Magisterarbeit, 2004
101 Seiten, Note: 1,3
1. EINLEITUNG
2. Die Ethnische Bewegung an der Atlantikküste
2.1. Die Ethnische Bewegung
2.2. Strategische Akteure
2.3. Die Ethnische Bewegung als Tintenfisch
2.4. Die ethnische Guerilla und die ethnische Militanz
2.5. „the holy war“ –
die Rolle der Mährischen Kirche in der Ethnischen Bewegung
2.6. Der Zusammenhang von frontiera agrícola und Revitalisierung
3. Die Revolution und die Atlantikküste
3.1. Die Konfliktherde
3.2. Der Pakt – die formative Phase (1979-81)
3.3. Die offene Auseinandersetzung 1981-1990
3.3.1. Prinzapolka
3.3.2. Dirty War
3.3.3. Die Wende - Autonomie und Frieden
4. Das Weltsystemkonzept und die Ethnische Bewegung
4.1. Systemwelten
4.2. Der Integrationskomplex
4.2.1. Integration und Desintegration
– Inklusion und Exklusion
4.2.2. Angriffs- und Verteidigungsstrategien
4.3. Eigendynamik, Modernisierung und Kolonialismus
4.4. Weltsystem im Kampf der Antisysteme
4.5. Die Peripherie der Peripherie
5. ZUSAMMENFASSUNG
Die Magisterarbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen der sandinistischen Revolution und den ethnisch-indigenen Gruppen an der nicaraguanischen Atlantikküste (Miskito, Rama, Sumu) im Zeitraum von 1979 bis 1990, mit dem Ziel, die Mechanismen ethnischer Mobilisierung und deren Konfliktpotenziale im Kontext der sandinistischen Staatsbildung zu analysieren.
2.4. Die ethnische Guerilla und die ethnische Militanz
Wie konnte es passieren, dass die Polymobilisierung das militante Potenzial innerhalb der Ethnischen Bewegung mobilisierte? Was waren die Beweggründe für die costenos den harten Buschkampf zu wählen? Welche Zielsetzung hatte die ethnische Guerilla?
Problematisch wird der Begriff der Guerilla-Bewegung, wenn man ihn mit den Sozialen Bewegungen zwingend paralellisieren bzw. als Teil einer Sozialen Bewegung subsumieren will. Der „Kleinkrieg“ einer numerischen und machtpolitischen Minderheit richtete sich gegen einen übermächtigen Gegner bzw. das Subjekt der Staatsmacht („David gegen Goliath“). Mit konzentrierten Aktionen, der Guerilla-Taktik, wird der numerische Nachteil neutralisiert. (Boris 1998: 122-125) Im Falle der Contras der Ethnischen Bewegung steht jedoch hinter „David“ der CIA. Die Contras waren zugleich bewaffneter Arm der Ethnischen Bewegung als auch Instrument der Außenpolitik der USA.
1. EINLEITUNG: Einführung in die Problemstellung des Spannungsfeldes zwischen Sandinismus und Ethnizität unter Nutzung soziologischer Konzepte.
2. Die Ethnische Bewegung an der Atlantikküste: Analyse der internen Struktur und der Mobilisierungsfaktoren der indigenen Gruppen unter Berücksichtigung ihrer Akteure und Organisationen.
3. Die Revolution und die Atlantikküste: Darstellung der Konfliktdynamik zwischen der sandinistischen Regierung und den indigenen Bewohnern bis zum Friedensprozess.
4. Das Weltsystemkonzept und die Ethnische Bewegung: Anwendung systemtheoretischer Ansätze zur Einordnung der nicaraguanischen Entwicklungen in einen globalen Kontext.
5. ZUSAMMENFASSUNG: Synthese der Untersuchungsergebnisse und Fazit zur Relevanz ethnischer Identität im Verteilungskampf der Peripherie.
Sandinismus, Ethnizität, Miskito, Atlantikküste, Weltsystemkonzept, Neue Soziale Bewegungen, Contra-Krieg, Identität, Mährische Kirche, Mobilisierung, Peripherisierung, Autonomie, Staatliche Repression, Landrechte.
Die Arbeit befasst sich mit dem Konflikt zwischen der sandinistischen Revolution und den ethnisch-indigenen Minderheiten (insbesondere den Miskito) an der nicaraguanischen Atlantikküste in den 1980er Jahren.
Im Fokus stehen Ethnizitätskonzepte, der organisierte Widerstand gegen den Zentralstaat, die Rolle von Kirchen als Mobilisierungsinstanzen und ökonomische Verteilungskämpfe.
Ziel ist es zu ergründen, warum die Allianz zwischen Sandinisten und den indigenen Gruppen zerbrach und wie sich die ethnische Identität der Gruppen im Kontext des sandinistischen Staatsumbaus transformierte.
Die Arbeit kombiniert eine sozialgeschichtliche Herangehensweise mit soziologischen Theorien, insbesondere dem Weltsystemkonzept von Immanuel Wallerstein und der Systemtheorie nach Luhmann.
Der Hauptteil analysiert die Entstehung der ethnischen Bewegung, die Rolle strategischer Akteure, den bewaffneten Konflikt ("Dirty War") sowie die sozioökonomischen Bedingungen des Widerstands.
Sandinismus, Ethnizität, Miskito, Contra-Krieg, Weltsystem, Indigenität, Autonomie und Peripherisierung.
Sie diente als stabilisierendes Netzwerk ("mobilizing structure") für die Miskito und fungierte als ideologische Plattform, die zur Stärkung des ethnischen Zusammenhalts beitrug und den Widerstand gegen den sandinistischen Staat legitimierte.
Der Begriff beschreibt das Phänomen, dass die ethnische Bewegung an der Atlantikküste aufgrund ihrer dezentralen Struktur in viele verschiedene, teils widersprüchliche Gruppen und Sektionen fraktioniert agierte, die jedoch unter einem gemeinsamen ethnischen Dach vereint waren.
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