Masterarbeit, 2016
107 Seiten, Note: 1,9
1. Einleitung
2. Fragestellung, Methode und Struktur
2.1. Problem und Fragestellung
2.2. Methodik und Zielsetzung
2.2.1. Ergänzende Sekundäranalyse
2.2.2. Anlehnung an die Typologische Analyse
3. Forschungsstand
3.1. Literaturüberblick
3.2. Datengrundlage
3.2.1. Teilhabebericht der Bundesregierung 2013
3.2.2. Verschiedene Mikrozensus 2003 bis 2015
3.2.3. Statistik der schwerbehinderten Menschen 2011
3.2.4. Allensbach-Studie zur gesellschaftlichen Teilhabesituation von Menschen mit Behinderung 2011
3.2.5. Inklusionsbarometer der Aktion Mensch zum Bereich Arbeit 2013
3.2.6. Abschlussbericht der Gesamtbetreuung zum Programm Job4000
3.2.7. Bericht zur Arbeitsmarktsituation von schwerbehinderten Menschen im Jahr 2013
3.3. Zwischenfazit
4. Theoretische Grundlagen
4.1. Das Verständnis von Behinderung
4.1.1. Das medizinische Modell von Behinderung
4.1.2. Das soziale Modell von Behinderung
4.1.3. Die Arbeitsdefinition
4.2. Paradigmen der Soziologie der Behinderten
4.2.1. Das personenorientierte Paradigma
4.2.2. Das interaktionistische Paradigma
4.2.3. Das systemtheoretische Paradigma
4.2.4. Das gesellschaftsorientierte Paradigma
4.3. Der Prozess des gesellschaftlichen Einbezugs
4.3.1. Soziale Teilhabe
4.3.2. Exkurs zu den systemtheoretischen Verbindungen
4.3.3. Exklusion
4.3.4. Separation
4.3.5. Integration
4.3.6. Inklusion
4.4. Zwischenfazit
5. Auswahl des Untersuchungsbereichs, Hypothesen und Kriterienerstellung
5.1. Erwerbsarbeit als Untersuchungsbereich
5.2. Teilhabedimensionen
5.3. Hypothesen
5.4. Kriterien
5.4.1. Eingebundenheitsgrade
5.4.2. Varianz
5.4.3. Institutioneller Status
5.4.4. Staatliche Involvierung
5.4.5. Wahrnehmung
5.5. Zwischenfazit
6. Deskriptive Analyse (Typenkonstruktion)
6.1. Einleitender demografischer Überblick
6.1.1. Behinderungsquoten
6.1.2. Schwerbehinderung und Grade der Behinderung
6.1.3. Verteilung von Behinderung auf Geschlecht und Alter
6.2. Eingebundenheitsgrade
6.3. Varianz
6.3.1. Arbeitsbereiche
6.3.2. Lebensunterhalt
6.3.3. Arbeitsverhältnisse
6.3.4. Zwischenfazit
6.4. Institutioneller Status
6.4.1. Realisierte Teilhabe
6.4.2. Zugänglichkeit/Gleichheit
6.4.3. Zwischenfazit
6.5. Staatliche Involvierung
6.5.1. 5%-Beschäftigungsquote von Menschen mit Schwerbehinderung
6.5.2. Job4000-Programm
6.5.3. Bundesteilhabegesetz
6.5.4. Zwischenfazit
6.6. Wahrnehmung
6.6.1. Selbstwahrnehmung
6.6.2. Fremdwahrnehmung
6.6.3. Zwischenfazit
6.7. Zwischenfazit
7. Modellzuordnung (Typendeskription)
7.1. Qualität der Teilhabe
7.1.1. Materielle Teilhabe
7.1.2. Politisch-institutionelle Teilhabe
7.1.3. Kulturelle Teilhabe
7.2. Gesamthöhe der Teilhabe
7.3. Erklärungsansätze
7.3.1. Die Umsetzung eines Rechts auf Arbeit als Chance oder Hürde zur Teilhabe an der Gesellschaft
7.3.2. Verstärkung der beruflichen Rehabilitation von jungen Menschen mit Behinderung als spezieller Weg zur gesellschaftlichen Partizipation
7.3.3. Gesellschaftlicher Einbezug ohne Erwerbsarbeit als alternativer Lösungsvorschlag
7.4. Zwischenfazit
8. Reflexionskapitel
8.1. Datenerhebungsartefakte und - besonderheiten
8.2. Methodische Hindernisse
8.3. Themenbezogene Schwierigkeiten
8.4. Zwischenfazit
9. Schlussfolgerung
Ziel dieser Masterarbeit ist die Untersuchung der Teilhabesituation von Menschen mit Behinderung in der Bundesrepublik Deutschland im Bereich der Erwerbsarbeit. Dabei wird analysiert, wie sich die Situation dieser Personengruppe in die sozialwissenschaftlichen Kategorien Exklusion, Separation, Integration oder Inklusion einordnen lässt, wobei die Erwerbsarbeit als zentraler Indikator für gesellschaftliche Teilhabe fungiert.
2.1. Problem und Fragestellung
Wie in der Einleitung schon angesprochen, entwickelt sich der Zuwachs von gesundheitlichen und daraus entstehenden sozialen Beeinträchtigungen der Bevölkerung seit Jahren zu einer neuen Herausforderung für die bundesdeutsche Gesellschaft. Gleichzeitig birgt dieser Trend die Gefahr in sich, aus den „langfristig körperlich, seelisch, geistig oder Sinnesbeeinträchtigen Personen“ (Art. 1 BRK; vgl. Aichele 2010), sogenannten Menschen mit Behinderung, neue soziale Randgruppen zu erschaffen. Diese sind aufgrund von motorischen oder geistigen Defiziten nur eingeschränkt zur Teilnahme am alltäglichen Leben fähig und bilden zudem aufgrund verschiedener individueller Beeinträchtigungssituationen eine sehr heterogene Gesellschaftsgruppe, die sehr speziellen Einbezugsbedarf (siehe Kapitel 4.1.) benötigt.
