Diplomarbeit, 2004
69 Seiten, Note: 2,0
EINLEITUNG
1 Das apallische Syndrom
1.1 Entstehungsursachen des apallischen Syndroms
1.2 Symptome von Menschen im Wachkoma
1.3 Heilungschancen von Wachkoma-Patienten
1.4 Anzeichen einer möglichen Remission
1.5 Zusammenfassung der Ergebnisse
2 Die Rehabilitation des Wachkoma-Patienten
2.1 Überlebenssicherung durch Intensivversorgung im Krankenhaus
2.2 Die Frührehabilitation
2.3 Bewusstseinsförderung durch gezielte Stimulation
2.4 Schulische, berufliche und soziale Wiedereingliederung
2.5 Die Langzeitversorgung schwerst-hirngeschädigter Menschen
3 Die Mitwirkung der Angehörigen
3.1 Beziehungs- und Kommunikationsaufbau mit dem Wachkoma-Patienten
3.2 Belastungen
3.3 Entlastung der Angehörigen
3.4 Zusammenfassung der Ergebnisse
4 Ethische Aspekte im Umgang mit Wachkoma-Patienten
4.1 Biomedizinisches Denkmodell als Gefahr für Wachkoma-Patienten
4.2 Die Beachtung der Menschenwürde als Grundprinzip für ethisch handelnde Menschen
4.3 Die Ethik der Achtsamkeit: mögliche Orientierung für Sozialarbeiter/Sozialpädagogen im Umgang mit Wachkoma-Patienten
5 Soziale Arbeit mit Wachkoma-Patienten und deren Angehörigen in stationären Einrichtungen
5.1 Ausgangspunkt der Sozialen Arbeit: Das Prinzip der Ganzheitlichkeit
5.2 Die psychosoziale Beratung der Leidtragenden
5.3 Angehörigenarbeit
5.4 Zusammenarbeit mit anderen Personen und Diensten
5.5 Zusammenfassung der Ergebnisse
6 Konzeptionelle Überlegungen im stationären Umgang mit Wachkoma-Patienten am Beispiel von Einrichtungen der aktivierenden Dauerpflege
6.1 Definition, Funktion und Inhalt von Konzepten
6.2 Notwendigkeit von Konzepten
6.3 Die Konzeptentwicklung
6.4 Möglichkeiten der Betreuung und Begleitung apallischer Bewohner innerhalb einer Altenpflegeeinrichtung
6.5 Konzeptionelle Überlegungen einer Fachpflegeeinrichtung für Menschen mit erworbenen Schädel-Hirnverletzungen
6.6 Fazit
7 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
Die Arbeit untersucht die Rolle der Sozialen Arbeit bei der Betreuung von Menschen im Wachkoma (apallisches Syndrom) und deren Angehörigen. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch ganzheitliche Ansätze, psychosoziale Beratung und fachlich fundierte Konzeptionen in stationären Einrichtungen die Lebensqualität und Reintegration der Betroffenen gefördert werden kann.
1.2 Symptome von Menschen im Wachkoma
Im Vollbild des apallischen Syndroms befindet sich der Patient in einer charakteristischen Bewusstseinslage: Er ist wach, öffnet gelegentlich die Augen, fixiert jedoch nicht und zeigt keinerlei Bewusstseinstätigkeit. „Er blickt, aber er erblickt nicht.“ (Delank/Gehlen 2004, S.134) Aufgrund der defizitären Deutungsmöglichkeiten seiner Umgebung ist der apallische Patient zu keinerlei Kontaktaufnahme mit seiner Umwelt fähig, d.h. gerichtete emotionelle Reaktionen fehlen. Der Schlaf-Wach-Rhythmus richtet sich nach der Ermüdung der Betroffenen und ist unabhängig vom Tag-Nacht-Rhythmus. Auf intensive akustische (z.B. Musik) und visuelle (z.B. Bilder, Gegenstände etc.) Reize sowie auf Schmerzreize reagiert der Schwerkranke mit unkoordinierten Massenbewegungen der Extremitäten und des gesamten Körpers. Gelegentlich stößt der Patient unverständliche Laute wie z.B. Stöhnen oder Schreie aus. Wie bei einem neugeborenen Kind zeigen sich motorische Primitivreflexe, die in Form von Saugreflexen oder einfachsten Greifaktionen auftreten. (vgl. Häusler 2001, S.13) Häufig kommt es zu spastischen Tonuserhöhungen (Tonus = Spannungszustand) der Muskulatur und einer daraus resultierenden fixierten bzw. gekrümmten Körperhaltung (Spastik). Trotz vorhandenen Kau- und Schluckbewegungen ist die Nahrungsaufnahme meist nur über eine Sonde möglich.
