Magisterarbeit, 2004
98 Seiten, Note: 1,3
1 EINLEITUNG
1.1 Kontext und Thema der Arbeit
1.2 Ziel und Vorgehensweise
2 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
3 DER TRADITIONELLE MUSIKMARKT
3.1 Die Musikindustrie und ihre Akteure
3.2 Musik und Urheberrecht
3.3 Verwertungsgesellschaften
3.4 Ökonomische Entwicklungen
4 MUSIKPIRATERIE
4.1 Traditionelle Piraterie
4.2 Schulhofpiraterie
4.3 Internetpiraterie
5 DER EINFLUSS DES INTERNETS AUF DIE MUSIKBESCHAFFUNG
5.1 Digitalisierung
5.2 P2P-Filesharing
5.3 Datenkompression
5.4 Technische Infrastruktur
6 DER VIRTUELLE MUSIKMARKT
6.1 Entstehung von Musiktauschbörsen
6.2 Generationen von Musiktauschbörsen
6.2.1 WinMX
6.2.2 Bearshare
6.2.3 Morpheus
6.2.4 Kazaa
6.2.5 Kazaa Lite
6.2.6 eDonkey 2000
6.2.7 Direct Connect
6.2.8 Audiogalaxy
7 REAKTIONEN DER MUSIKINDUSTRIE
7.1 Strafrechtliche Maßnahmen
7.2 Kopierschutzmaßnahmen
7.3 Sabotierende Maßnahmen
7.4 Musikbezahlbörsen
8 EXPLORATIVE STUDIE: MUSIKTAUSCHBÖRSEN AUS NUTZERSICHT
8.1 Motivation und Ziel
8.2 Stand der empirischen Forschung
8.3 Vorgehensweise
8.3.1 Entwicklung des Fragebogens
8.3.2 Bereitstellung des Fragebogens
8.3.3 Bekanntmachung der Befragung
8.4 Ergebnisse
8.4.1 Sozio-Demographie
8.4.2 Allgemeines zu Musiktauschbörsen
8.4.3 Nutzung von Musiktauschbörsen
8.4.4 Einstellungen zu Musiktauschbörsen
8.4.5 Verhaltensänderungen durch Musiktauschbörsen
8.5 Erkenntnisse
8.5.1 Heavy-User und Light-User
8.5.2 Tausch-Profis und Tausch-Neulinge
8.5.3 Sozio-demographische Merkmale
9 DISKUSSION DER ERGEBNISSE IM KONTEXT EINER REVOLUTIONÄREN MARKTVERÄNDERUNG
10 FAZIT UND AUSBLICK
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung, den Stand und die Perspektiven der Musikbeschaffung über das Internet mit einem besonderen Fokus auf dem Nutzungsverhalten im deutschsprachigen Raum. Ziel ist es, die Motive, Einstellungen und Verhaltensweisen von Nutzern in Musiktauschbörsen empirisch zu erfassen und in den Kontext einer tiefgreifenden Marktveränderung zu stellen.
3.2 Musik und Urheberrecht
Bevor im weiteren Verlauf dieser Arbeit auf die ökonomischen Entwicklungen des traditionellen Musikmarktes eingegangen wird, soll zunächst auf eine Bedingung für die Entstehung einer eigenen Musikindustrie hingewiesen werden. Von entscheidender Bedeutung ist hierbei das so genannte Urheberrecht, das grundsätzlich alle menschlichen Schöpfungen schützt, indem es allein dem Urheber oder dem Inhaber von Nutzungsrechten eine Vervielfältigung oder Verbreitung erlaubt. Im bundesdeutschen Urheberechtsgesetz (UrhG), das seinen Ursprung im Literatururhebergesetz aus dem Jahr 1901 hat und in seinen Grundsätzen seit einer Gesetzesnovelle im Jahr 1965 besteht, heißt es in § 11 Allgemeines: „Das Urheberrecht schützt den Urheber in seinen geistigen und persönlichen Beziehungen zum Werk und in der Nutzung des Werkes. Es dient zugleich der Sicherung einer angemessenen Vergütung für die Nutzung des Werkes.“
Der Argumentation Goebels (1997, S. 884f) folgend, besteht die Position des Urhebers aus zwei rechtlichen Komponenten. Aus dem Urheberpersönlichkeitsrecht, das darauf beruht, dass das Werk Ausdruck der Persönlichkeit des Urhebers ist. Und aus den so genannten Verwertungsrechten, die dem Urheber zur ausschließlichen Nutzung zugewiesen, jedoch auch auf Dritte übertragbar sind. Bei den Verwertungsrechten sind zu unterschieden das Vervielfältigungsrecht (§ 16 UrhG), das Verbreitungsrecht (§ 17 UrhG) und das allgemeine Recht der öffentlichen Wiedergabe (§ 15 Abs. 2 UrhG).
