. Bewertung der Nachhaltigkeit der Stadtentwicklung Hamburgs auf Basis des Indikatorensystems
5. Resümierendes Fazit
Das Hauptziel der Bachelor-Thesis ist die Bewertung der Stadtentwicklung der Freien und Hansestadt Hamburg hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit. Durch die Entwicklung und Anwendung eines Indikatorensystems soll analysiert werden, ob die Stadtentwicklung, trotz des Fehlens einer offiziellen Nachhaltigkeitsstrategie, quantitative Kriterien nachhaltiger Entwicklung erfüllt und wo politischer Handlungsbedarf besteht.
1.1. Nachhaltige Entwicklung als urbane Herausforderung des 21.Jahrhunderts
Der Beginn des 21. Jahrhunderts ist von einem starken Urbanisierungstrend geprägt. Seit 2008 lebt über die Hälfte der Weltbevölkerung in städtischen Ballungsräumen und Prognosen rechnen damit, dass bis 2030 der Anteil der städtischen Weltbevölkerung auf rund 65% ansteigen wird. Städte gelten als die Wachstumsmotoren des wirtschaftlichen Wohlstands und Schmelztiegel technologischer sowie sozialer Innovationen. Doch obwohl Städte nur ca. 2% der Erdoberfläche umfassen, sind diese für rund 70% der globalen Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) und Abfallproduktion verantwortlich. Darüber hinaus konsumieren sie fast 80% der globalen Energieproduktion.
Neben den daraus resultierenden ökologischen Herausforderungen, vor allem hinsichtlich des globalen Klimawandels, sehen sich Städte, auch im hochentwickelten Europa, mit den Problemen fortschreitender sozialer Ungleichheit und stagnierender ökonomischer Entwicklung konfrontiert. Der Bedarf einer dauerhaft zukunftsfähigen, ökologisch und sozioökonomisch verträglichen – kurz nachhaltigen – Stadtentwicklung ist folglich allgegenwärtig. Sie soll vermeiden, dass die Tragfähigkeitsgrenzen der urbanen Ballungsräume überschritten und die ökologischen sowie sozioökonomischen Systeme der Städte bzw. des Planeten langfristig geschädigt werden.
Als Reaktion auf die wachsenden Probleme wurde 1992 auf der Konferenz der Vereinten Nationen (UN) über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro ein Handlungsprogramm – die sog. Agenda 21 – mit Anforderungen an eine nachhaltige Entwicklung verabschiedet. In Kapitel 28 der Agenda wird gefordert, dass die Kommunen weltweit lokale Nachhaltigkeitsstrategien im Sinne einer „lokalen Agenda 21“ erarbeiten. Eine große Herausforderung für die Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung ist die Messung der Zielerreichung. Die Agenda 21 fordert daher explizit die Entwicklung und Anwendung von Nachhaltigkeitsindikatoren für alle politischen Ebenen als empirische Grundlage für die Analyse und Bewertung von Entwicklungsprozessen.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der weltweiten Urbanisierung ein und definiert die Zielsetzung der Arbeit, die Hamburger Stadtentwicklung indikatorbasiert zu bewerten.
2. Konzept der nachhaltigen Entwicklung in Städten: Es werden die theoretischen Grundlagen des Nachhaltigkeitsbegriffs sowie dessen Übertragung auf die städtische Ebene und die damit verbundenen Herausforderungen erörtert.
3. Konzeption einer empirischen Analyse nachhaltiger Stadtentwicklung: Hier wird der methodische Analyserahmen durch die Operationalisierung von Zielen und die Auswahl relevanter Indikatoren für eine empirische Untersuchung begründet.
4. Analyse der Stadtentwicklung der Freien und Hansestadt Hamburg hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit auf der Basis von Nachhaltigkeitsindikatoren: Das Kernkapitel führt die empirische Analyse der Hamburger Stadtentwicklung auf Basis des erarbeiteten Indikatorensystems durch und bewertet die verschiedenen Handlungsfelder.
5. Resümierendes Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Hamburger Stadtentwicklung unter quantitativen Aspekten kritisch hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit.
Nachhaltige Stadtentwicklung, Hamburg, Nachhaltigkeitsindikatoren, Flächeninanspruchnahme, Mobilitätssteuerung, Ökologische Tragfähigkeit, Sozialverträgliche Wohnungsversorgung, Ressourceneffizienz, Agenda 21, Wirtschaftsstandort, Urbanisierung, Monitoring, Qualitätsziele, Soziale Segregation, Klimaschutz.
Die Arbeit untersucht die Stadtentwicklung von Hamburg unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Ziel ist es, den Status quo der städtischen Entwicklung anhand quantitativer Kriterien zu bewerten.
Die zentralen Themenfelder umfassen das haushälterische Bodenmanagement, stadtverträgliche Mobilität, vorsorgenden Umweltschutz, sozialverträgliche Wohnungsversorgung sowie die ökonomische Innovationsfähigkeit.
Die zentrale Frage ist, ob die bisherige Stadtentwicklung Hamburgs – auch ohne eine explizite Nachhaltigkeitsstrategie – den Kriterien einer nachhaltigen Entwicklung entspricht und wo spezifischer Handlungsbedarf besteht.
Die Arbeit nutzt einen deduktiven Analyserahmen. Dabei wird ein Qualitätsziel- und Indikatorensystem entwickelt, um empirische Daten zur Stadtentwicklung messbar zu machen und mit Zielwerten zu vergleichen.
Im Hauptteil erfolgt zunächst die theoretische Herleitung des Nachhaltigkeitsleitbildes, gefolgt von der methodischen Konzeption und der detaillierten empirischen Analyse von 18 Kernindikatoren für Hamburg.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Nachhaltigkeitsindikatoren, Ressourceneffizienz, Flächenverbrauch, soziale Integration, ökologische Tragfähigkeit und standortsichernde Wirtschaftsförderung.
Die Analyse zeigt, dass der Flächenverbrauch in Hamburg zwar unter den Zielvorgaben der Bundesregierung liegt, aber weiterhin kontinuierlich wächst, was im Widerspruch zu einer nachhaltigen Reduzierung der Flächeninanspruchnahme steht.
Die Arbeit identifiziert erhebliche Herausforderungen, insbesondere bei der Mietbelastung und der Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt, was auf eine Nachhaltigkeitslücke im sozialen Bereich hinweist.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die ökonomische Funktionsfähigkeit Hamburgs insgesamt nicht den Nachhaltigkeitsmaßstäben genügt, da die Innovationsfähigkeit stagniert und unter dem nationalen Durchschnitt liegt.
Insgesamt kann Hamburgs Stadtentwicklung unter quantitativen Aspekten nicht als „nachhaltig“ klassifiziert werden; es besteht in der Mehrzahl der untersuchten Handlungsfelder ein dimensionsübergreifender Handlungsbedarf.
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