Examensarbeit, 2015
59 Seiten, Note: 2,5
1. Einleitung
2. Was ist Werbung?
2.1 Definition und Ziele
2.2 Sprache der Werbung
3. Religion in der Postmoderne
3.1 Die Bedeutung der Religion in unserer heutigen Gesellschaft
3.2 Stellenwert von Medien in der Postmoderne im Rahmen der Säkularisierung
3.3 Medienoptimismus und Medienpessimismus
3.4 Inwiefern ist Werbung bildungsrelevant?
4. Religiöse Elemente in der Werbung
4.1 Beispiele aus Print- und Digitalmedien
4.2 Gründe für den Einsatz der religiösen Elemente
4.3 Redewendungen oder tatsächliche religiöse Elemente- wie viel Religion steckt in den verwendeten Elementen?
5. Die Bedeutung der religiösen Elemente für die Didaktik des Religionsunterrichts
5.1 Vorteile eines medien-sensiblen Religionsunterrichts
5.2 Werbung im Religionsunterricht
5.3 Skizze einer Unterrichtsstunde
5.4 Reflexion zur Vorgehensweise
5.5 Merkmale eines Religionsunterrichts, der sich modernen Herausforderungen stellt
6.Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle religiöser Elemente in der modernen Werbekultur und deren Potenzial für die religionsdidaktische Praxis in einer zunehmend säkularisierten Gesellschaft. Dabei wird analysiert, wie diese Elemente medienpädagogisch fruchtbar gemacht werden können, um bei Jugendlichen eine kritische Medienkompetenz zu fördern und Anknüpfungspunkte zu theologischen Fragestellungen zu schaffen.
3.3 Medienoptimismus und Medienpessimismus
Wie kann und soll man sich als Didaktiker gegenüber den Medien von der Grundeinstellung her positionieren? Sind die Medien ein optimaler Bündnispartner, um in einer säkularisierten Welt einen besseren Zugang zu Kindern und Jugendlichen zu schaffen? Oder ist die These richtig, dass Medien dafür sorgen, dass man den Blick auf das Wesentliche verliert und Entwicklung und Sozialisation in eine negative Richtung hin verlaufen? Es stellt sich die Frage, ob Medien für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen so förderlich sind, wie angenommen und ob die dispersen religiösen Elemente realistisch gesehen dazu beitragen könnten, wieder sensibler bezüglich theologischer Inhalte zu werden.
Der amerikanische Medienwissenschaftler Neil Postman ist der Meinung, dass Medien zwar damals gegen Ende des Mittelalters zur Demokratisierung von Information geführt haben, doch in der modernen Gesellschaft hingegen die Gefahr besteht, dass man an einer Informationsexplosion oder Informationsschwemme leidet (Postman 1992, S.61f.). Die Menschen des Mittelalters waren gegenüber der Autorität der Religion leichtgläubig, während es die Menschen der heutigen Gesellschaft gegenüber der Wissenschaft sind (ebd.). Dadurch, dass mit Hilfe der Informationstechnologie (die nicht erst mit der Digitalisierung angefangen hat) die Karten neu gemischt wurden und es kein Gerüst mehr gibt, an das sich die Menschen klammern können, wenn sie sich beispielsweise die Frage stellen, ob eine neu gewonnene Erkenntnis wirklich wahr ist, ist es zunehmend schwieriger geworden, Urteile zu fällen oder zwischen dem Wesentlichen und dem Unwesentlichen zu unterscheiden (ebd.).
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Rolle religiöser Elemente in der Werbung und untersucht, wie diese für die Religionsdidaktik in Zeiten der Säkularisierung nutzbar gemacht werden können.
2. Was ist Werbung?: Es werden Definitionen und Ziele von Werbung sowie die Mechanismen ihrer Sprache erläutert, um die strategische Verwendung von Symbolen und Rhetorik zu verdeutlichen.
3. Religion in der Postmoderne: Dieses Kapitel analysiert den abnehmenden Stellenwert von Kirche und Religion in der Gesellschaft sowie die Rolle der Medien und die Bildungsrelevanz von Werbung im Kontext der Säkularisierung.
4. Religiöse Elemente in der Werbung: Anhand konkreter Beispiele wird untersucht, wie religiöse Motive in der Werbung durch Techniken wie Deformatierung, Inversion oder Diffusion eingesetzt werden.
5. Die Bedeutung der religiösen Elemente für die Didaktik des Religionsunterrichts: Hier werden Konzepte für einen medien-sensiblen Religionsunterricht vorgestellt, inklusive einer Unterrichtsskizze und einer Reflexion der Vorgehensweise.
6.Fazit: Das Fazit fasst die Chancen zusammen, die sich durch die Einbeziehung von Medien in den Religionsunterricht ergeben, um Schülerinnen und Schüler zu kritischem Denken zu befähigen.
Religionsdidaktik, Werbung, Postmoderne, Medienkompetenz, Säkularisierung, religiöse Dispersion, Symbole, Deformatierung, Inversion, Medienpädagogik, Sinnsuche, Jugendlich, Religionsunterricht, Konsumgesellschaft, Identität
Die Arbeit untersucht, wie religiöse Motive in modernen Werbemedien verwendet werden und welche Bedeutung dies für den Religionsunterricht in einer säkularen Gesellschaft hat.
Die zentralen Felder sind die Werbetheorie, die Rolle der Religion in der Postmoderne, die Dispersion religiöser Symbole und didaktische Ansätze zur Medienkompetenz.
Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie durch die Analyse von Werbung als Teil der Lebenswelt Lernende besser für theologische Fragen sensibilisiert werden können.
Die Arbeit nutzt die Dispersionstheorie als analytisches Werkzeug, um religiöse Elemente in Werbebeispielen zu identifizieren, zu dekonstruieren und didaktisch einzuordnen.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen zu Religion und Medien dargelegt, gefolgt von einer detaillierten Analyse von Werbebeispielen und deren didaktischer Integration.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Religionsdidaktik, religiöse Dispersion, Medienkompetenz, Säkularisierung und didaktische Verfremdung.
Dispersion bezeichnet das Zerstreuen und Neu-Zusammensetzen religiöser Gehalte in säkularen Feldern wie der Werbung, wodurch Religion außerhalb kirchlicher Institutionen sichtbar wird.
Es beschreibt den Prozess, bei dem religiöse Symbole erst durch die kommerzielle Nutzung in der Werbung (erste Verfremdung) und dann durch die Rückführung in den theologischen Kontext im Unterricht (zweite Verfremdung) neu erschlossen werden.
Nespresso dient als Fallbeispiel für eine Inversion, bei der das Produkt (Kaffeemaschine) eine solche Qualität erhält, dass selbst Gott als interessierter Nutzer dargestellt wird, um den Status des Produkts sakral aufzuladen.
Der Autor sieht die Lehrperson als zentralen Vermittler, der medien-sensibel agieren muss, um zwischen der Lebenswelt der Schüler und theologischen Inhalten Brücken zu bauen.
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