1 EINLEITUNG: Kontextualisierung des Wandels in der Musikindustrie durch das Internet und Definition der Forschungsziele.
2 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN: Klärung der zentralen Begriffe wie Musiktauschbörse und virtueller Musikmarkt.
3 DER TRADITIONELLE MUSIKMARKT: Analyse der Akteure, des Urheberrechts und der wirtschaftlichen Strukturen der Branche.
4 MUSIKPIRATERIE: Einordnung und Charakterisierung verschiedener Formen der unautorisierten Musikverbreitung.
5 DER EINFLUSS DES INTERNETS AUF DIE MUSIKBESCHAFFUNG: Betrachtung der technischen Treiber wie Digitalisierung, P2P und Datenkompression.
6 DER VIRTUELLE MUSIKMARKT: Skizzierung der Entstehung und Entwicklung verschiedener Generationen von Tauschbörsen.
7 REAKTIONEN DER MUSIKINDUSTRIE: Untersuchung der Gegenmaßnahmen der Industrie inklusive rechtlicher Schritte und Bezahlangebote.
8 EXPLORATIVE STUDIE: MUSIKTAUSCHBÖRSEN AUS NUTZERSICHT: Vorstellung der empirischen Daten und Analyse des Verhaltens der Nutzer.
9 DISKUSSION DER ERGEBNISSE IM KONTEXT EINER REVOLUTIONÄREN MARKTVERÄNDERUNG: Einordnung der Studienergebnisse in die gesamtwirtschaftliche Situation der Musikbranche.
10 FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenfassende Bewertung und Ausblick auf die Zukunft der Musikdistribution.
Musiktauschbörsen, Internet, Musikindustrie, Filesharing, P2P, Urheberrecht, Online-Nutzungsverhalten, Digitalisierung, MP3, Musikpiraterie, Musikbezahlbörsen, Nutzerbefragung, Musikdistribution, Tonträgermarkt, Online-Musik.
Die Arbeit untersucht, wie sich die Musikbeschaffung durch die Verbreitung des Internets und von Musiktauschbörsen verändert hat und wie die Musikindustrie auf diesen Wandel reagiert.
Im Zentrum stehen die Struktur des traditionellen Musikmarktes, die technologischen Grundlagen des Peer-to-Peer-Filesharings, die rechtlichen Aspekte des Urheberrechts sowie eine explorative Nutzerbefragung zur Motivation und zum Verhalten in Tauschbörsen.
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das Nutzungsverhalten in der Tauschgemeinschaft zu gewinnen und aufzuzeigen, welche Auswirkungen dieser virtuelle Markt auf den traditionellen Tonträgermarkt hat.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Aufarbeitung des Forschungsstandes mit einer explorativen Online-Umfrage, an der 1219 Nutzerinnen und Nutzer teilgenommen haben.
Der Hauptteil behandelt die Entstehung des virtuellen Musikmarktes, die Reaktionen der Musikindustrie auf Filesharing-Dienste und eine detaillierte Analyse der Ergebnisse der selbst durchgeführten Nutzerbefragung.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Musiktauschbörsen, P2P-Filesharing, Urheberrecht, Musikindustrie und Online-Nutzungsverhalten geprägt.
Die Heavy-User sind eine identifizierte Nutzergruppe, die Tauschbörsen nahezu täglich nutzt und im Vergleich zu „Light-Usern“ ein deutlich abweichendes Konsumverhalten hinsichtlich ihrer Musikbestände und Zahlungsbereitschaft zeigt.
Die Unterscheidung erfolgt basierend auf der Nutzungsdauer: Tausch-Profis sind bereits länger als zwei Jahre aktiv, während Tausch-Neulinge erst seit maximal einem Jahr Tauschbörsen nutzen. Diese Differenzierung verdeutlicht, wie sich Interessen und Verhaltensweisen mit zunehmender Erfahrung wandeln.
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