Magisterarbeit, 2001
105 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Zum Jugendbegriff
2.2 Zum Begriff Postadoleszenz
3. Jugendkultur
3.1 Zum Begriff Jugendkultur
3.2 Geschichte der Jugendkultur in Deutschland
3.2.1 Jugendkultur 1900 – 1945
3.2.2 Jugendkultur 1945 – heute
3.2.2.1 Beatniks
3.2.2.2 Rocker und Halbstarke
3.2.2.3 Hippies
3.2.2.4 Englische Jugendkulturen: Mods und Teds
3.2.2.5 Punks
3.2.2.6 Skinheads
3.2.2.7 Rap, HipHop, Techno, Rave
3.3 Jugendkultur statt Subkultur
3.4 Die Funktionen von Jugendkultur
4. Pop- und Rockmusik als Jugendkultur
4.1 Zur Terminologie von Rock, Pop und Popular
4.1.1 Pop
4.1.2 Rock
4.1.3 Popular
4.2 Entstehung von Popularmusik
4.3 Ästhetik der Popularmusik
4.4 Funktion von Rock- und Popmusik für Jugendliche
5. Fans
5.1 Zum Fanbegriff
5.2 Verschiedene Fantypen
5.2.1 Fußballfans
5.2.2 Fans von Teenie-Idolen – Das Boygroupphänomen
5.3 Langfristige Bindungen von Fans
6. Untersuchungsgegenstand Depeche Mode
6.1 Kurzbiografie der Band Depeche Mode
6.2 Virtuelle Gemeinschaft: Depeche-Mode-Fans in Deutschland
6.3 Befragung von Depeche-Mode-Fans
6.3.1 Art und Durchführung der Umfrage
6.3.2 Umfrageergebnisse
7. Zusammenfassung und Schlussbemerkung
Die Arbeit untersucht, inwiefern Musik-Fans als Teil von Jugendkulturen durch ihre Gemeinschaft mit Gleichgesinnten Identitätsfindung betreiben und gesellschaftliche Missstände kompensieren. Im Zentrum steht die Frage, was Jugendliche dazu bewegt, sich als Fans zu engagieren und wie sich diese langfristige Bindung auf ihre Persönlichkeitsentwicklung auswirkt.
Die Funktionen von Jugendkultur
In den vergangenen 50 Jahren hat sich die Jugendkultur, wie beschrieben, ständig weiterentwickelt. Von einer starken Orientierung an Männlichkeitsidealen in den 50er-Jahren über mehr und mehr gesellschaftskritische oder politische Orientierungen in den 60er und 70er-Jahren bis hin zu einer zunehmenden Ästhetisierung und Pluralisierung von Jugendkulturen in den 80er und 90er-Jahren bis heute. Jetzt stehen den Jugendlichen so viele (Aus-)Bildungs-, Medien- und Freizeitmöglichkeiten offen, wie nie zuvor in ihrer Geschichte.
Durch das immer frühere Lösen der Kinder und Jugendlichen aus dem Elternhaus hinein in Peergroups, bekommen die Jugendkulturen eine immer stärkere Bedeutung als Sozialisationsinstanz. Sie kommen immer früher in Kontakt mit allgemein zugänglicher und/oder einer wie auch immer spezialisierten Jugendkultur und verweilen, bedingt durch die Verlängerung der Lebensphase Jugend, immer länger in einer oder mehreren Jugendkulturen. Besonders in Gleichaltrigengruppen zeigt sich das Bedürfnis Jugendlicher unter sich zu sein. In Phasen wie z.B. der Pubertät kann man in solchen Gruppen darauf bauen, dass auch die Anderen ähnliche Probleme, Sorgen, Ängste und Nöte haben. Diese zu artikulieren und zu diskutieren ist in solchen Gleichaltrigengruppen oft leichter als es dies mit Eltern oder anderen Erwachsenen, beispielsweise Lehrern, der Fall wäre.
1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Fan-Forschung und Darlegung des Ziels, das Phänomen der Musik-Fans als Teil von Jugendkultur jenseits negativer Vorurteile zu untersuchen.
2. Theoretische Grundlagen: Klärung der Begriffe Jugend und Postadoleszenz als essenzielle theoretische Bezugsrahmen für die Untersuchung jugendkultureller Phänomene.
3. Jugendkultur: Historischer Abriss der Entwicklung von Jugendkulturen in Deutschland sowie Erörterung ihrer Funktionen als Sozialisationsinstanzen.
4. Pop- und Rockmusik als Jugendkultur: Theoretische und historische Beleuchtung der Bedeutung populärer Musik für die Identitätsfindung von Jugendlichen.
5. Fans: Differenzierung des Fanbegriffs und Abgrenzung gegenüber Stigmatisierungen, sowie Analyse der langfristigen Bindungen an Stars.
6. Untersuchungsgegenstand Depeche Mode: Kurzbiografie der Band und Auswertung der empirischen Umfrage unter den deutschen Fans in einer virtuellen Gemeinschaft.
7. Zusammenfassung und Schlussbemerkung: Synthese der gewonnenen Erkenntnisse und Plädoyer für eine wertschätzendere Betrachtung von Fan-Kulturen.
Jugendkultur, Musik-Fans, Depeche Mode, Identitätsfindung, Postadoleszenz, Sozialisation, Popularmusik, Fan-Sein, Soziologie, Jugend, Mediennutzung, Gemeinschaft, Rockmusik, Popmusik, Subkultur.
Die Magisterarbeit untersucht die wissenschaftlich oft vernachlässigte Rolle von Musik-Fans als Teil moderner Jugendkulturen und hinterfragt dabei gängige negative Stereotype.
Die Arbeit beleuchtet die Begriffe Jugend und Postadoleszenz, die historische Entwicklung deutscher Jugendkulturen, die soziologische Bedeutung von Popularmusik sowie die psychologische Dimension des Fan-Seins.
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob Musik-Fans in ihrer Gemeinschaft eine Antwort auf gesellschaftliche Missstände finden oder ob Fan-Sein eine stabile Form der Identitätsbildung darstellt.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch soziologische Literatur sowie einer empirischen Befragung unter Fans der Band Depeche Mode, deren Ergebnisse qualitativ ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung des Jugendbegriffs, eine detaillierte Historie von Jugendkulturen, eine Analyse von Musik als Identitätsfaktor und den praktischen Teil zur Fan-Gemeinschaft von Depeche Mode.
Zentrale Begriffe sind Jugendkultur, Fan-Sein, Identitätsfindung, Postadoleszenz, Popularmusik und Sozialisation.
Die Band dient als Fallbeispiel für eine besonders langfristige Fan-Bindung, die über die übliche kurzfristige Begeisterung für Teenie-Idole deutlich hinausgeht.
Die Fans vernetzen sich primär über das Internet, beispielsweise durch Mailing-Listen und spezielle Online-Foren, die als virtuelle Gemeinschaften fungieren.
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