Examensarbeit, 2005
52 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Problemdarstellung
1.2 Vorgehen
2. Grundlagen
2.1 Wirtschaftsethik
2.1.1 Allgemeine Überlegungen
2.1.2 Die Aufgaben von Banken und Börsen
2.2 Die Geldanlage
2.2.1 Grundlegende Begriffe
2.2.2 Formen der Geldanlage und Einfluss des Anlegers
2.2.2.1 Einführung
2.2.2.2 Einlagengeschäft der Banken
2.2.2.3 Festverzinsliche Wertpapiere
2.2.2.4 Aktien
2.2.2.5 Investmentfonds
2.2.2.6 Direktbeteiligungen
3. Sozialethische Begründung
3.1 Kritische Darstellung des heutigen Wirtschaftsystem
3.2 Das Konzept des Shareholder Value
3.3 Ziele einer nachhaltigen Entwicklung auf der Basis der Deklaration des Parlaments der Weltreligionen
4. Die ethisch-ökologische Geldanlage
4.1 Grundlagen einer ethisch-ökologischen Geldanlage
4.2 Geschichte und Entwicklung ethisch-ökologischer Geldanlagen
4.3 Kategorien ethisch-ökologischer Geldanlagen
4.3.1 Merkmale ethisch-ökologischer Geldanlagen
4.3.2 Fördernde ethisch-ökologischen Geldanlagen
4.3.3 Vermeidende ethisch-ökologischen Geldanlagen
4.4 Die Motive und Ziele der Anleger
4.4.1 Die Privatanleger
4.4.2 Die institutionellen Anleger
4.5 Die Anbieter ethisch-ökologischer Geldanlagen
4.6 Anlagestrategien
5. Probleme der Implementierung ethisch-ökologischer Geldanlagen
5.1 Überblick
5.2 Das Problem der unzureichenden Auswahl
5.3 Das Problem von Rendite und Sicherheit
5.3.1 Die Rendite ethisch-ökologischer Geldanlagen
5.3.2 Die Sicherheit ethisch-ökologischer Geldanlagen
5.4 Das Informationsproblem
6. Rating als Lösung des Informationsproblems
6.1 Grundlagen des Rating
6.2 Ein Kriterienkatalog am Beispiel des Frankfurt-Hohenheimer Leitfadens
6.2.1 Grundlagen
6.2.2 Vorstellung des Frankfurt-Hohenheimer Leitfadens
6.2.3 Das Corporate Responsibility Rating der oekom Research AG
6.3 Kritik an der Verwendung von Kriterienkatalogen
7. Schluss
7.1 Zusammenfassung
7.2 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen ökonomischer Renditeerwartung und sozialethischen sowie ökologischen Anforderungen an Geldanlagen. Ziel ist es, die Notwendigkeit nachhaltiger Investitionen theoretisch zu begründen, bestehende Implementierungshürden zu identifizieren und Lösungsansätze, insbesondere durch Ratingverfahren, zu evaluieren.
4.2 Geschichte und Entwicklung ethisch-ökologischer Geldanlagen
Die Anfänge der ethisch-ökologischen Geldanlagen liegen im Amerika des 17. Jahrhundert. Die Quäker stellten fest, dass bestimmte Geldanlagen durch ihre Glaubensüberzeugungen ausgeschlossen wurden. Dazu gehörte zum Beispiel die Beteiligung am Sklavenhandel. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verlangten Quäker und Methodisten von ihren Banken, dass ihr Geld nicht in sog. „sin-stocks“ investiert werden sollte. Dazu zählten beispielsweise Unternehmen, die Tabak, Alkohol oder Waffen produzierten. 1928 wurde in den USA der erste Investmentfonds aufgelegt, der diese Kriterien berücksichtigte. In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts führten Kampagnen von Aktionären gegen die Geschäftspolitik von General Motors und Dow Chemical zu der Erkenntnis, dass die Macht der Anleger nicht unerheblich ist. Dieses Vorgehen fand in der Anti-Apartheid-Politik gegenüber Südafrika eine erfolgreiche Fortsetzung. Der erste Investmentfonds, der auch ökologische Überlegungen einschloss wurde ebenfalls 1984 in den USA gegründet. In den USA zählten 1993 ca. 10 % des gesamten von Fonds verwalteten Anlagevermögens zum „ethical investment“. Diese Zahl muss jedoch relativiert werden, da dazu auch viele Fonds gezählt werden, die lediglich auf die Investition in die „sin-stocks“ verzichten, ansonsten aber keine weiteren Einschränkungen vornehmen.
