Examensarbeit, 2015
77 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Der Kalte Krieg
2.1 Umriss: Was ist der Kalte Krieg?
2.1.1 Charakteristik des Kalten Krieges
2.1.2 Akteure des Kalten Krieges
2.2 Chronologie des Kalten Krieges
2.2.1 Inkubationsphase 1943 bis 1947
2.2.2 Eskalation der Spannung 1947-1952
2.2.3 Phase leichter Entspannung 1953 – 1957
2.2.4 Weitere Spannungsphase 1958 – 1962
2.2.5 Übergangsphase zur Entspannung 1963 – 1969
2.2.6 Entspannung in den 1970er Jahren
2.2.7 erneute Konfrontation und Niedergang der Sowjetunion
2.2.8 Ein neues Aufleben des Kalten Krieges?
3. Deutschland als Kind des Kalten Krieges
3.1 Der Marshallplan als Katalysator für die Reintegration in die Staatengemeinschaft
3.2 Zwei Deutsche Staaten als Ausdruck für den Kalten Krieg
3.2.1 Westberlin und die Mauer
3.3 Kriege und Krisen als Motor für die Westintegration
3.3.1 Der Koreakrieg als Motor für die Westintegration
3.3.2 Die Suezkrise als Motor für die Westintegration
3.4 Die Bedeutung des Stellvertreterkrieges in Vietnam für Deutschland
3.5 Der Kreis schließt sich beim Mauerfall
3.6 Langzeitwirkung des Kalten Krieges
3.6.1 Das Ost-West-Gefälle und gesellschaftliche Unterschiede
3.6.2 Die Flüchtlingskrise, ein gesellschaftliches Schlüsselproblem
3.7 Die deutsche Rolle zwischen den USA und Russland in der aktuellen Politik
4. Deutschland und der Kalte Krieg in didaktischer Hinsicht
4.1 Einordnung in den Bildungsplan
4.2 Didaktische Analyse nach Klafki
4.2.1 Gegenwartsbedeutung
4.2.2 Zukunftsbedeutung
4.2.3 Exemplarische Bedeutung
4.2.4 Schülerinteressen berücksichtigen
4.3 Die methodenorientierte Politikdidaktik
4.3.1. Themenwahl
4.3.2 Die aktuelle Flüchtlingskrise als Schlüsselproblem der Gesellschaft
4.4 Allgemeine didaktische Reflexion
5. Fazit
6. Literatur
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die These zu überprüfen, ob und inwiefern die Bundesrepublik Deutschland als "Kind des Kalten Krieges" betrachtet werden kann. Dabei wird analysiert, wie stark die politische und gesellschaftliche Entwicklung Deutschlands durch die bipolare Weltordnung geprägt wurde und inwieweit diese historischen Einflüsse bis in die heutige Zeit, etwa im Kontext der Flüchtlingskrise oder aktueller politischer Spannungen, fortwirken. Zudem wird untersucht, wie dieses komplexe Thema fachdidaktisch für den Politikunterricht aufbereitet werden kann.
2.1.1.1 Atomares Wettrüsten – Die Atombombe als Friedensstifter
Ein paradoxer Grund für die Tatsache, dass der Kalte Krieg nicht zu einem heißen, militärisch geführten Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion wurde, ist der Erkenntnis beider Seiten geschuldet, dass der Einsatz der neu entwickelten Atomwaffen schlicht nicht möglich war, ohne gleichzeitig der eigenen Bevölkerung, etwa durch den zu erwartenden Gegenangriff, massiv zu schaden. Die Atombombe stellte gerade durch ihre enorme Zerstörungskraft eine unbrauchbare Waffe dar(vgl. Gaddis 2008, S.76). Mit der ersten Generation der Atombombe hatten die USA mit den Abwürfen über Hiroshima und Nagasaki die Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg erzwungen und die beiden Städte dem Erdboden gleich gemacht(vgl. ebd., S.69).
Zu Beginn des Kalten Krieges befanden sich die Amerikaner in einer Monopolstellung, die der Sowjetunion erhebliche Sorge bereitete. Doch Präsident Truman war überzeugt, dass man trotz der Bombe gegen die Sowjetunion militärisch chancenlos sei und Europa ohne die Bombe bereits eingenommen worden wäre(vgl. ebd., S.75). 1949 war die Monopolstellung durch den ersten sowjetischen Atombombentest gebrochen, die USA hatten dennoch einen nicht unerheblichen Vorsprung von 74:1, den man anhand der genannten Gründe jedoch nicht zu seinem Vorteil nutzen konnte(vgl. ebd., S.76 ff.). Der verunglückte Test einer thermonuklearen Explosion, „BRAVO“, überzeugte auch Trumans Nachfolger Eisenhower von der These der Unbrauchbarkeit von Atomwaffen.