Entsprechend der beschriebenen Symptomatik ist der apallische Patient völlig hilflos und in höchstem Maße auf die Unterstützung seiner Umwelt angewiesen.
1 Das apallische Syndrom: Beschreibt das medizinische Krankheitsbild, die Ursachen sowie die Symptomatik des Wachkomas und dessen Abgrenzung zu anderen Zustandsbildern.
2 Die Rehabilitation des Wachkoma-Patienten: Erläutert die verschiedenen Phasen der medizinischen und sozialen Rehabilitation von der Akutversorgung bis hin zur Langzeitpflege.
3 Die Mitwirkung der Angehörigen: Analysiert die zentrale Rolle der Angehörigen für den Heilungsprozess und beleuchtet deren psychosoziale Belastungen sowie Entlastungsmöglichkeiten.
4 Ethische Aspekte im Umgang mit Wachkoma-Patienten: Diskutiert den Gegensatz zwischen biomedizinischen, defektorientierten Sichtweisen und einer beziehungsethischen Haltung, die die Menschenwürde in den Mittelpunkt stellt.
5 Soziale Arbeit mit Wachkoma-Patienten und deren Angehörigen in stationären Einrichtungen: Untersucht die Aufgaben und Methoden der klinischen Sozialarbeit sowie das Prinzip der Ganzheitlichkeit in der Beratung.
6 Konzeptionelle Überlegungen im stationären Umgang mit Wachkoma-Patienten am Beispiel von Einrichtungen der aktivierenden Dauerpflege: Präsentiert und reflektiert Konzeptentwicklungen anhand von Praxisbeispielen in der Langzeitpflege.
7 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Fasst die Kernergebnisse der Arbeit zusammen und plädiert für einen weiteren Ausbau qualifizierter Versorgungsangebote sowie verstärkte Öffentlichkeitsarbeit.
Wachkoma, apallisches Syndrom, Soziale Arbeit, Rehabilitation, Angehörigenarbeit, Menschenwürde, klinische Sozialarbeit, basale Stimulation, Langzeitpflege, Ethik, psychosoziale Beratung, ganzheitliche Betreuung, Lebensqualität, Schädel-Hirn-Trauma, Konzeptentwicklung
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Situation von Menschen im Wachkoma und der Rolle der Sozialen Arbeit bei der Begleitung dieser Patienten und ihrer Angehörigen.
Die Schwerpunkte liegen auf medizinischen Grundlagen, rehabilitativen Ansätzen, der Unterstützung von Angehörigen, ethischen Fragestellungen und konzeptioneller Arbeit in stationären Einrichtungen.
Das Ziel ist es, die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Sozialen Arbeit in diesem Bereich aufzuzeigen und Strategien für eine humane Begleitung der Patienten zu entwickeln.
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse von Fachliteratur sowie auf der Untersuchung von Konzeptionen zweier spezifischer Pflegeeinrichtungen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in medizinische Grundlagen, die verschiedenen Rehabilitationsphasen, die Einbindung der Angehörigen, eine ethische Reflexion über die Patientenwürde sowie eine Analyse der konzeptionellen Arbeit der Sozialdienste.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Wachkoma, apallisches Syndrom, Soziale Arbeit, Angehörigenarbeit, Rehabilitation und Ethik der Achtsamkeit beschreiben.
Das biomedizinische Modell betrachtet Patienten primär als „defekte Maschinen“ ohne Recht auf Leben, während die beziehungsethische Sichtweise sie als lebende, empfindsame Personen sieht, die ein Recht auf ganzheitliche Unterstützung und Wahrung ihrer Würde haben.
Die Biografiearbeit ermöglicht es, den Patienten als Individuum mit eigener Geschichte zu verstehen, was den Mitarbeitern hilft, einen Sinn im Verhalten des Kranken zu erkennen und eine individuell angepasste Betreuung zu leisten.
Die ökonomischen Ressourcenknappheit führt oft zu einer Unterversorgung und stellt die stationäre Rehabilitation von Schwerstkranken vor das Problem, eine qualitativ hochwertige, ganzheitliche Betreuung trotz Kostendrucks zu gewährleisten.
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