In Europa wurde in den 70er und 80er Jahren eine Reihe von alternativen Banken gegründet. Dazu zählen beispielsweise die Triodos Bank in den Niederlanden, die Freie Gemeinschaftsbank BCL in der Schweiz, oder die GLS Gemeinschaftsbank in Deutschland. Sie fördern ethisch-ökologische Projekte, die von herkömmlichen Kreditinstituten häufig keine Kredite erhalten. In den 80er Jahren wurden in Europa Fonds aufgelegt, die in Umwelttechnologie-Unternehmen investierten. In den 90er Jahren ging man dazu über, Unternehmen auszuwählen, die sich am Konzept der Öko-Effizienz orientieren.
1. Einleitung: Definiert die Problematik des Börsenbooms der 90er Jahre und die wachsende Bedeutung von Umwelt- und Sozialkriterien bei der Kapitalanlage.
2. Grundlagen: Erläutert wirtschaftsethische Prinzipien sowie die Funktionsweise von Banken und die verschiedenen Formen der Geldanlage.
3. Sozialethische Begründung: Kritisiert das heutige Wirtschaftssystem und den Shareholder Value zugunsten einer nachhaltigen, ethisch begründeten Entwicklung.
4. Die ethisch-ökologische Geldanlage: Analysiert die Entwicklung, Kategorien, Anlegermotive sowie Strategien ethisch-ökologischer Investments.
5. Probleme der Implementierung ethisch-ökologischer Geldanlagen: Identifiziert Auswahlprobleme, Rendite-Sicherheits-Bedenken und Informationsdefizite als Haupthindernisse.
6. Rating als Lösung des Informationsproblems: Bewertet Ratingverfahren und Kriterienkataloge wie den Frankfurt-Hohenheimer Leitfaden als Instrumente für Anleger.
7. Schluss: Fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die Notwendigkeit, Implementierungsprobleme praxisnah zu lösen.
Ethisch-ökologische Geldanlagen, Sozialethik, Wirtschaftsethik, Nachhaltigkeit, Shareholder Value, Investmentfonds, Rendite, Sicherheit, Rating, Frankfurt-Hohenheimer Leitfaden, Öko-Effizienz, Anlageuniversum, Stakeholder, Kapitalströme, Corporate Responsibility.
Die Arbeit befasst sich mit der sozialethischen Begründung und den praktischen Herausforderungen von ethisch-ökologischen Geldanlagen in einem kapitalistisch geprägten Wirtschaftssystem.
Im Zentrum stehen die Wirtschaftsethik, die Auswirkungen des Shareholder-Value-Ansatzes, die Definition und Kategorisierung ethisch-ökologischer Investments sowie die Bedeutung von Rating-Instrumenten.
Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, wie Kapitalströme durch ethische Kriterien in nachhaltige Kanäle gelenkt werden können und welche Hindernisse dies für die Anleger und Anbieter erschweren.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf einer Literaturstudie zur Wirtschaftsethik und dem Vergleich verschiedener Anlagekonzepte und Ratingmodelle basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die sozialethische Begründung, die operative Implementierung, die Analyse von Anlegermotiven sowie die Evaluierung von Ratingverfahren am Beispiel des Frankfurt-Hohenheimer Leitfadens.
Wichtige Begriffe sind Ethisch-ökologische Geldanlagen, Sozialethik, Nachhaltigkeit, Shareholder Value, Rating und Corporate Responsibility.
Der Ansatz wird kritisiert, weil er die einseitige Orientierung am kurzfristigen Börsenwert begünstigt und dabei notwendige soziale sowie ökologische Rahmenbedingungen vernachlässigt.
Sie dienen als neutrale Instanz, die Unternehmen anhand definierter Kriterienkataloge bewertet und somit Privatanlegern eine Orientierungshilfe bietet, um ethische Werte in ihre Anlageentscheidungen einzubeziehen.
Fördernde Anlagen zielen aktiv auf die Finanzierung nachhaltiger Projekte ab (oft unter Inkaufnahme niedrigerer Renditen), während vermeidende Anlagen durch Negativkriterien versuchen, unethische Unternehmen aus dem Portfolio auszuschließen.
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