Magisterarbeit, 2000
85 Seiten, Note: gut
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 Hinführung
1.1 Eingrenzung des Untersuchungsgegenstands
1.2 Einbettung der Untersuchung in einen wissenschaftlichen Kontext
2 Konkreter Versuch/ Anleitung
2.1 Der Diktattext
2.2 Teil a) der Lerneinheit: Übung
2.3 Teil b) der Lerneinheit: Reflexion zur didaktischen Perspektive
3 Theoretische Grundlagen
3.1 Zusammenfassung der aktuellen Forschung zum situativen Lernen
3.1.1 Der Begriff des Konstruktivismus
3.1.2 Konstruktivismus in der Psychologie
3.1.2.1 Konstruktivistische Ansätze in Lerntheorie/Pädagogik
3.1.2.1.1 ,,Träges Wissen"
3.1.2.1.2 Metaprozeßerklärungen
3.1.2.1.3 Strukturdefiziterklärungen
3.1.2.1.4 Situiertheitserklärungen
3.1.2.1.5 Interventionsmodelle
3.1.2.2 Konsequenzen neuerer (konstruktivistischer) Ergebnisse für die Psychologie des Wissenserwerbs
3.1.2.3 Die Gestaltung konstruktivistischer Lernumgebungen
3.1.2.4 Der Bezug der situativen Lerntheorie zur konkreten Untersuchung
3.2 Überblick über sprachwissenschaftliche Bezüge zum Thema
3.2.1 Eigenheiten der finnischen Sprache
3.2.2 Phonetische Grundlagen und Grundlagen zum Begriff ,,Wort"
3.2.2.1 Zusammenhänge Laut- Schriftsprache
3.2.2.1.1 Literatur zur sprachlichen Entwicklung auch nach und beim Schriftspracherwerb
3.2.2.1.2 Phonetical Awareness/ Sprachbetrachtungsfähigkeit
3.2.2.1.3 Zusammenhänge zwischen Schriftsprache und grammatischen Phänomenen
3.2.2.1.4 Das Wortkonzept
3.2.2.1.5 Definition/Sprachwissenschaftliches über Wortgrenzen/Wörter
3.2.2.1.6 Der Wortbegriff von Kindern/Probleme von Kindern mit dem ,,Wort"
3.2.3 Empirische Arbeiten über den kindlichen Wortbegriff
3.2.4 Nicht hörbare Wortgrenzen oder mangelnde Sprachbetrachtungsfähigkeit als Grund für Verschriftungsfehler bei Kindern
3.2.5 Psychologischer Erklärungsversuch für die Inhaltsbezogenheit vor dem Schriftspracherwerb
3.3 Grundlagen aus dem pädagogisch-didaktischen Bereich
3.3.1 Die Betonung des Lautlichen
3.3.2 Stufenmodell/ Kind abholen wo es ist
3.3.3 Fehlerbewertung
3.3.4 Bezug zu unserem Thema
3.3.5 Die drei Dimensionen nach VALTIN beim Erwerb von Schrift
4. Auswertungen und Interpretationen
4.1 Erhoffte Erkenntnisse aus dem Versuch
4.2 Auswertung des Lernversuchs
4.3 Untauglichkeit des Versuchs in bezug auf Wortgrenzen
4.3.1 Mögliche unbeabsichtigte oder falsche Lernergebnisse
4.3.2 Ist die Annahme, man würde die Wortgrenzen hören, überhaupt vorhanden?
4.3.3 Die von Willmann geforderte ,,erfüllte Form" könnte in den Hintergrund treten
4.3.4 Problem: Wird das Wortgrenzenproblem nicht überbetont?
4.3.5 Das Ergebnis wird durch die Fremdsprache verzerrt, da viel eher semantische als syntaktische oder lautliche Einheiten im Gedächtnis bleiben
4.3.6. Folgerungen
4.4 Laute/Verschriftung/Phoneme
4.4.1 Betrachtung der verschiedenen Verschriftungen aus akustischer und statistischer Perspektive
4.4.1.1 Verständlichkeit von Lauten
4.4.1.2 Silben als Grundeinheit
4.4.1.3 Häufigkeit als Grund für bessere Wahrnehmung und Verschriftung
4.4.1.4 Verhältnis Silbenhäufigkeit - Häufigkeit der Hörfehler
4.5 Gründe für die Änderungen in der Verschriftung
4.5.1 Didaktischer Text
4.5.2 Nochmaliges Hören des Finnisch - Textes
4.6 Veränderte Wahrnehmung und Einflußfaktoren
4.6.1 Wordcruncher = semanti/syntax Anzahl und Länge der Wörter vor und nach dem didaktischen Text
4.6.2 Phonologie/ Phonetik
4.6.2.1 Pausen
4.6.2.2 Länge
4.6.2.2.1 Technische Vorgehensweise
4.6.2.2.2 Was wird untersucht?
4.6.2.2.3 Auswertung der Grafik
4.6.2.2.4 Verschriftungen im 1. Durchgang
4.6.2.2.5 Verschriftungen 2. Durchgang
4.2.2.2.6 Andere ,,erkannte" Längen
4.6.3 Ergebniszusammenfassung der Längenkennzeichnung
5. Schlußbemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht im Rahmen einer Nachfolgeuntersuchung die Wahrnehmungsveränderungen von Studierenden nach einem Wissenszuwachs im Bereich der Schriftsprachdidaktik. Das primäre Ziel der Arbeit ist es, zu analysieren, inwieweit Wissen über Schrift und Sprache die Wahrnehmung von lautlichem Material beeinflusst, wobei die Studierenden durch einen situativen Lernkontext – das Diktat finnischer Sätze – in die Schwierigkeiten von Leseanfängern versetzt werden sollen.
