Bachelorarbeit, 2011
61 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Rechtsextremismus
2.1 Begriffsdefinition Extremismus
2.2 Begriffsdefinition Rechtsextremismus
2.3 Rechtsextremismus in der Gesellschaft
3. Rechtsextreme Organisationen und Zusammenschlüsse
3.1 Organisationen
3.2 Die Nationaldemokratische Partei Deutschland (NPD)
3.3 Unterorganisationen der NPD
3.3.1 Junge Nationaldemokraten (JN)
3.3.2 Ring Nationaler Frauen (RNF)
3.3.3 Kommunalpolitische Vereinigung (KPV)
3.4 Deutsche Volksunion (DVU)
4. Rechtsextremismus und Jugend
4.1 Ursachen
4.1.1 Perspektivlosigkeiten
4.1.2 Argumente ausländerfeindlicher Haltungen
4.1.3 Gewalt
4.1.4 Sozialisationsinstanz Familie und Gesellschaft
4.1.5 Protestverhalten und Rebellion
4.1.6 Gruppe und Kameraden
5. Rechtsextremismus und die Rolle der Frau
5.1 Motive zu weiblichem Rechtsextremismus
5.2 Rechtsextreme Parteien und Frauen
5.3 Positionen rechter Politikerinnen
5.4 Die Gemeinschaft deutscher Frauen (GdF)
6. Rechte Gruppen
6.1 Skinheads
6.1.1 Die Geschichte der Skinheads
6.1.2 Gruppierungen der Skinheads
6.2 Neonazis
6.2.1 Kameradschaften
6.2.2 Autonome Nationalisten
7. Erscheinungsform
7.1 Musik
7.2 Internet
8. Pädagogik und Rechtsextremismus
8.1 Zielgruppen pädagogischer Präventionsarbeit
8.2 Die akzeptierende Jugendarbeit
9. Präventionsarbeit im Kindesalter
9.1 Bedingungen rechtsextremer Verhaltensmuster im Kindesalter
9.2 Frühe Präventionsarbeit
9.2.1 Gewaltprävention
9.2.2 Partizipation
9.2.3 Geschlechtssensible Angebote
9.2.4 Historisch- politische Bildung
10. Präventivmaßnahmen für Jugendliche und Erwachsene
10.1 Interkulturelles Lernen
10.2 Interkulturelle Begegnungen
10.3 Politische Bildungen
10.4 Historisch- politische Bildung
10.5 Aufklärungsarbeit und Menschenrechtspädagogik
11. Aussteigerprogramme
12. Fazit
Diese Arbeit untersucht die Ursachen und Erscheinungsformen des Rechtsextremismus in Deutschland als gesellschaftliches und pädagogisches Problem. Ziel ist es, die Beweggründe für den Einstieg in die rechte Szene zu analysieren und wirksame präventive sowie intervenierende Strategien für die Soziale Arbeit aufzuzeigen, um den Ausstieg zu erleichtern und demokratische Werte zu stärken.
4.1.3 Gewalt
Rechte Gewalt war nicht nur nach der Wende in Deutschland ein Thema, sie zieht sich wie ein roter Faden durch die letzten Jahre der deutschen Geschichte. Zwischen 1990 und 2009 starben in Deutschland 137 Menschen durch rechte Gewalt (vgl. www.zeit.de). Diese erschreckende Zahl belegt, dass rechte Gewalt bis zum äußersten gehen kann. Sie ist aber auch ohne Todesopfer im Alltag präsent. Lehnt ein Teil der Rechtsextremen Gewalt ab, spielt er doch bei den meisten eine große Rolle. War die Gewalt ursprünglich zur Selbstverteidigung notwendig, ist sie für viele ein Mittel zu Selbstbestätigung (vgl. Rommelspacher 2006, 15). Schaut man sich Werbungen oder Flugblätter verschiedner rechtsextremer Organisationen genauer an, stellt man fest, dass Kraft und Stärke oft im Vordergrund stehen. Ein übertriebenes Männlichkeitsbild, wie auch bei den Nationalsozialisten, wird propagiert. Furchteinflößende Uniformen mit Totenköpfen (wie sie die SS trug), Waffen und Kriegsgeräte vermitteln ein Bild von Macht und Gewalt. Oft sind es gerade junge, vor allem männliche Jugendliche, welche davon magisch angezogen werden und so Sympathien für den Nationalsozialismus entwickeln.
