Bachelorarbeit, 2016
149 Seiten
1. Problemstellung
2. Theorie
2.1 Demographischer und technologischer Wandel
2.2 Lebenslanges Lernen als Antwort auf den Wandel
2.3 Deutschland im internationalen Vergleich
2.4 Aktuelle Befunde der Weiterbildungsforschung
2.5 Betriebliche Weiterbildung als wichtigster Zweig der Weiterbildung
2.6 Weiterbildungsangebote für Migranten
2.7 Bedeutung der Weiterbildung für die Personalpolitik von Unternehmen
3. Ableitung der Forschungsfrage und Hypothesen
4. Methoden
4.1 Wahl der Untersuchungsform der qualitativen Befragung
4.2 Interviewleitfäden, Fragebogen, mini-q & Datenschutzbestimmungen
4.3 Beschreibung der Stichprobe
4.4 Untersuchungsdurchführung
4.5 Analysemethode
5. Ergebnisse
5.1 Organisation der Personalpolitik im Unternehmen
5.2 Wie wird Weiterbildung innerbetrieblich organisiert?
5.3 Nutzen für das Unternehmen durch Weiterbildungsangebote
5.4 Umgang mit den „Randgruppen“ im Unternehmen
5.5 Barrieren und gute Ansätze von Weiterbildungen
5.6 Das Prinzip der individuellen Förderung
5.7 Abschließende Bewertung der Hypothesen
6. Diskussion
6.1 Interpretation der Ergebnisse
6.2 Methodenkritik
6.3 Konzeptioneller Ausblick
Die Arbeit untersucht, inwiefern eine gezielte individuelle Förderung von sogenannten „Randgruppen“ in mittelständischen Technologieunternehmen dazu beitragen kann, den zunehmenden Fachkräftemangel zu lindern und eine neue Weiterbildungskultur zu etablieren.
5.4 Umgang mit den „Randgruppen“ im Unternehmen
„Randgruppen“ werden im Unternehmen gefördert, da dem Unternehmen bewusst ist, dass sich oftmals ein immenses Potential in ihnen verbirgt.
„Die Randgruppen werden auf jeden Fall, auf jeden Fall angeboten, um die Leute besser zu integrieren in die Firma, ja. Die Sprache ist eine wichtige Sache, deshalb müssen sie zwei Sprachkurse machen, um die Sprache zu beherrschen zum Beispiel. Und spezifische Weiterbildungen im Beruf, um sie zu festigen und sage ich mal, dadurch unsere 100%ige Qualität zu fördern.“ (Interview_Management, 138).
Betrachtet man den Werdegang des interviewten Produktionsleiters und dessen Stellvertreter, erkennt man schnell, dass hier Mitglieder von „Randgruppen“ eine echte Chance bekommen haben und nun im Unternehmen eine wichtige Position einnehmen. Die Produktionsleitung kam in jungen Jahren nach Deutschland und arbeitete zunächst als Produktionshilfe. Mit der Zeit und gefördert durch Sprachkurse und interne Schulungen, konnte nach und nach mehr Verantwortung übernommen werden und mit all der Erfahrung hat man diesem Arbeitnehmer heute die Produktionsleitung anvertraut. Der Stellvertreter der Produktion äußerte sich deshalb bezeichnend zum Stellenwert der Weiterbildung im Unternehmen:
„Also ich habe eigentlich als Aushilfe hier angefangen. Ich habe als Aushilfe bei uns im Testfeld angefangen. Das war in einer Zeit, in der war ich arbeitslos, also mehr oder weniger, mal hier und mal da gejobbt. Dann kam ich als Aushilfe hier her [...] also schon einen ziemlich hohen Stellenwert. Ich sag mal, mit der Ausbildung als Bürokaufmann, käme ich ja an sich nicht zu der Stelle, wo ich jetzt im Moment arbeite. Das ist ja kein richtiger Lehrgang oder sowas gewesen, den ich da besucht habe. Das ist ja einfach nur, wiegesagt so eine Knowhow Wiedergabe gewesen, also eine interne Weiterschulung. Ja also wiegesagt, es hat für mich eigentlich einen sehr hohen Stellenwert.“ (Interview_Arbeitnehmer_3, 102).