Gleichzeitig ist die Untersuchung des Miteinbeziehens von sozial benachteiligten Gruppen und der daraus folgende Abbau von Vorurteilen, Ungleichheiten und sozialen Barrieren sowie die Verbesserung der Chancengleichheit für möglichst alle Gesellschaftsmitglieder seit jeher eine wichtige Aufgabe der Soziologie. Je nach Art und Grad der Behinderung (GdB) wirkt sich die individuelle Einschränkung somit unterschiedlich auf die Minderung der „gleichberechtigten Teilhabe an der Gemeinschaft“ (vgl. WHO/DIMDI 2005: 13f) bzw. auf die eigene Selbstbestimmung und somit auf das Verhältnis zur Gesamtgesellschaft aus. Dennoch lassen sich in diesem Bereich bis auf eine wachsende Zahl an deskriptiven sozialwissenschaftlichen Studien oder Inklusionsanleitungen aus dem Feld der Pädagogik kaum Untersuchungen mit theoretischen Verknüpfungen zum Thema Inklusion finden, obwohl ein umfassendes Theoretikum mit den vier Einbezugsphasen Exklusion, Separation, Integration und Inklusion (vgl. Alicke/Eichler/Laubstein 2015: 30f) durchaus vorhanden ist.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Teilhabe von Menschen mit Behinderung in Deutschland ein und definiert die Erwerbsarbeit als zentralen Indikator für den gesellschaftlichen Status und die materielle Sicherheit.
2. Fragestellung, Methode und Struktur: Hier werden der Forschungsprozess sowie die Wahl der ergänzenden Sekundäranalyse und der Typologischen Analyse als methodischer Rahmen der Arbeit dargelegt.
3. Forschungsstand: Dieses Kapitel ordnet bestehende Literatur ein und erläutert die verwendeten Datengrundlagen, wie den Teilhabebericht der Bundesregierung und das Inklusionsbarometer der Aktion Mensch.
4. Theoretische Grundlagen: Das Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Behinderung und erläutert die soziologischen Paradigmen sowie den vierstufigen Prozess des gesellschaftlichen Einbezugs.
5. Auswahl des Untersuchungsbereichs, Hypothesen und Kriterienerstellung: Die Autorin begründet die Wahl des Bereichs Erwerbsarbeit und entwickelt den Kriterienkatalog, der zur Messung der sozialen Teilhabe in der empirischen Analyse dient.
6. Deskriptive Analyse (Typenkonstruktion): Dieser Hauptteil bietet eine detaillierte Auswertung statistischer Daten zu Behinderungsquoten, Beschäftigungssituationen und betrieblichen Integrationsmaßnahmen.
7. Modellzuordnung (Typendeskription): Hier erfolgt die kritische Synthese der empirischen Befunde aus Kapitel 6 sowie die Zuordnung der Teilhabesituation in die Phasen des gesellschaftlichen Einbezugs.
8. Reflexionskapitel: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit methodischen Hindernissen und den Grenzen der Datengrundlage der vorliegenden Masterarbeit auseinander.
9. Schlussfolgerung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, die eine Einordnung des Lebensbereichs Erwerbsarbeit in die Phase der Integration nahelegt, und gibt einen Ausblick auf künftige Entwicklungen.
Inklusion, Integration, Erwerbsarbeit, Behinderung, Schwerbehinderung, Teilhabe, Soziologie der Behinderten, Arbeitsmarkt, gesellschaftlicher Einbezug, Bundesteilhabegesetz, Disability Studies, soziale Teilhabe, Barrierefreiheit, Beschäftigungsquote, Sozialgesetzbuch.
Die Arbeit untersucht die aktuelle Situation von Menschen mit Behinderung in der Bundesrepublik Deutschland, speziell im Lebensbereich der Erwerbsarbeit, unter dem Aspekt des gesellschaftlichen Einbezugs.
Zentrale Themen sind der Prozess des gesellschaftlichen Einbezugs, die Unterschiede zwischen Inklusion, Integration, Separation und Exklusion sowie die spezifischen Rahmenbedingungen auf dem ersten Arbeitsmarkt.
Das Ziel besteht darin, die Teilhabesituation von Menschen mit Behinderung im Bereich der Erwerbsarbeit empirisch zu erfassen und theoretisch in die bestehenden Modelle gesellschaftlichen Einbezugs einzuordnen.
Die Arbeit nutzt einen Mixed-Methods-Ansatz, insbesondere die ergänzende Sekundäranalyse sowie eine an Mayring angelehnte Typologische Analyse, um Daten aus verschiedenen Studien wissenschaftlich auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine deskriptive Analyse quantitativer Daten zur Beschäftigungssituation und eine darauf aufbauende explorative Typendeskription, die die Ergebnisse in relation zur Theorie setzt.
Wichtige Begriffe sind Inklusion, Integration, Erwerbsarbeit, soziale Teilhabe, Schwerbehinderung, Behinderungsquoten und gesellschaftlicher Einbezug.
Das Bundesteilhabegesetz (BTHG) wird als aktueller politischer Höhepunkt politischer Bemühungen analysiert, um die Teilhabechancen von Menschen mit Behinderung zu verbessern, wobei auch die Kritik von Behindertenvereinen beleuchtet wird.
Erwerbsarbeit wird in der modernen Gesellschaft als wesentliche Voraussetzung für Teilhabe, Status, Selbstbild und materielle Absicherung angesehen, was sie zu einem zentralen Indikator für den Inklusionsgrad macht.
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