Diplomarbeit, 2004
89 Seiten, Note: 1,7
Vorwort oder: Veränderungen in Strömungen
1. Einleitende Worte und Begriffsbestimmung
2. Das Ende der großen Erzählungen
2.1 Paradigmen und Wechsel
2.2 Moderne Paradigmen
I. Exkurs: Adepten, Apotheosen und Wunderheiler
3. Postmoderne Weltbilder
3.1 Postmoderne Realitäten
3.2 Requiem für die universelle Realität und die objektive Ordnung
3.3 Neue Welt(un)ordnung(en)
II. Exkurs: Anything Goes versus Alan Sokal
III. Exkurs: Wirtschaftspädagogik
4. Das postmoderne Individuum
5. Postmoderne Arbeit und postmoderne Betriebe
5. 1 Die dritte Industrielle Revolution und ihre Folgen
5. 2 Neue Arbeitsformen in der Postmoderne
5. 3 Integration des Arbeitenden
6. Das Organisationsmodell der Heterarchie
7. Die Pädagogik als Wegbereiterin zu einer neuen Form der Organisation
8. Schlussfazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Postmoderne als Reaktion auf drastische gesellschaftliche und wirtschaftliche Paradigmenwechsel. Ziel ist es, das Konzept der Postmoderne zu abstrahieren, um die Auswirkungen dieses Wandels auf das Individuum, die Arbeitswelt und die daraus resultierenden neuen Anforderungen an die Pädagogik zu verstehen und zu erschließen.
Die dritte Industrielle Revolution und ihre Folgen
Der Begriff des Paradigmenwechsels, welcher den Übergang von der Moderne in die Postmoderne kennzeichnet, soll nun auf die Wirtschaft bezogen werden, in Form eines Wechsels von moderner, tayloristischer Industrie hin zu postmoderner, postbürokratischer Dienstleistung. Der Wechsel findet seine Ursachen in der immer differenzierteren Technisierung und in einem Wandel im Wettbewerb.
„The old competition is about Big Business, which means managerial hierarchy, scientific management, and either vertical integration or ‘arm’s length’ market-oriented supplier relations. Permanency is the guiding spirit of Big Business”. (Best 1990, S. 251).
Das System, welches Michael Best hier den alten Wettbewerb nennt, basiert also auf Stabilität und Kontinuität, seine Produktionsform ist die der Massenproduktion, diese ist hochgradig arbeitsteilig und standardisierbar und wird durch strikte Kontrollmechanismen aufrecht erhalten. Diese Punkte sind also, in sehr kompakter Form dargestellt, die Leitideen der tayloristischen Wirtschaft.
Durch den Einzug des Informationszeitalters änderte sich die Konzeption von Arbeit und Arbeitskräften grundlegend, Computer ersetzten zunehmend menschliche Arbeit, die Industriegesellschaft begann sich zu einer Dienstleistungsgesellschaft zu wandeln (die „Gesellschaft“, welche in der Industrie tätig ist, besteht heute zu einem großen Teil aus Maschinen, welche durch Computer gesteuert werden). Diese enorme Technisierung, welche Maschinen und informationsverarbeitende Systeme mit sich brachte, die Arbeiten aufnehmen konnten, welche bis dato dem Menschen vorbehalten geblieben waren, löste eine dritte industrielle Revolution aus (vgl. Müller- Jentsch/ Stahlmann 1988, S. 5 ff). Diese stellte eine deutliche Abgrenzung zum bis dahin vorherrschenden Taylorismus und dessen Produktionsmethoden dar und schuf den Übergang von der tayloristischen Modernisierung zur Postmodernisierung der Arbeitswelt.
Vorwort oder: Veränderungen in Strömungen: Einführung in die Metapher der Postmoderne als Hai, der Veränderungen in der vertrauten "Gewässer"-Landschaft des Lebens erzwingt.
1. Einleitende Worte und Begriffsbestimmung: Definition der Zielsetzung der Arbeit, das Phänomen der Postmoderne durch Abstraktion für den Leser erschließbar zu machen.