1. Problemstellung: Beleuchtet den demographischen und technologischen Wandel als Treiber für Fachkräftemangel und postuliert Weiterbildung als notwendige Strategie für Unternehmen.
2. Theorie: Diskutiert Konzepte des lebenslangen Lernens sowie den Status quo der Weiterbildungsforschung in Deutschland, insbesondere hinsichtlich betrieblicher Weiterbildung und Randgruppen.
3. Ableitung der Forschungsfrage und Hypothesen: Formuliert basierend auf Literatur und Praxiserfahrung drei deduktive Hypothesen zur Rolle von Weiterbildung bei Personalengpässen im Mittelstand.
4. Methoden: Begründet die Wahl der qualitativen Interviewstudie und beschreibt die methodische Vorgehensweise sowie die Zusammensetzung der Stichprobe im Unternehmen.
5. Ergebnisse: Präsentiert die empirischen Erkenntnisse zur innerbetrieblichen Organisation, dem Nutzen für das Unternehmen und dem individuellen Umgang mit Randgruppen.
6. Diskussion: Interpretiert die Ergebnisse, reflektiert die gewählte Methodik kritisch und gibt einen Ausblick auf die notwendige Systematisierung der Personalentwicklung.
Weiterbildung, Fachkräftemangel, Randgruppen, Personalpolitik, Mittelstand, individuelle Förderung, lebenslanges Lernen, Technologiebranche, Qualifizierung, Personalentwicklung, Recruiting, betriebliche Weiterbildung, Hidden Champions, Arbeitsmarkt, Humankapital
Die Bachelorarbeit untersucht, wie kleine und mittelständische Unternehmen in der Technologiebranche durch gezielte, individuelle Weiterbildung von „Randgruppen“ den Fachkräftemangel bewältigen können.
Die Themen umfassen den demographischen Wandel, betriebliche Weiterbildungsstrukturen, die Integration von benachteiligten Personengruppen und moderne Personalentwicklungsstrategien im Mittelstand.
Ziel ist es, die praktische Umsetzung der Förderung von „Randgruppen“ (z. B. Langzeitarbeitslose, Migranten) in einem Unternehmen zu untersuchen und zu bewerten, inwiefern diese Maßnahmen als Chance zur Deckung des Fachkräftebedarfs dienen.
Die Autorin wendet einen qualitativen Forschungsansatz an, basierend auf leitfadengestützten, problemzentrierten Interviews mit Management, Personalleitung und Arbeitnehmern des untersuchten Betriebes.
Der Hauptteil analysiert die aktuelle Personalsituation im untersuchten Betrieb, die Organisation der Weiterbildung sowie die konkreten Erfahrungen der befragten Mitarbeiter mit Fördermaßnahmen und Barrieren.
Die Arbeit fokussiert sich primär auf Weiterbildung, Fachkräftemangel, Randgruppen, Personalpolitik und mittelständische Unternehmenskulturen.
Im Gegensatz zu Großkonzernen fehlen hier oft formalisierte Strategien und spezialisierte Personalentwicklungsabteilungen; stattdessen basiert die Förderung auf individuellen, situativen Entscheidungen und informellem Austausch.
Der persönliche Zusammenhalt und die Wertschätzung (inkl. individuell angepasster Förderansätze) führen zu einer extrem niedrigen Fluktuationsrate, was dem Unternehmen hilft, Fachkräfte langfristig zu binden.
Die Arbeit identifiziert Leistungsdruck und sprachliche Barrieren als wesentliche psychologische Hürden, die eine einfühlsame Begleitung durch Mentoren im Unternehmen notwendig machen.
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