Für viele Rechtsextremisten war Gewalt des Öfteren in ihrer Sozialisation präsent, da sie selbst in einem Milieu aufwuchsen, indem Gewalt an der Tagesordnung stand. Diese Gewalt kann innerfamiliär oder auch an anderen Sozialisationsorten, wie beispielsweise in Freizeiteinrichtungen oder in der Schule erlebt worden sein. Viele Rechtsextreme berichten auch von einem sozialdarwinistischen Weltbild, welchen ihnen vermittelt wurden, wie beispielsweise der Rechtsextreme Lindahl von seinem Vater berichten kann:
„Die Wirklichkeit ist nun mal kein Boxring…Da gibt es keinen Schiedsrichter und kaum Regeln…sondern da geht es darum zu gewinnen. Und es ist auch kein Schönheitswettbewerb. Also aufs Gesicht und auf die Nase. Das tut verdammt weh. Aber man gewinnt“
(a.a.O., 14).
1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Rechtsextremismus als gesellschaftliches Phänomen und Darstellung der zentralen Fragestellung sowie des methodischen Vorgehens der Arbeit.
2. Rechtsextremismus: Theoretische Grundlagen durch Begriffsdefinitionen von Extremismus und Rechtsextremismus sowie eine Analyse der gesellschaftlichen Verbreitung des Phänomens.
3. Rechtsextreme Organisationen und Zusammenschlüsse: Überblick über die organisierte rechte Szene in Deutschland, insbesondere die NPD und deren Unterorganisationen wie JN, RNF und KPV.
4. Rechtsextremismus und Jugend: Analyse der Ursachen für den Einstieg in die Szene bei Jugendlichen, einschließlich Gewalt, Sozialisation und der Funktion der Peergroup.
5. Rechtsextremismus und die Rolle der Frau: Untersuchung der spezifischen Motive und Partizipationsmöglichkeiten für Frauen innerhalb der rechtsextremen Szene.
6. Rechte Gruppen: Differenzierte Betrachtung verschiedener Gruppierungen wie Skinheads und Neonazis sowie deren interne Strukturen und Entwicklungen.
7. Erscheinungsform: Analyse der Bedeutung von Musik und Internet als zentrale Instrumente der Propaganda und Identitätsstiftung für Rechtsextreme.
8. Pädagogik und Rechtsextremismus: Diskussion der Möglichkeiten der Sozialen Arbeit und pädagogischer Interventionen bei der Arbeit mit rechtsextrem orientierten Jugendlichen.
9. Präventionsarbeit im Kindesalter: Erläuterung der Bedeutung und Ansätze frühzeitiger Präventionsarbeit in Kindergarten und Grundschule.
10. Präventivmaßnahmen für Jugendliche und Erwachsene: Detaillierte Darstellung interkultureller und politischer Bildungsmaßnahmen zur Vorbeugung und Auseinandersetzung mit rechter Ideologie.
11. Aussteigerprogramme: Vorstellung der Ziele und methodischen Ansätze von Programmen wie EXIT-Deutschland zur Unterstützung beim Ausstieg aus der Szene.
12. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse unter Einbeziehung aktueller gesellschaftspolitischer Ereignisse und der Rolle der Sozialen Arbeit.
Rechtsextremismus, Soziale Arbeit, Prävention, Jugendarbeit, NPD, Gewalt, Radikalisierung, Ideologie, Aussteigerprogramm, Politische Bildung, Medienkompetenz, Interkulturelles Lernen, Sozialisation, Rechtsextreme Gruppierungen, Demokratieerziehung
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik des Rechtsextremismus in Deutschland, insbesondere mit dessen Ursachen, Erscheinungsformen und den Möglichkeiten der Sozialen Arbeit, präventiv und intervenierend zu wirken.
Die Schwerpunkte liegen auf den Ursachen für jugendlichen Rechtsextremismus, der Rolle von Frauen in dieser Szene, der Bedeutung von Medien wie Musik und Internet sowie pädagogischen Interventionsstrategien.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Jugendliche und junge Erwachsene für rechtsextreme Ideologien gewonnen werden und welche Rolle professionelle pädagogische Arbeit beim Ausstieg und bei der Prävention spielen kann.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer Fallstudie, die durch ein schriftliches Experteninterview mit einem ehemaligen Rechtsextremisten ergänzt wird.
Im Zentrum steht das Verständnis der Szene-Strukturen (Parteien, Kameradschaften) und wie Pädagogen durch akzeptierende Jugendarbeit und politische Bildung zielgruppenspezifisch eingreifen können.
Wichtige Begriffe sind Rechtsextremismus, Soziale Arbeit, Prävention, Jugendarbeit, Radikalisierung und Demokratieerziehung.
Dieses Kapitel verdeutlicht, dass Sozialarbeiter rechtsextreme Jugendliche nicht durch reine Belehrung erreichen, sondern durch Beziehungsarbeit, Akzeptanz der Person und das Ernstnehmen ihrer Probleme, um einen Ausstiegsprozess zu ermöglichen.
Das Interview zeigt eindrucksvoll, dass vor allem Gruppenzugehörigkeit und Gemeinschaftsgefühl zentrale Motive für den Eintritt in die Szene sind und dass ein erfolgreicher Ausstieg durch professionelle Distanzierung und eine neue berufliche Perspektive möglich ist.
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