2. Das Ende der großen Erzählungen: Analyse des Zerfalls moderner Paradigmen wie Vernunft, Kapitalismus und Fortschrittsglaube.
I. Exkurs: Adepten, Apotheosen und Wunderheiler: Kritische Auseinandersetzung mit einer diffusen, esoterischen Strömung innerhalb des postmodernen Denkens.
3. Postmoderne Weltbilder: Untersuchung der subjektiven Konstruktion von Wirklichkeit und des Verlusts objektiver Ordnungen.
II. Exkurs: Anything Goes versus Alan Sokal: Diskussion über die Grenzen des Relativismus anhand der Sokal-Affäre.
III. Exkurs: Wirtschaftspädagogik: Einordnung des pädagogischen Selbstverständnisses in den Kontext einer postmodernen Wirtschaftswelt.
4. Das postmoderne Individuum: Beschreibung des Menschen als "multiples Ich" in einem radikal-pluralistischen Umfeld.
5. Postmoderne Arbeit und postmoderne Betriebe: Darstellung des Übergangs vom Taylorismus zur modernen Dienstleistungsgesellschaft.
5. 1 Die dritte Industrielle Revolution und ihre Folgen: Analyse der Technisierung als Auslöser für den wirtschaftlichen Strukturwandel.
5. 2 Neue Arbeitsformen in der Postmoderne: Erörterung der gestiegenen Anforderungen an Flexibilität und Qualifizierung.
5. 3 Integration des Arbeitenden: Untersuchung, wie Unternehmen Mitarbeiter über Identifikation und Unternehmenskultur binden.
6. Das Organisationsmodell der Heterarchie: Vorstellung der Heterarchie als Antwort auf die Anforderungen ständiger Veränderung.
7. Die Pädagogik als Wegbereiterin zu einer neuen Form der Organisation: Erörterung der Rolle der Weiterbildung als Steuerungsinstrument im modernen Betrieb.
8. Schlussfazit und Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der neuen Aufgaben pädagogischen Handelns in einer Welt ohne universelle Wahrheiten.
Postmoderne, Paradigmenwechsel, Pluralismus, Wirtschaftspädagogik, Heterarchie, Individuum, Konstruktivismus, Arbeitskraftunternehmer, Identität, Reflexivität, Rationalität, Dienstleistungsgesellschaft, Weiterbildung, Beratung, Lebenslanges Lernen.
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Postmoderne und wie sich durch den Wegfall traditioneller Leitideen und großer Erzählungen die Lebens- und Arbeitswelt radikal verändert hat.
Im Fokus stehen die Transformation von Identität und Arbeitskraft, der Wandel von Hierarchien zu heterarchischen Organisationsmodellen sowie die Rolle der Pädagogik als beratende Instanz.
Das Ziel ist eine "Abstraktion" der Postmoderne, um die Auswirkungen dieses gesellschaftlichen Wandels auf das Individuum und den Betrieb zu verstehen und pädagogische Handlungsoptionen abzuleiten.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse, die Erkenntnisse aus der Philosophie, Soziologie und Wirtschaftspädagogik in einem interdisziplinären Ansatz verknüpft, um ein Modell des "Arbeitskraftunternehmers" in der Heterarchie zu entwickeln.
Der Hauptteil analysiert den Zerfall moderner Gewissheiten, die Entstehung des multiplen Ichs, den Wandel hin zur Dienstleistungsgesellschaft und die Notwendigkeit von Beratung und Weiterbildung im Betrieb.
Zentrale Begriffe sind Postmoderne, Pluralismus, Heterarchie, Arbeitskraftunternehmer, Reflexivität und die "Rationalisierung des Pädagogischen".
Die Metapher veranschaulicht, dass die Postmoderne als ein "Fremdkörper" wahrgenommen wird, der Veränderungen erzwingt, auf die die etablierten Strukturen zunächst mit Verdrängung reagieren, bevor sie sich anpassen müssen.
Er befindet sich in einem Paradoxon: Er muss ständig "selbst" sein und wählen, verliert aber durch den Wegfall fester Instanzen und den Druck zur ständigen Veränderung die Orientierung, was in psychische Belastungen oder ein "Ausbrennen" führen kann.
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