Examensarbeit, 2003
93 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
I Gewalt an Schulen – ein (wieder) aktuelles Thema?
1. Die Entwicklung des Forschungsgegenstandes „Gewalt an Schulen“ seit Beginn der 90er Jahre
2. Inhalte, Methodologie und Methodik der Studien
3. Die bisherigen Forschungsergebnisse zum Thema „Gewalt an Schulen“
4. Wissenschaftsrealität versus Medienrealität
II Darstellung empirischer Studien
1. Schwind, Roitsch, Ahlborn und Gielen (1995)
1.1 Methodische Anlage der Untersuchung
1.2 Zentrale Aussagen
1.2.1 Wahrnehmung der Gewalt aus Sicht des Schulpersonals
1.2.2 Wahrnehmung der Gewalt aus Sicht der Schüler (7.-13. Klasse)
1.2.3 Täterselbstreport der Schüler
1.2.4 Einschätzung der Lehrer zur Gewaltentwicklung
1.3 Zusammenfassung
2. Tillmann, Holler-Nowitzki, Holtappels, Meier und Popp (1999)
2.1 Methodische Anlage der Untersuchung
2.2 Zentrale Aussagen
2.2.1 Wahrnehmung der Gewalt aus Sicht der Schüler
2.2.2 Täterselbstreport der Schüler
2.2.3 Vergleich der Geschlechter
2.2.4 Vergleich der Altersgruppen
2.2.5 Vergleich der Schulformen
2.2.6 Einfluss der Familie auf schulische Gewalt
2.2.6.1 Familienstruktur
2.2.6.2 Berufstätigkeit des Vaters
2.2.6.3 Gewalterfahrung in der Familie
2.3 Zusammenfassung
3. Forschungsgruppe Schulevaluation (1998)
3.1 Methodische Anlage der Untersuchung
3.2 Zentrale Aussagen
3.2.1 Wahrnehmung der Gewalt aus Sicht der Schüler
3.2.2 Vergleich der Geschlechter
3.2.3 Vergleich der Schulformen
3.2.4 Einfluss der Familie auf schulische Gewalt
3.3 Zusammenfassung
4. Fuchs, Lamnek und Luedtke (2001)
4.1 Methodische Anlage der Untersuchung
4.2 Zentrale Aussagen
4.2.1 Ausmaß und Formen der Gewalt an Schulen
4.2.2 Vergleich der Geschlechter
4.2.3 Vergleich der Altersgruppen
4.2.4 Vergleich der Schulformen
4.2.5 Einfluss der Familie auf schulische Gewalt
4.1 Zusammenfassung
5. Lösel und Bliesener (2003)
5.1 Methodische Anlage der Untersuchung
5.2 Zentrale Aussagen
5.2.1 Ausmaß und Formen von Gewalt an Schulen
5.2.2 Vergleich der Geschlechter
5.2.3 Vergleich der Schulformen
5.2.4 Vergleich der Altersgruppen
5.2.5 Einfluss der Familie auf schulische Gewalt
5.3 Zusammenfassung
III Vergleich der Studien
1. Vergleich des Gewaltausmaßes an den Schulen
2. Vergleich der Geschlechter
3. Vergleich der Altersgruppen
4. Vergleich der Schulformen
5. Vergleich des Einflusses der Familie auf schulische Gewalt
IV Schlussbetrachtung
Die Arbeit zielt darauf ab, dem Leser einen fundierten wissenschaftlichen Überblick über das Thema "Gewalt an Schulen" zu vermitteln, indem empirische Studien der 90er Jahre kritisch analysiert und verglichen werden, um eine versachlichte Sichtweise gegenüber der medialen Dramatisierung zu ermöglichen.
1. Die Entwicklung des Forschungsgegenstandes „Gewalt an Schulen“ seit Beginn der 90er Jahre
Die hohe „Konjunktur“ (Tillmann, Holler-Nowitzki, Holtappels, Meier & Popp, 1999, S. 5) des Themas „Gewalt an Schulen“ hatte, wie schon erwähnt, durchaus ihre guten Seiten.
Der so erzeugte Druck auf Bildungspolitiker, Schulämter und Schulverwaltungen, sinnvolle Handlungsalternativen und Präventionsmaßnahmen aufzuweisen, initiierte eine Reihe von Schulstudien.