Zunächst von der Idee nicht abgeneigt, Atomwaffen im äußersten Notfall einzusetzen, stellte sich im Anschluss an „BRAVO“ auch die Frage, welche Folgen die Bombardierung des Gegners mit tausenden Atombomben nach sich ziehen würde, wenn bereits eine einzige thermonukleare Explosion globale ökologische Zerstörung anrichten konnte(vgl. ebd., S.84). Charakteristisch für den Kalten Krieg ist also, dass sich trotz der permanenten gefühlten Bedrohung und des massiven Wettrüstens auf beiden Seiten, zumindest offiziell, nie sowjetische und amerikanische Truppen direkt gegenüberstanden. Denn die Handlungsmaxime der Staatschefs beider Lager war stets durch die Erkenntnis geprägt, dass man einen Atomkrieg bedingungslos verhindern müsse.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die These auf, dass die Bundesrepublik Deutschland als "Kind des Kalten Krieges" betrachtet werden kann, und skizziert die methodische Untersuchung dieser historischen Prägung sowie deren Aktualität.
2. Der Kalte Krieg: Das Kapitel erläutert die Grundlagen, Akteure und die chronologische Entwicklung des Kalten Krieges von der Inkubationsphase bis hin zum Niedergang der Sowjetunion.
3. Deutschland als Kind des Kalten Krieges: Hier wird analysiert, wie maßgeblich die deutsche Teilung und Westintegration durch den Kalten Krieg bestimmt wurden und welche langfristigen gesellschaftlichen Auswirkungen, bis hin zur Flüchtlingskrise, daraus resultieren.
4. Deutschland und der Kalte Krieg in didaktischer Hinsicht: Dieses Kapitel widmet sich der fachdidaktischen Aufbereitung des Themas, insbesondere der Analyse nach Klafki und der Anwendung der methodenorientierten Politikdidaktik zur Behandlung gesellschaftlicher Schlüsselprobleme im Unterricht.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und bekräftigt die These der historischen und aktuellen Abhängigkeit der deutschen Entwicklung von den Strukturen des Kalten Krieges.
6. Literatur: In diesem Kapitel werden alle verwendeten Quellen und Internetverweise der Arbeit dokumentiert.
Kalter Krieg, Bundesrepublik Deutschland, Westintegration, Marshallplan, Atomares Wettrüsten, Ost-West-Konflikt, Wiedervereinigung, Politikdidaktik, Flüchtlingskrise, Didaktische Analyse, Klafki, Gesellschaftliche Schlüsselprobleme, Sowjetunion, Außenpolitik, Mauerfall
Die Arbeit untersucht die historische Hypothese, inwiefern die Bundesrepublik Deutschland als "Kind des Kalten Krieges" zu bezeichnen ist, und betrachtet dabei die untrennbare Verflechtung der deutschen Geschichte mit den machtpolitischen Konstellationen dieser Epoche.
Die zentralen Themen umfassen die Entstehung und Phasen des Kalten Krieges, die spezifische Rolle der Bundesrepublik in diesem System sowie die didaktische Vermittlung dieser historischen Zusammenhänge in modernen Schulen.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass die deutsche Staats- und Gesellschaftsentwicklung historisch und aktuell maßgeblich durch den Kalten Krieg geprägt wurde, und hierzu geeignete politikdidaktische Ansätze zu entwickeln.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und historischen Analyse, die durch fachdidaktische Modelle, insbesondere die kritisch-konstruktive Didaktik nach Klafki und die methodenorientierte Politikdidaktik nach Janssen, ergänzt werden.
Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen des Kalten Krieges und seiner Akteure dargelegt, gefolgt von einer detaillierten Analyse der deutschen Teilung, der Westintegration sowie der Langzeitfolgen wie dem Ost-West-Gefälle und der heutigen Flüchtlingskrise.
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Kalter Krieg, Westintegration, Marshallplan, deutsche Teilung, didaktische Analyse und gesellschaftliche Schlüsselprobleme.
Der Autor argumentiert, dass die aktuelle Instabilität im Nahen Osten, die zu Fluchtbewegungen führt, in einer Kausalkette steht, deren Ursprünge in den Stellvertreterkriegen und Eingriffen der Supermächte während des Kalten Krieges liegen.
Das Thema wird durch die Methode der "Schlüsselprobleme der Gesellschaft" in der methodenorientierten Politikdidaktik zugänglich gemacht, wobei aktuelle Ereignisse wie die Flüchtlingskrise als Aufhänger dienen, um historische Hintergründe zu erschließen.
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