Magisterarbeit, 2008
100 Seiten, Note: 1,5
Einleitende Bemerkungen
A. Theoretische Vorüberlegungen
A.1 Gegenstand und Ziel der Darstellung
A.2 Zum Stand der Forschung
B. Textarbeit
B.1 Textualitätskriterien
B.2 Textuelle Konstituenten und deren Markierung
B.3 Lexikalische und strukturelle Intratextualitätsfaktoren
B.4 Exkurs: Die unterschiedlichen Textfassungen
C. Ergebnisse
D. Literaturverzeichnis
D.1 Texteditionen
D.2 Forschungsliteratur
E. Anhang: Schematische Strukturanalyse
Die Arbeit untersucht die strukturelle Zusammensetzung der mittelhochdeutschen Minneallegorie "Minneburg". Das primäre Ziel ist es, durch eine textlinguistische und literaturwissenschaftliche Analyse nachzuweisen, dass der Text trotz seiner komplexen, oft als formlos kritisierten Überlieferung eine kohärente, durch intratextuelle Beziehungen und wiederkehrende Motive gestützte Gesamtstruktur aufweist, die das Werk als Metatext der Minneredentradition positioniert.
B.2 Textuelle Konstituenten und deren Markierung
Bei einem ersten Blick über das Korpus fällt zunächst die eigentümlich explizit formulierte Gliederung auf, die den Text rein äußerlich kennzeichnet. Handschrift P liefert demnach drei Bausteine der Minneburg: zunächst die Inhaltsangabe in Prosa, dann – unmittelbar anschließend – die drei Prologstrophen und den eigentlichen Text der Minneburg. „Die Form- und Gattungsbreite des Textes wird weiter unterstrichen durch zwei Vorreden, von denen eine in Prosa, die andere in Strophenform abgefaßt ist“, konstatiert ANNETTE VOLFING in ihrem 2005 erschienen Aufsatz. Damit liegt bereits ein erstes Gliederungsprinzip des Textes vor, das metatextuell, über die Komposition dreier Konstituenten vorgegeben wird. Die Inhaltsangabe beginnt mit den Worten Ditz buch. Durch den Gebrauch des Demonstrativs rekurriert der Text auf eine Wissensdeixis und bindet den anschließenden Haupttext an sich. Somit liegt im Sinne der Definition eine explizite Verknüpfung zweier Konstituenten vor. Über das Thema der Inhaltsangabe, die den Inhalt des Haupttextes chronologisch paraphrasiert, bestehen darüber hinaus weitere Verbindungen.
Einleitende Bemerkungen: Der Autor schildert seine erste Begegnung mit dem Text der Minneburg im Rahmen seiner Examensvorbereitung und dankt seinen Mentoren für die Unterstützung.
A. Theoretische Vorüberlegungen: Es erfolgt eine terminologische Eingrenzung des Gattungsbegriffs (Minneallegorie vs. Minnerede) sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der bisherigen, teils negativen Forschungsrezeption.
B. Textarbeit: Dieser Hauptteil analysiert die textuellen Marker, das Zusammenspiel von materje und underbint sowie die verschiedenen Textfassungen und deren Überlieferung.
C. Ergebnisse: Der Autor resümiert, dass die Minneburg als ein komplexes Metatext-Konstrukt zu verstehen ist, in dem die personale Ebene zunehmend die allegorische Struktur durchdringt.
D. Literaturverzeichnis: Ein umfassendes Verzeichnis der verwendeten Texteditionen sowie der relevanten Forschungsliteratur.
E. Anhang: Schematische Strukturanalyse: Eine grafische Aufbereitung, die die Versnummern den beiden Erzählebenen (materje und underbint) zuordnet.
Minneburg, Minnerede, Minneallegorie, materje, underbint, Textlinguistik, Mittelalter, Intertextualität, Intratextualität, mittelhochdeutsche Literatur, Erzählperspektive, Allegorie, Widerminne, Textkonstituenten.
Die Arbeit analysiert die Textstruktur und die Erzähldynamik der spätmittelalterlichen Minneallegorie "Minneburg", um ihre komplexe, fragmentiert wirkende Struktur als intentionales, kunstvolles Gesamtsystem zu entschlüsseln.
Im Zentrum stehen die Minnethematik, die höfische Didaktik, die Rolle des Ich-Sprechers sowie die Abgrenzung zwischen erzählenden Rahmenhandlungen (materje) und reflexiven, personalen Einschüben (underbint).
Das Ziel ist der Nachweis, dass der Autor der "Minneburg" ein kohärentes Konzept verfolgt, welches das Werk als Programmtext für die gesamte Gattung der Minnereden etabliert.
Der Autor wendet eine textlinguistische und literaturwissenschaftliche Analyse an, insbesondere unter Berücksichtigung von Intratextualitätsfaktoren, Motivketten und der textkritischen Auswertung verschiedener Handschriftenüberlieferungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Textualitätskriterien, die Analyse der expliziten und impliziten Textmarker sowie eine detaillierte Erschließung der verschiedenen Fassungsüberlieferungen.
Die Schlüsselbegriffe sind materje (als allegorischer Handlungsstrang) und underbint (als personale, reflektive Ebene), die gemeinsam die "Textarchitektur" des Werkes bilden.
Die materje bezeichnet die allegorische, oft als Rahmenhandlung dienende Ebene, während der underbint die personale Ebene repräsentiert, in der das Ich eigene Erfahrungen und Selbstreflexionen einbringt.
Das Minnegericht fungiert als formaler Rahmen, der es dem Autor ermöglicht, eine Reihe von autonomen Minnereden zu präsentieren und die allegorische Erzählebene zunehmend zu verlassen.
Der Autor argumentiert, dass die Art der Verschränkung von fiktionalem Rahmen und personaler Klage auf eine prinzipielle Unendlichkeit hindeutet, da die Minnekommunikation ein fortwährendes Produzieren von Texten erfordert.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

