Magisterarbeit, 2014
110 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Jürgen Habermas: Die Genese einer Kritischen Gesellschaftstheorie
2.1 Zur Kritik der instrumentellen Vernunft: Eine Gefährdung der Moderne
2.2 Die Abkehr vom bewusstseinsphilosophischen Paradigma als Ausweg aus den Aporien der Moderne
2.3 Der Übergang von der Subjektivität zur Intersubjektivität
2.4 Der Paradigmenwechsel: Eine neue philosophische und soziologische Betrachtung
3 Die sprachtheoretische Grundlegung von Habermas‘ Soziologie
3.1 Was heißt Universalpragmatik? Das sprachtheoretische Fundament der Habermaschen Gesellschaftstheorie
3.2 Der sprachpragmatische Zugang zur Lebenswelt
3.3 Die Begründung der Diskursethik
Zwischenbetrachtung
4 Zum sozialen Aspekt in Wittgensteins Sprachphilosophie: Wittgensteins Denkweg
4.1 Die Sprachspiele
4.2 Regelbefolgung und Gepflogenheiten
4.3 Wittgensteins Privatsprachenargument: Die Unmöglichkeit einer privaten Sprache
5 Die Grundzüge einer verstehenden Soziologie: Habermas‘ direkte Auseinandersetzung mit Wittgenstein und Winch
6 Schlussbetrachtung
Diese Arbeit untersucht den prägenden Einfluss der Sprachphilosophie Ludwig Wittgensteins auf die Entwicklung von Jürgen Habermas' kategorialem Rahmen für eine kommunikationstheoretisch fundierte Gesellschaftstheorie, mit dem Ziel, die normativen Grundlagen kritischer Gesellschaftskritik neu zu begründen.
4.1 Die Sprachspiele
Die Frühphilosophie Wittgensteins nimmt an, die Beschreibung von Tatsachen oder Gegenständen sei die einzige Form sinnvoller Sätze. In der Spätphilosophie hingegen betont er nachdrücklich, dass es neben dem Beschreiben zahlreiche andere Möglichkeiten gibt, sprachliche Zeichen so zu verwenden, dass sie sinnvolle Sätze bilden. Hierfür entwickelt er den Begriff des Sprachspiels. Sein zentraler Gedanke dabei ist den Gebrauchsaspekt von Sprache näher zu untersuchen. Bei Wittgensteins Sprachspielbegriff handelt es sich um den Bezug auf den Kontext des Gesagten und die Tätigkeiten, die mit dem Gesagten verbunden werden.
So wäre der Ausruf „Skalpell“ eines Chirurgen anlässlich einer Operation ein Beispiel für ein Sprachspiel. Indem der Chirurg ein medizinisches Instrument benennt, signalisiert er, dass ihm die Krankenschwester dieses reichen soll. Das Sprachspiel kann sich auf das ganze Sprachsystem beziehen oder auch als Teilsystem menschlicher Sprache verstanden werden. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Fragmente einer vollständigen Sprache, sondern um eine vollständige primitive Sprache, die dem weiteren Verlauf einer beabsichtigten Handlung vollkommen genügt.
1 Einleitung: Diese Einleitung verortet Habermas in der Tradition der Frankfurter Schule und begründet das wissenschaftliche Interesse an der Verknüpfung von Sprache und Gesellschaft.
2 Jürgen Habermas: Die Genese einer Kritischen Gesellschaftstheorie: Das Kapitel analysiert die Problemlage der frühen Kritischen Theorie und die Notwendigkeit, durch eine Abkehr von der Bewusstseinsphilosophie eine neue Gesellschaftstheorie zu entwickeln.
3 Die sprachtheoretische Grundlegung von Habermas‘ Soziologie: Hier wird der theoretische Übergang zur Universalpragmatik, zur Lebenswelt und zur Diskursethik als Antwort auf die erkenntnistheoretischen Defizite dargestellt.
Zwischenbetrachtung: Dieses Kapitel resümiert den Paradigmenwechsel und bereitet den Übergang zur detaillierten Analyse von Wittgensteins Sprachphilosophie vor.
4 Zum sozialen Aspekt in Wittgensteins Sprachphilosophie: Wittgensteins Denkweg: Dieser Abschnitt expliziert Wittgensteins Entwicklung von der Abbildtheorie des Tractatus zur Gebrauchstheorie der Sprache in den Philosophischen Untersuchungen.
5 Die Grundzüge einer verstehenden Soziologie: Habermas‘ direkte Auseinandersetzung mit Wittgenstein und Winch: Dieses Kapitel diskutiert die Rezeption von Wittgenstein und Winch durch Habermas sowie die ergänzende Einbeziehung von Gadamers Hermeneutik.
6 Schlussbetrachtung: Das Abschlusskapitel zieht ein Fazit über den Zusammenhang zwischen der Sprachphilosophie Wittgensteins und Habermas‘ Gesellschaftstheorie.
Jürgen Habermas, Ludwig Wittgenstein, Kritische Theorie, Sprachphilosophie, Universalpragmatik, Intersubjektivität, Lebenswelt, Diskursethik, Sprachspiele, Regelbefolgung, Privatsprachenargument, Kommunikation, verstehende Soziologie, Peter Winch, Hans-Georg Gadamer
Die Arbeit untersucht, wie Jürgen Habermas die Sprachphilosophie Ludwig Wittgensteins nutzt, um das Fundament seiner eigenen kritischen Gesellschaftstheorie theoretisch neu zu begründen.
Die zentralen Felder sind die Kritische Theorie, die Sprachphilosophie (insbesondere die Wende vom Subjekt zur Intersubjektivität) sowie Ansätze einer verstehenden Soziologie.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Habermas durch einen Paradigmenwechsel in der Philosophiegeschichte das "erschöpfte" bewusstseinsphilosophische Denken ablöst, um gesellschaftliche Pathologien normativ kritisierbar zu machen.
Habermas nutzt einen rekonstruktionistischen Ansatz, bei dem er vorhandene Theorien analysiert, um die für seine Kommunikationstheorie nützlichen Elemente zu extrahieren und Schwachstellen für eine Weiterentwicklung zu identifizieren.
Der Hauptteil behandelt die Genese der Habermaschen Gesellschaftstheorie, die sprachtheoretische Grundlegung (Universalpragmatik/Diskursethik), die Analyse von Wittgensteins Sprachphilosophie und die kritische Auseinandersetzung mit Winch und Gadamer.
Die Arbeit ist charakterisiert durch Begriffe wie Intersubjektivität, Sprachspiele, Universalpragmatik, Lebenswelt und Habermas' Auseinandersetzung mit dem linguistic turn.
Es dient dazu, die Unmöglichkeit einer privaten Sprache aufzuzeigen und damit die soziale, regelgebundene Natur menschlicher Kommunikation als Basis für Habermas' Soziologie zu festigen.
Habermas setzt sich mit Winch auseinander, weil dieser zu den ersten gehörte, die Wittgensteins Philosophie für die Sozialwissenschaften fruchtbar machen wollten, wobei Habermas hierbei auch methodologische Grenzen aufzeigt.
Er kritisiert deren Verhaftetsein in einem bewusstseinsphilosophischen Paradigma, das zwangsläufig zu aporetischen Prognosen (dem Umschlag in instrumentelle Vernunft) führt.
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