Die Thematisierung des Diskussionsgegenstandes „Schulgewalt“ lässt sich anhand von drei Phasen zurückverfolgen, die in wechselseitiger Beziehung zueinander stehen:
1. Die, durch eine intensive Medienkampagne geförderte, gesellschaftliche Thematisierung seit Beginn der 90er Jahre veranlasste
2. das neu aufkeimende Interesse und die weiterführende Thematisierung von pädagogischen Professoren und Experten, die wiederum
3. die wissenschaftliche Thematisierung im Zuge der Aufbereitung, Entwicklung und Durchführung großer empirischer Studien einleiteten (Tillmann, 1997; Schubarth, 2000).3
Die Wechselbeziehung verdeutlicht Schubarth (1997):
Mittlerweile läßt sich feststellen, daß Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeit auf die beiden anderen Diskussionsebenen wieder zurückwirken: Zum einen hat die Presse in letzter Zeit häufiger – z.T. sogar recht ausführlich – über Forschungsergebnisse zum Thema berichtet. Weil keine der Studien das aufgeregte Bild von der überbordenden Gewalt in der Schule bestätigen konnte, haben diese Presseberichte in der Öffentlichkeit eher ent-dramatisierend gewirkt. (S. 39)
Einleitung: Die Arbeit thematisiert den gesellschaftlichen Diskurs über "Gewalt an Schulen" und setzt sich zum Ziel, durch eine kritische Analyse empirischer Studien zur Sachlichkeit beizutragen.
I Gewalt an Schulen – ein (wieder) aktuelles Thema?: Dieses Kapitel beleuchtet die historische und mediale Entwicklung des Begriffs "Schulgewalt" und ordnet ihn als dauerhaftes, aber neu sensibilisiertes Phänomen ein.
II Darstellung empirischer Studien: Fünf ausgewählte Studien werden detailliert hinsichtlich ihrer Methodik, zentraler Aussagen und Ergebnisse zu Gewaltformen und Bedingungsfaktoren vorgestellt.
III Vergleich der Studien: Die Ergebnisse der Einzelstudien werden zusammengeführt, um vergleichende Erkenntnisse über das Gewaltausmaß, die Bedeutung von Geschlecht, Alter und Schulform sowie familiäre Einflüsse zu gewinnen.
IV Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, relativiert die mediale Dramatisierung und gibt einen Ausblick auf notwendige Präventionsansätze.
Gewalt an Schulen, Schulgewalt, Aggression, Empirische Forschung, Medienwirklichkeit, Täter-Opfer-Problematik, Geschlechterdifferenz, Familieneinfluss, Schulformen, Gewaltprävention, Schul-Bullying, Jugendforschung, Sozialisationsforschung, Vandalismus, Körperverletzung.
Die Arbeit bietet einen wissenschaftlich fundierten Überblick über das Thema "Gewalt an Schulen" durch die Analyse und den Vergleich empirischer Untersuchungen, um der medialen Skandalisierung entgegenzuwirken.
Die Schwerpunkte liegen auf der Erscheinungsform von Gewalt, der Rolle der Medien, Einflussfaktoren wie Geschlecht, Alter und Schulform sowie der Bedeutung des familiären Kontextes.
Das Ziel ist es, dem Leser eine sachliche Orientierung zu geben, um ihm einen eigenen, kritischen Umgang mit dem Thema Schulgewalt zu ermöglichen.
Es handelt sich um eine vergleichende Literatur- und Forschungsanalyse, die zentrale empirische Studien der 1990er und frühen 2000er Jahre auf ihre methodischen Ansätze und Ergebnisse hin untersucht.
Im Hauptteil werden fünf bedeutende deutsche Studien detailliert vorgestellt, ihre Ergebnisse zu Gewaltformen (physisch/psychisch) gegenübergestellt und im Anschluss in einem systematischen Vergleich synthetisiert.
Wichtige Begriffe sind Schulgewalt, empirische Gewaltforschung, Differenzierung nach Schulformen und Geschlechtern sowie die Bedeutung des familiären Milieus.
Die Studien bestätigen überwiegend keine massive Eskalation der Gewalt, weisen aber auf eine Zunahme verbaler und psychischer Aggressionen hin, während harte physische Gewalttaten eher selten bleiben.
Die familiäre Situation, insbesondere ein restriktiver Erziehungsstil und ein belastendes häusliches Klima, wird als ein wesentlicher Faktor identifiziert, der die Neigung zu aggressivem Verhalten in der Schule begünstigen kann.
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