1.1 Eingrenzung des Untersuchungsgegenstands
Allerdings ergaben sich bei der Untersuchung möglicher Aspekte einige Schwierigkeiten. Manche Themen ließen sich nicht bearbeiten (so konnten die Wahrnehmung von Pausen in Punkt 4.6.2.1 nicht durchgeführt werden, da sich keine fanden), bei anderen erschien mir eine Bearbeitung nicht sinnvoll (wie beim ,,Wortgrenzenteil", Kap. 4.3). Bei fast jeder Fragestellung, der ich mich näherte, ergab sich das Problem, daß irgend einer der zahlreichen Aspekte im Rahmen einer Zulassungsarbeit nicht ausreichend bearbeitet werden konnte. Ich entschied mich am Ende dafür, mehrere verschiedene Aspekte exemplarisch zu bearbeiten, die alle den Zusammenhang von Vorwissen und Wahrnehmung gemeinsam haben.
Da eine Nacherhebung zum Versuch nicht durchgeführt wurde, zog ich eine Auswertung des Lernversuches von Anfang an nicht in Betracht. Die Auswertung der zum Versuch gehörigen Fragen hätte nur eine Erkundung der momentanen Gefühlslage der Probanden in ihrem Verhältnis zum Versuch zugelassen. Diese wurde zu den Fragen Motivation, Transferierbarkeit und Faktenwissen ohnehin schon vorgenommen (Vgl. LANKES u.a. 2000).
Daher entschloß ich mich, auf der Ebene des Zusammenhangs zwischen Wahrnehmung und Vorwissen weiterzuarbeiten. Durch die Verschriftungen der Probanden sollte genügend ,,Rohmaterial" zur weiteren Auswertung in bezug auf den Zusammenhang von Wahrnehmung und deren Beeinflussung durch die erlernte Rechtschreibung vorhanden sein.
1 Hinführung: Der Abschnitt erläutert die Grundprinzipien der Schriftsprache und führt in den situativen Lernkontext ein, in dem Studenten mit fremdsprachlichem Material konfrontiert werden.
2 Konkreter Versuch/ Anleitung: Hier wird der Versuchsaufbau detailliert beschrieben, einschließlich der verwendeten finnischen Sätze und der technischen Qualität der Audioaufnahme.
3 Theoretische Grundlagen: Das Kapitel bietet einen umfassenden Überblick über den Konstruktivismus, die situierte Kognition sowie sprachwissenschaftliche und didaktische Hintergründe zum Schriftspracherwerb.
4. Auswertungen und Interpretationen: Dieser Hauptteil analysiert die Daten der Probanden, wobei insbesondere der Einfluss von Vorwissen und die Wahrnehmung von Lauten und Längen untersucht werden.
5. Schlußbemerkung: Der Autor reflektiert über die Schwierigkeiten bei der Gestaltung konstruktivistischer Lernsituationen und gibt Empfehlungen für zukünftige Versuchsdesigns.
Schriftspracherwerb, situatives Lernen, Konstruktivismus, Wahrnehmungspsychologie, Sprachbewusstsein, Phonetik, Phonologie, Wortgrenzen, Längenkennzeichnung, Fehleranalyse, Schriftsprachdidaktik, Vorwissen, Sprachbetrachtung.
Die Arbeit untersucht, wie sich die Wahrnehmung von Studierenden bezüglich gesprochener Sprache verändert, wenn sie mit unbekanntem sprachlichem Material konfrontiert werden, um Einblicke in die Perspektive von Leseanfängern zu gewinnen.
Die Schwerpunkte liegen auf der konstruktivistischen Lernpsychologie, der Rolle des Vorwissens beim Schriftspracherwerb sowie linguistischen Grundlagen wie Phonetik und Sprachbewusstsein.
Das Ziel ist die Vermittlung eines tieferen Verständnisses für die Schwierigkeiten von Kindern beim Erlernen der Schrift durch die Einnahme einer vergleichbaren, herausfordernden Lernsituation bei Studierenden.
Es handelt sich um einen situativen Lernversuch, bei dem Studierende finnische Sätze diktiert bekamen und diese transkribierten, gefolgt von einer qualitativen Auswertung der Verschriftungen und Reflexionen.
Im Hauptteil werden die gesammelten Verschriftungen im Hinblick auf Wortgrenzen, Lautwahrnehmung und die Kennzeichnung von Vokallängen ausgewertet und theoretisch interpretiert.
Wichtige Begriffe sind Schriftspracherwerb, situatives Lernen, Sprachbewusstsein, Fehleranalyse und Wortkonzept.
Finnisch wurde gewählt, um den Probanden den gewohnten sicheren Untergrund ihrer Muttersprache zu entziehen und sie so in die Lage zu versetzen, die Herausforderungen der Lautanalyse und Verschriftung neu zu erleben.
Fehler werden nicht als Defizite, sondern als Indikatoren für den individuellen Lernstand und als Ausgangspunkte für pädagogische Reflexionsprozesse betrachtet.
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